Kia bringt Batterie-Vorkonditionierung in ältere EV6

Kia bietet für seinen EV6 des Modelljahrgangs 2022 jetzt ein Software-Update an, das Ladevorgänge bei kalten Temperaturen beschleunigen soll. Die Batteriekonditionierung, die standardmäßig bei EV6-Modellen des Modelljahrs 2023, dem neuen EV6 GT und neuen Niro EV an Bord ist, kann jetzt optional in allen EV6 des Modelljahrs 2022 nachgerüstet werden.

Dafür müssen Besitzer allerdings zum Kia-Händler. Over-the-Air-Softwareupdates werden wie berichtet erst ab 2025 in allen Fahrzeugen des Hyundai-Konzerns möglich sein, in neu eingeführten Modellen ab 2023. Voraussetzung für die Vorkonditionierung ist aber, dass die Batterietemperatur unter 21 Grad und der Ladestand bei 24 Prozent oder mehr liegt.

Die Vorkonditionierung soll laut Kia die Ladezeit um bis zu 50 Prozent reduzieren können, wenn der Akku vor dem Schnellladen in das optimale Fenster der Betriebstemperatur gebracht wird. Bei dieser Verbesserung kommt es aber auf die Ausgangs-Zahlen an, mit denen Kia rechnet: Unter optimalen Bedingungen kann der EV6 in 18 Minuten von zehn auf 80 Prozent laden. Bei fünf Grad Celsius gibt Kia nun in der Mitteilung ohne Batteriekonditionierung „etwa 35 Minuten“ an.

Praxistests – wie etwa unser Winter-Fahrbericht mit dem Schwestermodell Hyundai Ioniq 5 – haben aber selbst bei Plus-Graden deutlich längere Ladezeiten ergeben. Sollte es der Kia mit der Vorkonditionierung unter solchen Bedingungen tatsächlich in den optimalen Temperaturbereich schaffen und mit dem maximal möglichen 240 kW laden können, wäre die Reduktion der Ladezeit sogar größer als 50 Prozent. Wie groß der Effekt tatsächlich ist, werden wohl erst Tests zeigen – wobei es auch dabei oft auf die genauen Bedingungen des Einzelfalls ankommt.

Hardware-seitig verfügt auch der EV6 des Modelljahres 2022 bereits über die Batterieheizung. Das Software-Update betrifft vor allem das Navigationssystem, denn die Routenführung aktiviert bei Bedarf automatisch die Batteriekonditionierung, wenn ein DC-Schnellladegerät als Ziel eingestellt ist. Ein manuelles Aktivieren der Vorkonditionierung ist – wie auch schon beim Ioniq 5 – nicht möglich.
kia.com

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3 Kommentare

zu „Kia bringt Batterie-Vorkonditionierung in ältere EV6“
Emobilitätsberatung-berlin K.D.Schmitz
24.10.2022 um 11:25
Ich hatte es in der Vergangenheit schon mehrfach kommentiert, bzw. die Frage gestellt. Wie kann man als Hersteller, Hyundai, mit Erfahrung im EV Bereich, ein Modell auf den Markt bringen wo die Wärmepumpe nur die Aufgabe hat jede Wärme-Energie aus dem Akku zu saugen, und es keine Möglichkeit gab die Batterie vor dem Laden zu erwärmen. Die Nachrüstung bei den ersten Ioniq 5 ist sicher nicht so einfach.
Holbär
16.11.2022 um 15:45
Schade, dass dieses "Upgrade" kostenpflichtig ist. Der Händler berichtet, dass der Hersteller Kia sich nicht an den Upgradekosten beteiligt und wir es daher selbst zahlen müssen. Eigentlich sollte diese Funktion serienmässig sein und daher kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Nur weil das Auto noch nicht reif auf den Markt kam, die Nachrüstung vergüten zu lassen, ist schwach. Die neuen EV6 haben das Upgrade nämlich serienmässig.
EV6 Langsamlader
25.11.2022 um 17:44
Ich kann leider nur bestätigen, dass auch mein EV6 (05/22) diesen Mangel hat. Er hat zwar eine Wärmepumpe, aber die Vorkonditionierung des Akkus sein ein Zusatzfeature, dass bei den 'alten' Modellen des Modelljahres 2022 und vorher nur gegen kostenpflichtigen Aufpreis möglich ist. Nun die neuen Modelle haben dieses Update. Ich finde es beschämend, wie ein etablierter Konzern wie Hyundai/Kia hier im Aftershaves-Bereich mit den Kunden umgeht. Kundenbindung sieht für mich anders aus. Da hatte ich gerade von einem asiatischen Hersteller mehr Kundennähe erwartet. Leider ist dem nicht der Fall. Also keine positive Werbung für den Konzern! Schade auch, denn an sich ist der Wagen auch auf Langstrecke wirklich gut nutzbar und fährt sich auch sehr gut. So treibt man auch seine Kundschaft zur Konkurrenz, denn wenn dieses Verhalten sinnbildlich für den Kundenservice ist, dann kann ich auch Tesla oder ein Auto aus dem Volkswagenkonzern fahren.

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