Accurec startet Lithium-Rückgewinnung aus Altbatterien

Das Recycling-Unternehmen Accurec aus Nordrhein-Westfalen hat laut einem Medienbericht einen Prozess entwickelt, mit dem es Lithium aus alten Batterien zurückgewinnen kann. Damit wären die Krefelder das erste Unternehmen in Europa, das Lithium in industriellem Maßstab recycelt.

Das geht aus einem Bericht des „Handelsblatt“ hervor. Demnach soll die Anlage des mittelständischen Unternehmens im Frühjahr in Betrieb gehen. Auch Konzerne wie Umicore und BASF planen Anlagen zur Rückgewinnung von Lithium in Europa, sind dem Bericht zufolge aber noch einige Schritte von der Inbetriebnahme entfernt.

Accurec wurde 1996 gegründet und richtet aktuell seine „gesamte verfahrenstechnische Prozesskette“ neu aus. Den Fokus legt das Management nunmehr auf die Rückgewinnung von Lithium. Dazu nutzt das Unternehmen ein hydrometallurgisches Verfahren, mit dem das Lithium aus gebrauchten Batterien von Elektroautos, E-Bikes, elektronischen Geräten und herkömmlichen Haushaltsbatterien gewonnen werden kann. Bis mehr Batterien aus Elektroautos Recycling-reif werden, wird der Schwerpunkt laut dem Unternehmen auf den anderen Batteriearten liegen, allen voran auf Haushaltsbatterien.

Die Fabrik soll Lithium aus 4.000 Tonnen Altbatterien pro Jahr recyceln können. Accurec gibt an, zurzeit 50 Prozent des in den Batterien vorhandenen Lithiums zurückgewinnen zu können. Diese Quote solle künftig auf 80 Prozent steigen. Als Reinheitsgrad des recycelten Lithiums gibt die Firma „zwischen 98 und 99 Prozent“ an. Für den neuerlichen Einsatz in einer Batterie müsse der Reinheitsgrad noch etwas erhöht werden, wird Accurec-Geschäftsführer Reiner Sojka im „Handelsblatt“ zitiert. Dies könnten ihm zufolge auch Lithium-Produzenten wie SQM oder Albermale übernehmen. Noch sollen die Krefelder aber über keinen Abnahmevertrag verfügen.
handelsblatt.com

1 Kommentar

zu „Accurec startet Lithium-Rückgewinnung aus Altbatterien“
Nörgler
10.12.2022 um 10:06
Von Interesse ist hier der Gesamtansatz. Offen bleibt z.B. die Frage, was mit dem "Restmaterial Batterien" angestellt wird. In Batterien sind viele Stoffen enthalten, die wiederverwertet werden können. Deshalb ist eine Wiederverwertungsanlage mit vereinzeltem Rückgewinnungsinteresse möglicherweise unvorteilhaft.

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