Fisker korrigiert Produktionsziel nach unten

Kurz nach der Auslieferung des ersten Ocean hat Fisker die Produktionsprognose für dieses Jahr um bis zu 10.000 Fahrzeuge gesenkt. Zudem wurde das erste Fahrzeug in Deutschland zugelassen und eine neue Offroad-Version des E-SUV angekündigt.

Zunächst zum gesenkten Produktionsziel: Wie auch schon Lucid Motors korrigiert Fisker Inc. im Zuge der Bekanntgabe seiner Geschäftszahlen für das erste Quartal die Produktionsprognose für den Ocean. In diesem Jahr sollen statt der zunächst prognostizierten 42.400 Einheiten noch zwischen 32.000 und 36.000 Ocean gebaut werden.

Konkret plant Fisker, im laufenden zweiten Quartal 1.400 bis 1.700 Fahrzeuge zu produzieren, „sofern alle Partner liefern“, so das Unternehmen. Im dritten Quartal soll die Produktionsrate deutlich steigen und 6.000 Fahrzeuge pro Monat erreichen. Derartige Produktionsraten sind notwendig, um das Ziel zu erreichen, denn bisher ist die Anzahl der gebauten Fahrzeuge überschaubar: Laut Fisker wurden bis heute „55 Entwicklungs-, Marketing- und Kundenfahrzeuge hergestellt, um den Zulassungs- und Auslieferungsprozess in Deutschland und Dänemark zu starten“.

„Wir waren von einer Produktion von 40.000 ausgegangen. Die Anpassung liegt unter anderem am Zeitplan für die Homologation und für die Lieferkette“, sagt Henrik Fisker der „Automobilwoche“. „Du denkst, du hast an alles gedacht, aber am Tag wenn es los geht, siehst du alle die Herausforderungen, die da sonst noch verborgen waren. Vor allem war die Homologation sportlich, denn wir haben das gleichzeitig in den USA und für Europa gemacht. Das trennen Hersteller für gewöhnlich zeitlich.“

70.000 Ocean in 2024 angekündigt

Henrik Fisker geht davon aus, dass im Jahr 2024 dann bis zu 70.000 Fahrzeuge gebaut werden können. Davon sollen mindestens 15.000 Exemplare an europäische Kunden gehen. Derzeit liegen dem Unternehmen mehr als 65.000 Reservierungen vor, womit die Produktion bis weit ins Jahr 2024 hinein ausverkauft wäre – sofern jede Reservierung in einer verbindlichen Bestellung mündet.

Die Geschäftszahlen selbst sind noch wenig aussagekräftig, da die ersten Auslieferungen erst jetzt im Mai stattgefunden haben und somit erst im zweiten Quartal Umsätze aus dem Fahrzeuggeschäft verbucht werden können. Der Betriebsverlust betrug 121,6 Millionen Dollar (111 Millionen Euro), worin laut dem Unternehmen auch Ausgaben für Forschung und Entwicklung enthalten sind, „die sich voraussichtlich nicht wiederholen werden“. Konkret wurden 45,7 Millionen Dollar investiert, der Nettobarmittelabfluss aus betrieblicher Tätigkeit belief sich auf 83,7 Millionen US-Dollar.

Spannend wird also die Entwicklung ab dem zweiten Quartal, wenn den Ausgaben auch Einnahmen aus den Fahrzeugauslieferungen entgegenstehen. Nach dem ersten Kundenfahrzeug in Dänemark wurde nun auch in Deutschland der erste Fisker Ocean – dieses Mal in Blau – zugelassen. Das Unternehmen hat parallel gleich zwei Standorte in München eröffnet, die Flagship Lounge in der Münchner Innenstadt und einen Standort in der Motorworld München. Zu den Motorworld-Einrichtungen gehört eine Garage mit 100 Stellplätzen, um Kundenlieferungen und Probefahrten zu unterstützen.

Noch handelt es sich bei allen ausgelieferten Fahrzeugen um die auf 5.000 Einheiten limitierte Launch-Edition One. Neben den bereits bekannten Ausstattungen soll noch in diesem Jahr eine weitere Variante folgen: Fisker hat Bilder der Offroad-Version des Ocean veröffentlicht, die ab dem vierten Quartal 2023 ausgeliefert werden soll. Der Fisker Ocean Force E soll über eine spürbar höhere Bodenfreiheit und größere Böschungswinkel verfügen und 33 Zoll große All-Terrain-Reifen auf verstärkten 20-Zoll-Felgen erhalten. Wie das Unternehmen auf Nutzer-Nachfragen via Twitter erklärt, soll das Offroad-Paket auch in bestehende Fisker Ocean mit Allradantrieb nachgerüstet werden können. Die genauen Details und Preise sind aber noch nicht bekannt.
fiskerinc.com (Quartalszahlen), automobilwoche.de (Interview, Paywall), fiskerinc.com (München), twitter.com (Offroad-Version)

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