Nikola erfüllt Kriterien der US-Börse Nasdaq nicht mehr

Dem amerikanischen E-Lkw-Hersteller Nikola Motor droht ein Ausschluss aus der US-Börse Nasdaq. Weil der Aktienkurs an 30 aufeinanderfolgenden Tagen bei unter einem US-Dollar pro Aktie lag, erfüllt Nikola die Regularien der Nasdaq nicht mehr.

Laut einem Dokument der Börsenaufsicht SEC wird dem Unternehmen nun eine Nachfrist bis zum 20. November 2023 eingeräumt, um die Regularien wieder einzuhalten.

Wir erinnern uns: Zu seinen Hochzeiten lag der Aktienkurs von Nikola 2020 bei 65,90 Dollar. Allerdings wurde der zu jener Zeit noch als CEO aktive Trevor Milton später wegen Wertpapierbetrugs angeklagt. Nikola gehört zu einer wachsenden Zahl von Unternehmen, die durch eine SPAC-Fusion per Abkürzung an die Börse gekommen sind und deren Aktienkurs sich in der Folge im freien Fall befindet. Ein Leidensgenosse: Auch Lordstown Motors teilte diesen Monat mit, eine SEC-Mitteilung über die drohende Einstellung der Börsennotierung erhalten zu haben.

Nikola verbuchte im ersten Quartal 2023 einen Nettoverlust von 169,1 Millionen Dollar (154,4 Millionen Euro, im Q1 2022 waren es noch 152,9 Millionen Dollar, umgerechnet 139,6 Millionen Euro). Zudem stieg der Bargeldverbrauch von 200 auf 240 Millionen Dollar, derzeit 219 Millionen Euro. Was das Geschäft betrifft, schrieb das Unternehmen in seinem aktuellen Quartalsbericht, dass die Produktion Ende Mai vorübergehend gestoppt und voraussichtlich im Juli wieder aufgenommen werden soll – dann aber zunächst nur mit H2-Lkw. BEV-Trucks sollen vorerst nur noch auf Bestellung gefertigt werden.

Kürzlich wurde außerdem angekündigt, dass Nikola seinen Anteil am Europa-Joint Venture mit Iveco vollständig an den italienischen Lkw-Hersteller verkaufen wird, um sich auf den nordamerikanischen Markt zu konzentrieren – was einem Rückzug aus Europa gleichkommt. „Fertigung und Energie sind kapitalintensive Geschäfte, und wir müssen uns weiterhin darauf konzentrieren, wo wir Wettbewerbs- und First-Mover-Vorteile haben“, hieß es in einem Statement. Das hat man in Europa in dieser Form nicht mehr gesehen.

„Wir haben die richtigen Produkte zur richtigen Zeit und werden uns in Zukunft auf den nordamerikanischen Markt, Wasserstoff-Brennstoffzellen-Lkw, das HYLA-Wasserstoffbetankungsgeschäft und autonome Technologien konzentrieren“, sagte Nikola-CEO Michael Lohscheller kürzlich. „Mit unseren neu gestärkten Management- und Vertriebsteams, einer verbesserten Vertriebsstrategie, neuen Händlern und Energiepartnern sind wir auf dem richtigen Weg.“
techcrunch.com, sec.gov

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