Video - 8:15 min

„AC-Ladehubs in Städten sind sinnvoll“ – Volker Lazzaro von Mennekes

Alle reden über Schnellladeparks, aber kaum jemand über AC-Ladehubs. Das will Volker Lazzaro, Geschäftsführer von Mennekes Elektrotechnik, ändern. Er argumentiert, dass alle Fahrzeuge parken, warum sie also nicht während ihrer langen Standzeiten laden? Im Videointerview gibt Lazzaro zudem eine Einschätzung zum aktuellen Marktgeschehen ab.

„Beim AC-Laden sind wir im Jahr 2023 nicht dort, wo wir das erwartet haben“, schildert uns Volker Lazzaro vor der Kamera. Sei man früher von einer kontinuierlichen Hochlaufkurve ausgegangen, zeigt sich seit einiger Zeit, dass sich der Markt etwas abgekühlt hat. „Dabei wäre es für die 15 Millionen angestrebten Elektrofahrzeuge bis 2030 wichtig, dass der Markt Fahrt aufnimmt“, so Lazzaro. Während Mennekes mit dem aktuellen Auftragsbestand „trotzdem gut arbeiten kann“, taugt die derzeitige Absatzmenge im AC-Bereich in Deutschland aus seiner Sicht nicht, um dieses Ziel auch nur annähernd zu erfüllen. „Selbst 10 Millionen E-Fahrzeuge wird so knapp.“

Die vom Bund zurückgefahrene Förderung sei einer der Bremsfaktoren. Lazzaro äußert im Interview mit electrive.net-Chefredakteur Peter Schwierz aber auch, dass die Lieferschwierigkeiten bei den Autobauern den Roll-out der zugehörigen Ladeanlagen hemmen. „Wir hören oft von Fuhrparkbetreibern: Wir würden ja gerne, aber es dauert so lange, bis wir die Autos bekommen.“ Das Geschäft mit halb-öffentlichen Flotten-Ladelösungen für Gewerbetreibende ist bei Mennekes das stärkste Zugpferd. Aber auch das öffentliche AC-Laden ist aus Sicht des Mennekes-Chefs weiter eine tragende Säule der Elektromobilitäts-Entwicklung.

„Ich bleibe bei meiner Meinung: Wir brauchen beides: AC und DC.“ Schnelllader sind aus Sicht von Lazzaro nicht nur gut für Langstrecken, sondern auch willkommen in der Stadt, wo sie den noch nicht überzeugten Menschen signalisierten, „dass man schnell nachladen kann, wenn man muss.“ Aber warum nicht auch AC-Ladehubs in die Städte bringen?, wirft der Fachmann vor unserer Kamera ein. „Im Grunde genommen muss jedes Auto irgendwo parken. Warum nutze ich diese Flächen nicht, um AC-Ladehubs aufzubauen? Dann wäre das AC-Laden auch im öffentlichen Bereich wieder ein größeres Thema.“ Einzeln stehende AC-Säulen an einem prominenten Platz seien sicher nicht die Lösung.

Die Hauptthemen, die von Kunden an ihn und sein Team herangetragen werden, sind dem Mennekes-Manager zufolge das Solarladen, Dienstleistungen um die Dienstwagenabrechnung und bidirektionales Laden. Zu letztgenanntem Bereich hat Lazzaro am Mikrofon einiges zu sagen. In seinen Augen liegt der Fokus heute zu sehr auf dem bidirektionalen DC-Laden. Warum es beim AC-Laden noch hakt, erkärt er in unserem Clip ausführlich. Video ab!

3 Kommentare

zu „„AC-Ladehubs in Städten sind sinnvoll“ – Volker Lazzaro von Mennekes“
Olibaer
14.07.2023 um 23:17
Recht hat er. Gerade im Winter ist es ohne Vorkonditionierung des Akku Blödsinn den Akku mit DC zu laden.
Matthias
17.07.2023 um 09:57
Wenn man nichts anderes in der Zeit zu tun hat ist DC-Laden Zeitverschwendung. Ok, auf Langstrecke geht's nicht anders. Aber im Alltag? Bestenfalls während des Einkaufs sinnvoll. Wer fährt denn absichtlich zum Schnelllader nur zum Laden und dann wieder heim?
Witti
18.07.2023 um 22:09
Bei 500 Wochenkilometern brauche ich derzeit etwa 100 kWh pro Woche, die sich prima in 2 bis 3 Sitzungen an AC daheim mit PV und auf der Arbeit erledigen lassen. AC macht also ggf. halbõlffenrlich Sinn und dadurch bin ich fast immer im akkufreundlichen SoC von 50 bis 80% unterwegs Ich könnte vmtl. auch ein bis zweimal pro Woche an den Schnellader. (liegen mehrere auf den regelmäßigen Wegen) aber wahrscheinlich nicht so gut für Batterien... Freue mich aber auf die nächste Langstrecke und meine 240kW dank eGMP das ist immer noch beeindruckend... Unterwegs dann aber aiuf AC angewiesen zu sein wäre schlimm, daher AC zuhause und am Ziel ok und im Alltag ohne Fernreisen..

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