Group14 übernimmt deutsches Unternehmen Schmid Silicon

Der US-amerikanische Silizium-Batteriematerial-Hersteller Group14 will das deutsche Unternehmen Schmid Silicon übernehmen. Dabei geht es dem Batteriespezialisten vor allem um ein Werk in Sachsen, um sich ein wichtiges Vorprodukt zu sichern. Die Übernahme soll nur der erste Schritt in der Europa-Expansion sein.

Mit der Übernahme der Schmid Silicon Technology Holding GmbH (oder kurz nur Schmid Silicon) will Group14 nach eigenen Angaben seine globale Batterielieferkette stärken und die weltweite Nachfrage nach Siliziumbatterietechnologie decken. Im Zentrum des Deals steht das Monosilan-Werk von Schmid Silicon im Industriepark Schwarze Pumpe im sächsischen Spreetal. Wie Group14 erklärt, gewährleistet die Übernahme von Schmid Silicon eine sichere Versorgung mit Monosilan-Gas, einem wichtigen Vorprodukt für seine Silizium-Batterietechnologie SCC55.

Mit dem Betrieb des Werks sollen die „expandierenden europäischen Aktivitäten“ unterstützt werden. Mit der Übernahme könne man „die bewährte, ultrahochreine und kohlenstoffarme Monosilan-Verfahrenstechnik von Schmid Silicon“ mit den eigenen, kommerziell bewährten Fertigungskapazitäten von Group14 kombinieren, um Siliziumbatterie-Materialien mit hoher Energiedichte zu liefern, wie es in der Mitteilung heißt. Rick Costantino, CTO und Mitbegründer von Group14 Technologies, bezeichnet die „Übernahme der hoch-energieeffizienten Prozesstechnologie und Fabrik von Schmid Silicon“ als „natürlichen Schritt, um die dramatisch steigende Nachfrage nach fortschrittlicher Batterietechnologie auch künftig zu befriedigen und gleichzeitig die Dekarbonisierungsstrategien der Europäischen Union zu unterstützen“.

Finanzielle Details zu der Übernahme oder regulatorische Auflagen nennt Group14 nicht. Es sollen aber alle derzeitigen Mitarbeiter von Schmid Silicon übernommen und in das eigene Unternehmen integriert werden. Zudem sollen Schulungen angeboten werden, „um zusätzliche Mitarbeiter aus dem traditionellen Energiesektor für die saubere Energie zu gewinnen“. Denn der Bedarf an weiteren Arbeitskräften ist groß: Sobald das Werk online und betriebsbereit ist, rechnet Group14 mit einem Anstieg der Mitarbeiterzahl um das Fünffache.

Group14 betreibt bereits ein Werk für Batteriematerialien im US-Bundesstaat Washington und baut derzeit eine zweite Produktionsanlage in Moses Lake, ebenfalls in Washington gelegen. Zudem soll eine Joint-Venture-Fabrik mit SK in Südkorea kurz vor der Inbetriebnahme stehen. Sobald das Monosilan-Werk von Group14 in Betrieb ist, verfügt das Unternehmen auch über einen Produktionsstandort in Europa – wenn auch nicht für Batteriematerialien. Seit 2022 ist auch Porsche als Investor an Group14 beteiligt.

Dennoch sollen in Europa weitere Niederlassungen gegründet werden, die Suche nach Standorten läuft. „Group14 ist in kritischen Märkten rasant gewachsen. Wir freuen uns jetzt darauf, unseren Kunden aus der Automobilindustrie in Europa näher zu sein, um die globale Energiewende zu unterstützen“, sagt Rick Luebbe , CEO und Mitbegründer von Group14 Technologies. „Deutschland ist seit langem die Heimat vieler der größten und ältesten Autohersteller der Welt.“
prnewswire.com

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