Smatrics EnBW launcht AutoCharge-Funktion in Österreich

Ab sofort können Kunden von EnBW mobility+ auch in Österreich AutoCharge nutzen. Damit startet der Ladevorgang automatisch im bestehenden Tarif, sobald der Stecker mit dem Fahrzeug verbunden ist – ohne Authentifizierung mittels App oder Ladekarte.

Die Funktion ist bereits seit November 2021 in Deutschland nutzbar. Über das Joint Venture Smatrics EnBW steht sie nun auch an 130 Schnellladepunkten des Ladeinfrastrukturbetreibers in Österreich zur Verfügung. Damit können E-Auto-Fahrer das EnBW Hypernetz von Flensburg bis zum Brenner „ohne Ladekarte oder App“ nutzen, wie die EnBW mitteilt. Mit Österreich steigt die Gesamtzahl der AutoCharge-fähigen EnBW-Schnellladepunkte auf über 3.400.

Für die Kunden funktioniert AutoCharge grundsätzlich ähnlich zu Plug&Charge: Das Laden startet nach dem Anschließen des Fahrzeuges an die Säule automatisch – im Falle von EnBW mit dem in der mobility+-App hinterlegten Tarif. In der App muss die Nutzung von AutoCharge einmalig vor einem Ladevorgang aktiviert werden. Dabei wird per App der Ladevorgang gestartet und zum vorgegebenen Zeitpunkt das Auto mit der Ladesäule verbunden. So kann die MAC-Adresse genau zugeordnet werden.

Der Unterschied zu Plug&Charge: Bei AutoCharge liest die Ladesäule lediglich die sogenannte MAC-Adresse des Autos aus, eine allgemeine Netzwerk-Adresse. Ein Abgleich weiterer Parameter findet nicht statt, womit das Verfahren nicht so sicher ist wie das aufwändigere Plug&Charge – eine Manipulation der MAC-Adresse reicht theoretisch aus. Allerdings müsste als neue MAC-Adresse die eines Fahrzeugs festgelegt werden, das für AutoCharge bei EnBW freigeschaltet ist.

Damit funktioniert AutoCharge auch nur bei Fahrzeugen, die eine feste MAC-Adresse haben. Der Volkswagen-Konzern setzt auf regelmäßig wechselnde MAC-Adressen, was eine dauerhafte Nutzung von AutoCharge nach einer Aktivierung verhindert.

Eine wichtige Einschränkung versteckt die EnBW übrigens in einer Fußnote der Mitteilung: „Die einmalige Aktivierung von AutoCharge erfolgt an einem Schnellladepunkt der EnBW. Eine Aktivierung an Schnellladepunkten von Smatrics EnBW ist aus technischen Gründen nicht möglich.“ Sprich: Um die AutoCharge-Funktion aktivieren zu können, müssen österreichische EnBW-Kunden eine EnBW-eigene Säule anfahren und keine von Smatrics EnBW.
enbw.com

2 Kommentare

zu „Smatrics EnBW launcht AutoCharge-Funktion in Österreich“
MarioF
08.08.2023 um 20:26
Wechselne Mac-Addressen sind schon lange Stand in der IT-Sicherheit. Ein Auto das dies nicht implementiert hat, sollte man aus Sicherheitsgründen nicht kaufen. Darüberhinaus erlaubt AutoCharge es dem Betreiber ein Bewegungsprofil des Fahrzeugs zu erstellen, während bei ISO konformen Plug&Charge alles anonymisiert ist.Da erhält der Ladesäulenbetreiber nur das Geld vom Zahlungsdienstleister, aber keine Informationen über das Fahrzeug bzw. die Identität des Fahrzeughalters.
D-Tric
10.08.2023 um 19:14
Leider verstehen Viele die Hindergründe und Unterschiede nicht. Autocharge ist ein billiger Workaround mit vielen Nachteilen. Echt eine Schande, dass große Player wie enBW es sich so einfach machen und damit zur Verbreitung von "echtem" Plug & Charge nicht beitragen.

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