Hamburgs Bürgermeister gibt Elektro-Dienstwagen wegen zu geringer Reichweite ab

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher tauscht seinen vollelektrischen Dienstwagen gegen einen Plug-in-Hybrid aus. Laut einem Medienbericht, weil die Reichweite bei Kälte so gering ist, dass sie nicht für eine Fahrt nach Berlin und zurück reicht.

Bild: Mercedes-Benz

Nach Informationen der Bild-Zeitung soll der seit rund einem Jahr von Peter Tschentscher genutzte Mercedes EQE 500 durch einen Plug-in-Hybrid desselben Hersteller ausgetauscht werden. Der EQE 500 kommt mit seinem 90-kWh-Akku auf eine WLTP-Reichweite von bis zu 590 Kilometer. Vom Hamburger Rathaus bis zum Bundeskanzleramt sind es hin und zurück 566 Kilometer. Klar, dass das im Winter nicht hinhaut. Warum Tschentschers Chauffeur während der Termine seines Chefs nicht einfach einen Schnelllader nutzt, ist nicht überliefert.

Mercedes hat mit dem EQE explizit eine elektrische Dienstwagen-Limousine ins Angebot genommen. Unseren Eindruck von dem hochklassigen Elektrowagen können Sie in unserem Fahrbericht nachlesen. Vorneweg: Wir sind auf eine Praxis-Reichweite von 457 Kilometern gekommen.

golem.de, focus.de

20 Kommentare

zu „Hamburgs Bürgermeister gibt Elektro-Dienstwagen wegen zu geringer Reichweite ab“
EV6-Fahrer 800V
19.01.2024 um 17:22
Gibt es am Kanzleramt in Berlin keine WALLBOX??? „“Steht er, dann lädt er““
Alexander
26.01.2024 um 13:00
Die Berliner mögen keine Mauerboxen :)
Stephan Kramer
19.01.2024 um 19:22
Die Zeit zum Laden in Berlin sollte sich der Fahrer schon nehmen. Man muss sich auf die Elektromobilität schon ein bisschen einlassen und mit ein paar kleinen Unannehmlichkeiten klar kommen. Immerhin wird Herrn Tschentscher ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt , welches exzellente Qualitäten hat und von dem viele Menschen nur träumen können. Und letztlich sollte Herr Tschentscher auch ein Vorbild für alle sein und die Vorzüge der Elektromobilität publik machen. Denn Verbrenner ist schon tot und Hybrid halb tot.
René Martin
22.01.2024 um 00:03
Denn Verbrenner ist schon tot und Hybrid halb tot.Die Realität (vgl. gesetzlich festgelegtes Ende, Einführung neuer Modelle, Verkaufs-/Zulassungszahlen) dokumentiert, dass diese Aussage weder für Deutschland noch für Europa zutrifft, und für den Rest der Welt schon gar nicht. Hier würde ich mir mehr Zurückhaltung im Sinne der Sachlichkeit wünschen. Ansonsten stimme ich mit den hier angeführten Aspekten überein: 20 Minuten Laden sollten kein Problem darstellen, egal ob unterwegs oder während der Wartezeit in Berlin. Sinnvoll wäre u.U. auch eine kritische Prüfung von Anspruch und Realität im Vorfeld gewesen, das erspart einem häufig eine Enttäuschung im Nachhinein, die in diesem Fall auch einen sehr großen Wertverlust bedeuten dürfte (wenn man sich im Netz anschaut, wie lange momentan selbst Teslas trotz „sehr guten“ Preises stehen).
Herbert G.
19.01.2024 um 20:20
Wenn die Reichweite für die Rückfahrt nicht ausreicht, dann wird - ein Benziner händisch an der Zapfsäule im Beisein des Fahrers getankt, - ein Elektroauto während einer Pause an der Ladesäule geladen (z.B. während des Essens). Als Hamburger Bürgermeister muss man das nicht wissen.
Jensen
20.01.2024 um 07:39
Die Fahrten nach Berlin dürften dann wohl nicht mit Richtgeschwindigkeit stattfinden. Schade, dass der Bürgermeister nicht (weiter) mit gutem Beispiel vorangeht. Ein wenig Schulung für den Fahrer, ein wenig Information für den Bürgermeister hätte dazu führen können, dass man mit diesem Wagen sein Tagesgeschäft schaffen kann. Selbst mit einer echten Reichweite von bspw. nur 350 km im Winter sollte der Hamburger Bürgermeister seine gelegentlichen Fahrten von Hamburg nach Berlin meistern können. Da es in Berlin wohl um politische Termine gehen dürfte, hätte der Fahrer mehr als genug Gelegenheit sogar stets beheizt vor Ort zu laden. Und unterwegs soll es dafür auch Gelegenheiten geben. Da würde ein sehr kurzer Ladestopp alle Reichweitenängste final wegwischen. Selbst wenn es mit der Richtgeschwindigkeit einmal nicht klappen sollte.
Dennis
20.01.2024 um 08:28
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es etwas mit der miesen Bürokratie zusammenhängt sich eine Ladekarte zu organisieren, weshalb das Laden außerhalb von Hamburg nicht möglich sein wird, während ein Tankvorgang über eine DKV Karte realisiert wird. Zumindest kann ich mir so eine Lappalie vorstellen. Der öffentliche Dienst ist halt in punkto Fortschritt nicht gerade ein Musterschüler…
Markus
29.01.2024 um 18:33
Via DKV geht’s wohl. Bekommen wir bald. Aber ja, wenn nur via Kreditkarte oder Bankeinzug bezahlt werden kann, das ist blöd. Gruß an EnBW…
Eride
22.01.2024 um 08:31
Vermutlich wird es sowas in der Art sein
ERide
22.01.2024 um 08:15
Vermutlich wirds sowas in der Art sein
Sepp Mayr
21.01.2024 um 08:49
Traurig solche Politiker, da muss man sich nicht wundern wenn es technisch in Deutschland abwärts geht, manch kleine Herausforderung muss eben überwunden werden.
Klik
22.01.2024 um 07:58
Der ist nicht ganz dicht
Markus Wolter
22.01.2024 um 08:15
Wenn man als Führungskraft an so einer Kleinigkeit scheitert, wie sieht das mit größeren Herausforderungen aus?
Rudi
22.01.2024 um 08:24
Die Zukunft machen die Phantasten und Visionäre, die eher zum Artzt gehen sollten, wie ein berühmter hamburger Politiker mal sagte. Der Politiker von Heute, lebt in der Gegenwart - und da ist keine Zeit für Experimente - schnell das das Geld raffen - muss ja für eine Dynastie reichen.
Spock
22.01.2024 um 08:27
Einfach nur peinlich, sehr sehr peinlich. Nun sehen sich die Verbrennerfahrer wieder einmal bestätigt. Hat niemand dem Bürgermeister mal die politischen Ziele, auch seiner Partei, genannt. Aber wenn man über den Dingen schwebt ist es natürlich o.k..
Thomas Wagner
22.01.2024 um 08:59
Ziemlich Panne was der Hamburger Bürgermeister hier abliefert :-( Ein Bürgermeister der so ein Problemchen, wie das Laden des Autos in Berlin nicht gemeistert bekommt , was kann man von dem bei der Problemlösung größerer und wichtigerer Probleme erwarten ? Ich befürchte - nicht viel !
Frank
22.01.2024 um 09:00
... auf jeden Fall riskiert er es nicht mit dem ICE zu fahren ;o) Start und Zielpunkt sind fußläufig zum jeweiligen Hauptbahnhof, Fahrzeit (im Idealfall ) unter 2 Stunden. So machen wir es als Hauptstadtpendler ohne Dienstwagen und vor allen Dingen ohne Chauffeur. Den Nerv in der jeweiligen Stadt und der 2 spurigen Autobahn dazwischen will sich keiner auf Dauer antun.
Rob
22.01.2024 um 11:01
Ich vermute die schaffen mit dem EQE nicht die einfache Strecke Hamburg-Berlin. Wenn ich bisher auf der BAB von Kolonnen unserer Minister oder Ministerpräsidenten überholt worden bin, waren die meisten mit Blaulicht und 160-180 km/h unterwegs inklusive Personenschutz. Wenn jetzt der EQE auch noch gepanzert ist dürfte die Reichweite im Winter auf der Autobahn deutlich unter 300 KM sein bei der Fahrweise. Verstehe aber, dass es besser klingt zu sagen es reicht nicht für hin und zurück als: "Weil wir nicht mit Richtgeschwindigkeit unterwegs sind sondern mit Blaulicht und 160-180 km/h, müssen wir zwischenladen beim hin und zurück fahren und das ist uns zu lästig".
Energisch Jo
22.01.2024 um 18:48
Oh Herrgott lass Hirn und Vorausschau regnen in die Dienststuben mancher Politiker!...und Ehrlichkeit! Der gute Mann hätte doch auch sagen können dass er absolut keinen Bock hat ein Vorbild zu sein, mit Richtgeschwindigkeit zu fahren und einen Fahrer anzustellen der willig ist den Wagen in maximal 15 (in Worten: Fünfzehn!) Sekunden an eine Wallbox anzustecken. Dann ist er schneller in der Wärmestube als auf der Tankstelle. Angeblich ist Deutschland besser elektrifiziert als Afghanistan...Aber: Will nicht auch Hamburg die PV-Pflicht am Dach von Neubauten wieder aufheben/aufweichen? Ich habe gar nicht gewusst dass der Hamburger Bürgermeister Sympathisant der Klimaleugner und Fossilbrüder ist, vielleicht sollte er seiner Bürgerschaft mal in einer Ansprache zur Lage der Stadt Hamburg das auch, ich wiederhole, ehrlich, sagen!So wird das nichts mehr mit dem ehemaligen Pionierland Deutschland. Derartige Politiker warten doch nur noch auf die berüchtigte biologische Lösung laut Einstein, bis dahin wollen die einfach nichts mehr ändern...Mein Gott, was schäme ich mich für solche Leute!
Pete
29.01.2024 um 14:54
Sorry, aber das ist mehr als lächerlich! Das hört sich doch sehr nach einer Ausrede an, warum auch immer. Man will wohl einfach wie bisher mit hohem Tempo durch die Gegend donnern, siehe auch den Kommentar von Rob. Ansonsten wäre das gar kein Problem.

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