Hamburg schreibt Betrieb von 2.500 neuen Ladepunkten aus

Die Hamburger Behörde für Wirtschaft und Innovation hat die Vergabe einer Konzession für den Betrieb von 2.500 Ladepunkten im öffentlichen Raum gestartet. Im Rahmen der öffentlichen Ausschreibung können sich private Betreiber auf eines von fünf Losen mit jeweils 500 Ladepunkten bewerben.

Bild: Daniel Bönnighausen

Der Aufbau der neuen Ladepunkte soll bis Mitte 2027 abgeschlossen sein, so die Behörde. In Folge müssen die Ladepunkte acht Jahre lang betrieben werden. „Damit bietet sich nun auch privaten Ladeinfrastrukturbetreibern eine verlässliche Basis für Investitionen in die Ladeinfrastruktur nicht nur auf Privatflächen, sondern auch im öffentlichen Raum“, so die Hansestadt.

Damit würde nicht nur die Zahl der öffentlichen Ladepunkte in Hamburg deutlich wachsen, sondern auch die Zahl der Betreiber. Zwar hatte die Hansestadt bereits zuvor das Ziel, im Rahmen von Partnerschaften private Unternehmen am Ladeinfrastruktur-Ausbau zu beteiligen. „Zur Sicherstellung einer adäquaten und grundlegenden Versorgung mit Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum“ war aber Stromnetz Hamburg ein zentraler Akteur und Betreiber von zuletzt rund 1.600 Ladepunkten. Ende 2023 wurde der Betrieb offiziell an die Hamburger Energiewerke Mobil GmbH (HEnW Mobil) übergeben, da es laut der neuen Strombinnenmarktrichtlinie der Europäischen Union Stromnetzbetreibern ab 2024 verboten ist, Ladesäulen zu besitzen und zu betreiben. Da sowohl Stromnetz Hamburg als auch HEnW Mobil 100-prozentige Töchter der Stadt sind, war es nur eine interne Verschiebung der Zuständigkeiten, um die EU-Vorgabe zu erfüllen.

Maximal ein Zuschlag pro Bewerber

Mit den fünf Losen à 500 Ladepunkte werden also weitere Betreiber eine nennenswerte Anzahl an Ladepunkten betreiben. Diese Ladepunkte werden sich im öffentlichen Raum befinden. Der Ausbau privat betriebener Ladepunkte im privaten Raum, also etwa an Supermärkten oder Tankstellen, ist davon nicht erfasst und kommt somit noch on top dazu.

Welche Kriterien für die Ausschreibung genau gelten, geht aus der Mitteilung der Hansestadt nicht genau hervor. Es ist etwa die Rede davon, dass sich die Betreiber auf „eines von fünf Losen“ bewerben können. Ob das wirklich nur die Bewerbung auf ein Los zulässt oder ein Betreiber den Zuschlag für maximal ein Los erhalten kann (oder auch mehrere), wird in der Mitteilung nicht erwähnt. In der europaweiten Ausschreibung wird klar, dass ein Bieter sich auf alle fünf Lose bewerben kann, aber maximal für eines den Zuschlag bekommt. Sprich: Es werden fünf verschiedene Betreiber sein.

Aus dem Geoportal der Stadt Hamburg geht hervor, dass die Lose nicht bestimmte Stadteile umfassen, sondern die Ladepunkte eines Loses über die gesamte Stadt verteilt sind. Es wird also nicht in einem Stadtteil ein lokales Monopol, sondern einen Wettbewerb geben.

Bewerbungen müssen bis zum 25. März eingereicht werden, konkret um 14 Uhr.

Übrigens: Zuletzt hatten auch Köln und Münster die Öffnung ihres Ladeinfrastruktur-Marktes für private Betreiber angekündigt. In Köln werden seit dem 1. Februar 2024 neben den Stadtwerken Köln auch Ladeinfrastruktur-Anbieter aus der Privatwirtschaft berücksichtigt, in Münster sollen bei der Ausschreibung für 112 Ladepunkte auch private Unternehmen zum Zug gekommen sein. Das Vergabeverfahren ist hier abgeschlossen, derzeit werden die Verträge ausgehandelt.

hamburg.de, ted.europa.eu (Ausschreibung), geoportal-hamburg.de (Karte mit den Flächen)

1 Kommentar

zu „Hamburg schreibt Betrieb von 2.500 neuen Ladepunkten aus“
Max
01.03.2024 um 14:29
Ob man sich mit fünf Anbietern eine Freude macht? Bei drei Anbietern gäbe es noch immer genug Auswahl, mit dem Potential auf geringere Preise durch rationelleren Aufbau und Management der Infrastruktur. Dazu hätte man nur die Passage ändern müssen, dass jeder Bieter sich auf alle fünf Lose bewerben, aber maximal zwei Lose (statt nur einem) gewinnen kann. Sollen die mal machen...

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