LIGHTstern zeigt E-Camper auf Basis des Ford E-Transit

Das 2021 gegründete deutsche Unternehmen LIGHTstern bringt seinen Elektro-Camper namens „Polaris“ auf Basis des Ford E-Transit in die Vermietung. Neben der Vermietung fertigt LIGHTstern auf Anfrage auch Ausbauten im Kundenauftrag.

ford e transit lightstern polaris wohnmobil camping 2024 01 min
Bild: LIGHTstern

Der LIGHTstern Polaris baut auf dem Ford E-Transit L2H2 auf und nutzt den bekannten Serien-Antriebsstrang. Das bedeutet in diesem Fall 135 kW Antriebsleistung und eine 68 kWh große Batterie (netto). Für den E-Transit gibt Ford eine WLTP-Reichweite von bi zu 316 Kilometern an, dabei handelt es sich aber um eine andere Karosserieversion. LIGHTstern nennt für seinen Camper-Umbau mit höherem Leergewicht aufgrund der Ausrüstung eine „realistische Sommerreichweite“ von 200 Kilometern bei Tempo 100 auf der Autobahn.

„Die aktuelle Reichweite von Elektrofahrzeugen im Nutzfahrzeugbereich liegt immer noch unter der eines Dieselfahrzeugs. Das ist unbestreitbar“, sagt LIGHTstern-Geschäftsführer Achim Trumpfheller. „Die vermeintlich unausweichliche Schlussfolgerung, dass ein Elektro-Kastenwagen deshalb kein Campervan sein kann, ist jedoch nicht zu Ende gedacht.“ Es sei keineswegs ein Naturgesetz, dass nur eine weite Reise eine gute Reise ist. Dennoch sei dies für viele Menschen immer noch der Ausgangspunkt ihrer Planung. „Es erscheint fehl am Platz, in Zeiten der Klimakatastrophe hauptsächlich darüber zu diskutieren, ob man sich vorstellen kann, weniger als 750 Kilometer am Tag zurückzulegen oder alle zwei bis drei Stunden eine Ladepause einzulegen“, wundert sich Trumpfheller. „Gerade im Urlaub gibt es doch Wichtigeres, als möglichst viel Zeit auf der Straße zu verbringen.“ Der E-Transit kann mit bis zu 115 kW geladen werden und ist so innerhalb von 35 Minuten von 15 auf 80 Prozent geladen.

Zum Ausbau gehören ein extrabreites Bett für bis zu drei Personen, eine Sitzbank über die gesamte Fahrzeugbreite plus Hocker, ein Esstisch und eine Trocken-Trenn-Toilette, die auch bei aufgebautem Bett nutzbar ist. Aber: Die Sitzbank ist mangels Sicherheitsgurten nicht während der Fahrt nutzbar, die drei Personen müssen sich vorne die Dreier-Sitzbank teilen. Und auch in dem Bett dürfte gelten: Drei Personen sind zwar möglich, für zwei ist es deutlich bequemer.

Die Schuko-Steckdose im Innenraum greift auf den Antriebsakku zu. Durch die Möglichkeit, auch Geräte mit einem Leistungsbedarf von bis zu 2,3 kW an der Energiequelle anzuschließen, ist der Polaris komplett gasfrei. Gekocht wird auf einem Induktionsfeld und auch die Standheizung arbeitet elektrisch.

An der Karosserie gibt es keine nennenswerten Änderungen, der LIGHTstern Polaris ist von außen nicht als Camper erkennbar, sondern wirkt wie ein gewöhnlicher E-Transit mit Seiten- und Heckscheibe. Um den besten Wohnkomfort zu gewährleisten, bevorzugt LIGHTstern nach eigenen Angaben einen individuellen Ausbau im Gegensatz zu herausnehmbaren Modulmöbeln. „Wenn Menschen einen Camper für ihren Urlaub mieten, interessieren sie sich nicht dafür, wie viele Säcke Rindenmulch oder Kinder theoretisch im Alltag transportiert werden könnten. Die Mieter möchten während ihrer Reise Komfort und Gemütlichkeit erleben“, erklärt Geschäftsführer Achim Trumpfheller.

Die Exemplare für die Vermietung sind komplett ausgestattet, inklusive der Küchenausstattung, Bettwäsche, der Trocken-Trenn-Toilette und auch Ladekarten für öffentliche Ladestationen. Laut Trumpfheller müssen die Mieter „nur ihre Kleidung und Lebensmittel mitbringen“.

LIGHTstern hat sich nach eigenen Angaben dem Trend des „Slow Travel“ berschrieben. „Viele Leute haben verlernt, einfach eine Weile ohne Plan an einem Ort zu sein. Stattdessen haken sie Sehenswürdigkeiten auf einer viel zu langen Liste ab und machen Fotos für Instagram, um andere Leute zu beeindrucken. Das wird weder dem Reiseland und dessen Bewohnern, noch ihnen selbst gerecht”, erklärt der LIGHTstern-Gründer weiter. „Wenn wir diesen ‚Freizeitstress‘ jedoch einmal hinterfragen, erkennen wir plötzlich, dass es nur wenig gibt, was gegen einen Elektro-Camper spricht, aber sehr viel dafür. Und das wollen wir den Menschen beweisen!“ Dafür hat das Unternehmen auch vorgefertigte „Elektro-Touren“ entwickelt, um es für Einsteiger leichter zu machen. Diese enthalten Tagesziele, an denen der Camper über Nacht aufgeladen werden kann.

Quelle: Info per E-Mail

15 Kommentare

zu „LIGHTstern zeigt E-Camper auf Basis des Ford E-Transit“
Mark Müller
01.03.2024 um 20:00
Mieten geht schon, kaufen sicher nicht. Ich kann nicht 80'000.- ausgeben und dann diese Einschränkungen haben. Super wäre ein Camper auf der Basis eines FCEV-Vans von Stellantis oder Renault. Bin überzeugt, dass das kommen wird.
Robert
26.03.2024 um 12:54
ich befürchte das wird nichts. nicht mitbekommen das shell seine Wasserstoffstankstellen in Großbritanien schon abgebnaut hat und auch in Kalifornien ihre Wasserstoffstankstellen abbauen da nicht rentabel. Falls es dich interresiert derzeitiger Wasserstoffpreis in den USA 30 Dollar pro kg ist nicht gerade billig, auch in Deutschland bei Augsburg soll eine Wasserstoffstankstelle abgebaut werden. Also es wird sehr schwierig mit dem tanken wenn das so weitergeht
Peter
08.03.2024 um 20:18
Ich bin überzeugt, dass die FCEVs nicht kommen werden, höchstens in Form von wenigen Alibifahrzeugen. Es wird sich bald zeigen, dass der Bedarf an Grünem Wasserstoff für sogenannte unverzichtbare Anwendungen (wo es keine alternative direkte Stromnutzung gibt) so hoch ist, dass für PKWs und Wohnmobile schlichtweg nichts übrig bleibt. Und bevor man mit Grauem Wasserstoff arbeitet, füllt man im Sinne des Klimas immer noch besser nach wie vor Diesel oder Benzin in den Tank.
Clemens Mueller
03.03.2024 um 08:59
In den Erklärungen von Herrn Trumpfheller steckt viel Wahrheit, leider auch unbequeme Wahrheit. Tatsächlich scheinen weit entfernte Ziele attraktiver, Reichweite unverzichtbar. Vielleicht ist es auch so - noch. Es muss erlaubt sein, das in Frage zu stellen. Und 200km bis zur nächsten Ladepause erscheint durchaus verkraftbar.Ich wünsche viel Erfolg mit den elektrischen Campern!
Philipp
04.03.2024 um 10:55
Ein Schuh wird draus, wenn man den Sprinter mit über 100kWh als Basis nimmt. Ich denke ein knapp doppelt so großer Akku ,macht mehr Spaß-
Wolfgang Lange
02.05.2024 um 10:11
...den gibt es auch bei Ford Transit bereits, ist aber absolut nicht erforderlich. Denn seit den 70er Jahren lege ich nach ca 200km immer ein Pause ein. Und bei den zukünftigen Akkus ist er in ca. 10Min Pinkelpause wieder gut aufgeladen. Ich warte hier auf den Kalifornischen Aptera, das effizenteste Auto der Welt. Reichweiten von 400km 25kw Akku und mit 100kw Akku 1600km. Mit Campingausrüstung.....
Gregor
03.03.2024 um 20:52
haha, lustig. Den YouTube Kanal hatte ich gefunden. Wünsche den Machern viel Glück. Ich steige erst mit dem eDucato ein. 110kWh, 2.7t Leergewicht passen für mich. 300km max. passen am Stück. Und mal ab und zu 10min Ladepause, reicht für meine Camper Strecken. Der Transit ist leider nur 68kWh...
Lobo
25.03.2024 um 16:04
Ich habe den eTransit L2H2 Kasten 185PS (neu) seit Juli 2023 und bin zufrieden (WLTP 317 km). Er ersetzt meine beiden V-PKW und V-WoMo, die ich vorher hatte. Langstrecke dauert länger, das stimmt (Bremen-München 13 Std statt nur 7 Std, ca. 3,7 Volladungen Akku). Aber da das ja selten vorkommt, ist dieser Nachteil ok. Das lokale Fahren macht tierisch Spaß. Mein Rekord war 302 km (mit 80 km/h Obergrenze, die ich immer einhalte; Flachland, 25°C außen im September, Akku 80% bis 2% Entladung). Die berechneten kWh/100 km ergaben sich bei diesem Rekord zu 17,6. Der echte Verbrauch über alles (der Winter ist seit dem Kauf im Juli momentan überrepräsentiert) liegt bei 23,25 kWh; ich habe ca. 13.700 km auf der Uhr. - Mein kombiniertes Bett/Sofa da drin wiegt ca. 30 kg (Selbstbau Fichte/Aluleiter/Komfortmatratze 20 cm dick); auf Fenster verzichte ich (Stealthgedanke). Lüftung genug vorhanden, denn an den Türen sieht man Tageslicht durchscheinen. Außerdem habe ich ProPowerOnBoard (Aufpreis 1.300) und kann - wie der Camper hier - mit Induktion kochen.
Gregor
26.03.2024 um 16:42
denkst du das man 700km wirklich in 7h schafft? Schon allein der Verkehr im Durchschnitt und Pausen zum Erholen sorgen mMn für 9h Fahrzeit.
Gregor
26.03.2024 um 11:19
freut mich zu hören. Viel Spaß damit weiterhin. :) Bremen München würden wir nie am Stück heizen, solange wollen wir gar nicht im Auto hocken.
Wolfgang Lange
02.05.2024 um 10:12
ganz genau
H.Dorsch
04.03.2024 um 07:24
Schade das kein PV Dach oder eine PV Pergola realisiert wurde... Welch ein Armutszeugniss für die Entwickler, gerade beim Campen läd man so simpel und kostenlos auf. Sono Motors hat das perfektioniert, aber ...
Gregor
10.03.2024 um 09:20
Im Gegensatz hat dieser Kommentator noch nicht mal einen Camper realisiert, der in die Vermietung geht. Was für ein Armutszeugnis... Jaja. labern kann man viel vom Sofa aus.
Elbert Vleeshhouwer
04.03.2024 um 08:07
Naja, ein „Camper“ ist das nicht. Allein mit der normalen Verglasung schon erhebliche Nachteile gegenüber einem verblechten, vernüntig isoliertem Kastenwagen der als richtigen „Travelvan“ ausgerüstet wird. Was mache ich, wenn es kälter wird und die Elektroheizung fast dauerhaft läuft? Reichweite? Unglücklicher Versuch.
Wolfgang Lange
02.05.2024 um 10:16
....tja, das Fz ist von innen mit Schafswolle ausgekleidet und die Fenster lassen sich bei bedarf mit Vorhängen abdecken.... Es ist auch im Alltag bis 3 Pers gut nutzbar.

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