E-Bootsbauer Candela wirbt 25 Millionen Euro frisches Kapital ein

Der schwedische Elektroboot-Hersteller Candela hat seine bisher größte Finanzierungsrunde abgeschlossen. Sie umfasst Investitionen in Höhe von 24,5 Millionen Euro. Mit dem zusätzlichen Kapital will Candela die Produktion seiner Elektro-Fähre P-12 ausbauen.

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Bild: Candela

An der neuen Finanzierungsrunde beteiligten sich die Groupe Beneteau sowie die Bestandsinvestoren EQT Ventures, Ocean Zero und Kan Dela. Allerdings schlüsselt Candela nicht auf, wie sich die 24,5 Millionen Euro Neukapital auf die Geldgeber verteilen. Die Schweden betonen dafür, dass durch die neue Finanzierungsrunde die Gesamtinvestitionen seit der Gründung von Candela auf über 70 Millionen Euro angewachsen sind. Mit dem zusätzlichen Kapital will das Unternehmen vor allem die Produktion seiner Elektro-Fähre P-12 erweitern.

Im November hatte der Elektroboot-Hersteller in Stockholm bereits mit der Serienproduktion der Fähre („P-12 Shuttle“) begonnen. Das vollelektrische Tragflächenboot wird in drei Varianten angeboten. Bei dem Modell handelt es sich im Kern um eine vergrößerte Version des 2022 vorgestellten Candela P-12. Während die kleinere P-12 als eine Art Wassertaxi „on demand“ eingesetzt werden soll, ist das P-12 Shuttle als Teil des öffentlichen Nahverkehrs konstruiert und für den Dienst im Linienverkehr vorgesehen.

Mit dem Modell werde ein neues Kapitel in der Schifffahrt aufgeschlagen, denn es sei die erste schnelle Elektro-Fähre mit großer Reichweite auf dem Markt, betont der Hersteller. Ihre Tragflügel-Technologie soll die Emissionen während der gesamten Lebensdauer um 97,5 % im Vergleich zu Dieselschiffen senken und den Betreibern gleichzeitig eine Halbierung der Kosten ermöglichen. Und: Wie Candela bei der Vorstellung vergangenen Sommer vorrechnete, soll mit der E-Fähre beispielsweise die Fahrzeit zwischen der Stockholmer Innenstadt und dem Vorort Ekerö von 55 auf 25 Minuten verkürzt werden. Was vor allem für Pendler attraktiv sein soll, da die Fahrzeit kürzer als mit dem Auto oder der U-Bahn ist. Reale Tests fanden exakt auf dieser Wasserroute auch statt. Da das Tragflügelboot keine Welle erzeugt, erteilte Stockholm für das Candela-Boot eine Ausnahmegenehmigung, sodass das P-12 Shuttle schneller als 12 Knoten fahren durfte. Noch dieses Jahr soll das Boot in einem Piloten offiziell in das öffentliche Verkehrsnetz Stockholms integriert werden.

„Wir freuen uns sehr, Groupe Beneteau an Bord zu haben. Als weltweit führendes Bootsunternehmen ist ihr Vertrauen ein Gütesiegel für unsere Technologie, die den Transport auf dem Wasser verändern wird. Wir sind gespannt auf die Möglichkeiten, die vor uns liegen“, äußert Gustav Hasselskog, Gründer und CEO von Candela, mit Blick auf den neuen Geldgeber. „Wir haben Jahre damit verbracht, die technologische Reife zu entwickeln, und jetzt sind wir bereit für die Skalierung auf kommerzielle Schiffe. Wie in jeder Branche wird das Unternehmen, das am schnellsten wächst, den Markt beherrschen.“

Bruno Thivoyon, CEO von Neuinvestor Groupe Beneteau, äußert: „Unsere Investition passt perfekt zu den Zielen der Groupe Beneteau im Hinblick auf den ökologischen Wandel und die Entwicklung innovativer Lösungen für einen nachhaltigeren Bootsverkehr und unvergleichliche Erlebnisse. Die Technologie von Candela, die deutlich effizientere Elektroboote ermöglicht, wird den Transport auf dem Wasser in die nächste Phase der Nachhaltigkeit führen.“ Die Groupe Beneteau gilt als einer der weltweit größten Bootshersteller mit einem Umsatz von 1,46 Milliarden Euro, 15 Fabriken, neun Marken und mehr als 8.000 jährlich gebauten Yachten.

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