Geländeverkauf: Britishvolts Vision eines Zellenwerks wohl final gescheitert

Die Pläne für eine Batteriezellenfabrik in Blyth in der nordenglischen Grafschaft Northumberland stehen vor dem endgültigen Aus. Laut Medienberichten soll der vorgesehene Standort an ein Unternehmen verkauft werden, das dort den Bau eines großen Rechenzentrums anstrebt.

Um den Standort in Blyth hat sich seit Monaten eine Hängepartie entwickelt. Nachdem das Batterie-Startup Britishvolt Anfang 2023 Insolvenz anmelden musste und es in der Folge reichlich Wirbel um den neuen Britishvolt-Eigentümer Recharge Industries gab, will das Northumberland County Council den für die Batteriefabrik vorgesehenen Standort nun offenbar an die Firma Blackstone verkaufen. Das berichten mehrere große britische Medienhäuser. Das Unternehmen plane vor Ort den Bau eines großen Rechenzentrums, heißt es. Damit wäre die Vision einer Batteriezellenfabrik in der Nähe der Hafenstadt nach mehr als drei Jahren endgültig gescheitert.

Britishvolt wollte in Blyth mit seinem Batteriewerk bis zu 3.000 Arbeitsplätze schaffen. Doch Berichte über eine schwierige Finanzlage bei Britishvolt hielten sich bereits 2022 hartnäckig, ehe das Unternehmen Anfang 2023 tatsächlich Insolvenz anmelden musste. Nach wenigen Wochen übernahm das US-australische Unternehmen Recharge Industries das insolvente britische Batterie-Startup.Doch Schwierigkeiten bei der Rettung des Unternehmens und dessen geplanter Zellfabrik zeichneten sich bereits im August 2023 ab.

Die BBC berichtete damals unter Berufung auf Unterlagen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY, dass Recharge Industries die bereits am 5. April 2023 fällige letzte Rate der Gesamtzahlung von 8,57 Millionen Pfund nicht geleistet habe. Ein Bericht der „FT“ legte später nahe, dass auch Ende 2023 Millionen-Gelder noch nicht geflossen waren. Außerdem gab es im November hinweise, dass Recharge Industries selbst von einer Insolvenz bedroht sein könnte.

Für die eMobility-Pläne der britischen Regierung ist das wahrscheinliche Ende des Projekts ein herber Rückschlag. Ohne die Zellenfabrik in Blyth bleiben derzeit nur die Pläne des chinesischen Unternehmens Envision AESC, eine große Batteriefabrik neben dem Nissan-Werk in Sunderland zu bauen.

bbc.com, theguardian.com, bnnbloomberg.ca

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