Tesla verliert langjährigen Nordamerika-Vertriebschef Troy Jones

Troy Jones, der Vertriebsleiter von Tesla in Nordamerika, hat den E-Autohersteller Berichten zufolge verlassen. Sein Ausscheiden aus dem Unternehmen folgt auf die Entlassung von Omead Afshar, bis dahin Leiter des Nordamerika- und Europageschäfts.

Die rückläufigen Verkaufszahlen haben bei Tesla augenscheinlich auf einigen hochrangigen Positionen personelle Konsequenzen. Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, betrifft das nun auch Troy Jones, den langjährigen Vertriebsleiter von Tesla in Nordamerika. Troy habe das Unternehmen nach 15 Jahren verlassen, heißt es unter Berufung auf gut informierte Quellen. In den letzten etwa fünf Jahren galt er als Leiter von Teslas Vertriebsaktivitäten in den USA. Ob er selbst seinen Hut genommen hat oder entlassen wurde, geht aus dem Bericht nicht hervor. Auf dem Portal Linkedin führt Jones weiterhin seine bisherige Position bei Tesla auf.

Jones‘ Abgang folgt auf die Entlassung von Omead Afshar, einen erst vor einigen Monaten zum Leiter für das Tesla-Geschäft in Europa und USA beförderten, langjährigen Vertrauten von CEO Elon Musk. Offenbar will das Management im Sales-Bereich also einen Neustart hinlegen. Der Druck ist immens: Vor allem in Europa ist die Nachfrage stark eingebrochen: Seit Jahresanfang um 45 Prozent, wobei es seit Mai ganz leichte Erholungstendenzen gibt. Branchenbeobachter führen die Schwäche des Elektroauto-Pioniers auf die alternde Modellpalette, die zunehmende chinesische Konkurrenz und die rechtslastigen politischen Aktivitäten von CEO Elon Musk zurück.

Bei Tesla gab es schon jeher eine höhere Personalfluktuation, auch im Top-Management. Der letzte große Abgang war im Sommer 2023 der langjährige Finanzvorstand Zach Kirkhorn. Für Schlagzeilen gesorgt hat auch die Suspendierung des gesamten Supercharger-Teams von Rebecca Tinucci im Frühjahr 2024 – Tinucci arbeitet inzwischen für Uber. Auch Jenna Ferrua, Teslas Personalleiterin für Nordamerika, hat das Unternehmen kürzlich verlassen.

Tesla selbst äußert sich zu seinen Personalien und Hierarchien so gut wie nie. Nach außen wird Tesla nur von drei Führungskräften vertreten: Neben Musk selbst als CEO sind das der Finanzvorstand Vaibhav Taneja und Tom Zhu, Senior Vice President für den Automobilbereich. Zhu, der lange Zeit als interner Hoffnungsträger galt, ist laut einem früheren Bericht des Wall Street Journal Anfang 2024 nach China zurückgekehrt und füllt seine Rolle von dort aus. Der inzwischen entlassene Omead Afshar sollte daraufhin wohl einige Aufgaben, die vorher bei Zhu gelegen haben, in seiner neuen Doppelrolle in Nordamerika und Europa übernommen haben. Er habe direkt an Elon Musk berichtet, heißt es. Nach seinem Abgang soll Musk inzwischen die direkte Verantwortung für die Tesla-Verkäufe in diesen Märkten übernommen haben.

wsj.com (Paywall) via electrek.co

6 Kommentare

zu „Tesla verliert langjährigen Nordamerika-Vertriebschef Troy Jones“
David
17.07.2025 um 19:26
Alle sind schuld. Außer dem Schuldigen.
Wilhelm
18.07.2025 um 08:32
Elon ist doch selbst sehr erfolgreich im Vertreiben der Kunden. Wozu braucht er da einen Vertriebsleiter :)
Chris
18.07.2025 um 09:52
Bin ehemaliger Tesla Fahrer. Wenn Elon weg ist würde ich wieder einen Tesla kaufen. Sonst nicht.
Frank
18.07.2025 um 11:47
Hier scheinen einige irritiert zu sein, dass in der Wirtschaft Befähigung, Begabung und Leistung für den Job eine Rolle spielen und nicht Gesinnung und/oder Herkunft. Wahrscheinlich im öffentlichen Dienst mit s.g. QSQ- Programmen (Quote statt Qualifikation) ins Amt diffundiert. Ich hoffe nur, das diese "Gutmenschen" ihren moralischen Kompass über die gesamte Produktpalette des Lebens aufrecht erhalten. Wenn Ja, dann meinen Respekt. Die Auswahl an Artikeln ist dann aber sehr stark eingeschränkt. Aber ich kann die Reaktionen verstehen, wenn ein Herr Musk alles unproduktive aus dem Staatsapparat entfernt, müssen viele hier ihn als natürlichen Feind betrachten. Ja, ich fahre VW mit dem späteren Wissen, das mit Zwangsarbeit in China auch schonmal gute Geschäfte gemacht worden sind. Ich bin keiner von diesen "Gutmenschen".
SHausSTA
18.07.2025 um 13:28
Naja, es wäre der Idealzustand in einem Unternehmen, wenn allein Qualifikation und Engagement zum beruflichen Erfolg führen würden. In der Realität entscheiden oft auch der „Nasenfaktor“ oder irgendwelche Befindlichkeiten von Betriebsräten. Bei Tesla kann man nur spekulieren, vielleicht finden es manche Mitarbeiter inzwischen nicht mehr cool, für Elon zu arbeiten.
Frank
18.07.2025 um 15:16
Da sind mir die amerikanischen Managementmethoden deutlich mehr an der Wirklichkeit. Negativbeispiel Hierzulande: Mehdorn hat bereits bei der Bahn, Air Berlin und Flughafen BB Ziele nicht erreicht und wurde meist mit millionenschwere Abfindungen vom Leid erlöst. Das geht nur wenn die öffentliche Hand involviert sind. Da wird (siehe Bahn) selbst da Bonis ausbezahlt, wo Ziele nicht erreicht bzw. der Zustand sich noch verschlechtert. Für die jeweilige Belegschaft ist das kein gutes Signal. Eher ein Motivationskiller.

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