Tesla-Akkus von Panasonic halten wohl deutlich länger als von LG

Die EV Clinic, eine Spezialwerkstatt für E-Autos, hat deutliche Qualitätsunterschiede zwischen verschiedenen Tesla-Batterielieferanten dokumentiert. Demnach halten NCA-Akkus aus der US-Produktion von Panasonic deutlich länger als die NCM811-Akkupakete von LG aus chinesischer Produktion.

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Bild: EV Clinic

Bei der EV Clinic handelt es sich um eine hochangesehene Spezialwerkstatt für Elektroautos aus Kroatien, die auch einen Standort in Berlin zusammen mit einem Franchise-Partner unterhält. EV Clinic hat nun die Qualität verschiedener in Tesla-Fahrzeugen verbauten Batteriepakete miteinander verglichen – und kommt zu dem Schluss, dass es erhebliche Unterschiede gibt.

So schreibt EV Clinic auf X, dass nichts dran sei um den Hype um Batteriesysteme „Made in China“, die angeblich die „besten“ der Branche seien. Vielmehr sei das Gegenteil der Fall, zumindest wenn man die im Tesla Model 3 und Model Y verbauten Akkupacks vergleicht. Dabei geht es aber nicht um den Vergleich sämtlicher Hersteller, sondern den Unterschied von NCM811-Batteriepacks hergestellt von LG Energy Solution im chinesischen Nanjing für das Tesla Model 3/Y, im Vergleich zu den NCA-Packs von Panasonic „Made in USA“.

Dabei weisen die LG-Akkupacks im Vergleich zu den Panasonic-Packs extrem hohe Ausfallraten und eine deutlich kürzere Lebensdauer auf: Laut den Erfahrungswerten der EV Clinic halten die LG-Akkus nur 250.000 Kilometer, während die Panasonic-Akkus für 400.000 Kilometer taugen.

Konkret berichtet EV Clinic, dass in über 90 Prozent der Fälle, bei der Kunden Hilfe von der Werkstatt benötigten, eine Reparatur auf Zellebene bei LG-Batterien nicht möglich ist. Die Zelldegradation innerhalb der betroffenen Module gehe weit über das hinaus, was wiederhergestellt werden könne, so EV Clinic. Das Problem SEI selten eine einzelne defekte Zelle – die meisten defekten Module enthielten mehrere Zellen mit extrem hohem Innenwiderstand. Doch selbst wenn EV Clinic defekte Zellen durch gebrauchte, passende Spenderzellen ersetzen konnten, so fielen die verbleibenden geschwächten Zellen oft kaskadenartig aus. Heißt: Die Reparatur dieser Batterien ist unwirtschaftlich.

„Die Zellen sind, gelinde gesagt, katastrophal“, so EV Clinic daher über die beanstandeten LG-Zellen. Dagegen trete bei Panasonic meist nur ein Ausfall einer einzelnen Zelle bei 250.000 km auf, der reparabel ist, während bei LG dann bereits mehrere Zellen ausfallen.

x.com, golem.de

15 Kommentare

zu „Tesla-Akkus von Panasonic halten wohl deutlich länger als von LG“
Ebikethoemmel
08.12.2025 um 19:17
Dieselbe Erfahrung durfte ich im kleinen Massstab beim Retrofit einer Ebikebatterie machen. Die eingesetzten Panasoniczellen halten per heute schon doppelt so lange durch wie einst das Original aus PRC.
Kaka
09.12.2025 um 05:58
LG beliefert auch viele andere Hersteller! Schlecht für LG
mWF
09.12.2025 um 08:00
Da haben wohl alle in meinem Netzwerk und viele auf den Foren bisher sehr viel Glück mit LGs gehabt. Nach über 100000km immer noch 96%.
David W
09.12.2025 um 09:43
Cool das solche Infos einmal an die Öffentlichkeit kommen. Es hat sich ja die These etabliert das die Chinesen über alle erhabene Batterien fertigen, ist ja vielleicht doch nicht ganz so...
Helmut
09.12.2025 um 11:11
LG ist ein koreanisches Unternehmen mit Ableger in China. CATL ist der grösste chinesische Batteriehersteller und bislang scheint es auch, dass die Qualität bei CATL stimmt. Jedes Jahr gibt es kleinere und grössere Anpassungen, weil die Technologie bei den Batterien rasend schnell vorwärts geht. Was heute so ist, ist morgen wieder ganz anders. Schlauer sind wir meistens eh im Nachhinein. Mercedes scheint aber auf die LG Batterien zu zählen und hat eine Milliarden teure Vereinbarung abgeschlossen. Ich gehe davon aus, dass die LG Gruppe ihre Lehren gezogen hat und ihre Hausaufgaben gemacht haben. Neues Spiel, neues Glück.
Dirk
09.12.2025 um 10:18
Wie bekomme ich heraus, welcher Hersteller in unserem Stallantis verbaut wurde? Google gibt keine eindeutige Auskunft.
Sven Buschbeck
09.12.2025 um 10:29
Naja der Typ zieht so einige falsche Schlüsse und gerade Panasonic macht hier bei uns deutlich mehr Probleme. Andere Studien zeigen LG vor Panasonic. Von daher sollte man die News nicht als Fakt verkaufen.
Dirk
09.12.2025 um 12:59
Fertigungschargen? Baujahre? Andere Zellchemie, wie u.g.?
Stephan
09.12.2025 um 11:13
Es handelt sich um zwei unterschiedliche Zellchemien (NCA und NCM). These: Vielleicht ist der große Unterschied in der Degradation auch darin begründet.
Dennis
09.12.2025 um 12:36
Das sehe ich auch so! Davon auszugehen, dass die chinesische Produktion schlechter sei als die amerikanische muss nicht unbedingt sein, es könnte durchaus an der Chemie liegen. Dies ist für mich auch die logischere Erklärung.
Peter Hackl
09.12.2025 um 15:03
Na bitte, da haben wir es, die Batterien halten nicht lange! So, könnten die Ewigkritiker schnell denken.Und im Detail geht es darum, dass die eine Batterie „nur“ 250.000km hält und die andere aber 400.000km. Beides sind beachtliche Zahlen. Wenn ich mir mein 10 Jahre altes Verbrenner-Auto ansehe, das jetzt 160.000km am Buckel hat, dann bezweifle ich, dass das noch mal 90.000km schafft.
Toni
09.12.2025 um 16:20
Gut, hier wird aber halt auch wieder eine individuelle Betrachtung verallgemeinert. Der alte Diesel-Benz meines Onkels hat jetzt auch über 380.000 km runter ohne je ernsthafte Probleme gehabt zu haben. Verschleiß klar aber das war es. Anzeichen, dass es bald zu Ende geht? - Negativ! Daraus schließe ich jetzt aber natürlich nicht, dass alle Verbrenner-Fahrzeuge diese Zahl als Maßstab erhalten sollten. In Teilen bin ich auch bei Ihnen, denn: Hand aufs Herz, wie viele Menschen fahren ein Auto 400.000 km? Oder sogar "nur" 250.000km? Ich glaube, ich habe diese Marke über all meine Autos nicht einmal geknackt... Im Endeffekt wird ein Ewig-Kritiker immer ein Argument gegen ein E-Auto finden. Die Gegenseite genauso. Muss jeder für sich entscheiden. Überzeugungsarbeit mit Worten zu leisten, ist bei diesem Thema einfach unglaublich schwer.
Peter
10.12.2025 um 10:27
Ein wichtiger Unterschied zwischen Verbrennungsmotor und Akku besteht darin, dass der Verbrennungsmotor im Wesentlich die Zustände "in Ordnung" und "kaputt kennt". Ein Akku bewegt sich aber fast vollständig im Zustand "teilweise degradiert" und auch wenn der Hersteller der Meinung ist, dass ein Akku mit 160tkm und 75% Restkapazität vollkommen in Ordnung und kein Garantiefall ist...die 25% Reichweite fehlen trotzdem. Und da Reichweite bei heute üblichen Akkugrößen häufiger ein Problem ist (Zweitwagen mal ausgenommen), sind x% weniger Reichweiten eben erst recht ein Problem. Mit einem neuen 80er Akku käme ich recht gut hin, wenn auch knapp. Mit 10% Degradation, was in den 3-4 Jahren zu erwarten ist, nicht mehr.
Rainer Tonscheidt
09.12.2025 um 21:38
Warum produzieren Nissan und Honda in England und nicht in Deutschland?
ThomasS
13.12.2025 um 02:36
Wieso wird die wilde Behauptung von Vanja überall direkt unkritisch übernommen? Ich habe so meine Zweifel an seiner pauschalen Feststellung:https://youtu.be/Q1RYJKwhnfw?si=SfXcM4KWpKscf0_q

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