Bolt kooperiert auch mit Stellantis für autonomes Fahren
Aktuell vergeht kaum eine Woche, in der keine neue Kooperation im Bereich autonomes Fahren bekanntgegeben wird. Meist geht es dabei um Robotaxi-Lösungen, also selbstfahrende Fahrzeuge, die per Ride-Hailing-App gerufen werden können. So wollen z.B. Uber und Momenta kommendes Jahr in München Robotaxis testen und der Uber-Rivale Lyft hat angekündigt, ab 2026 in ersten europäischen Märkten autonome Fahrzeuge von Baidu-Tochter Apollo Go auf seiner Plattform anzubieten.
Auch die estnische Mobilitätsplattform Bolt, die u.a. einen Ride-Hailing-Service in vielen Städten Europas anbietet und damit zum europäischen Uber-Rivalen geworden ist, will in sein Angebot künftig auch Robotaxis integrieren. Zu diesem Zweck hatte Bolt bereits Ende November eine Partnerschaft mit dem chinesischen Robotaxi-Spezialisten Pony.ai bekanntgegeben, um solche autonomen Fahrdienste in Europa anzubieten. Allerdings wurde bei dem Announcement vor knapp zwei Wochen noch kein Hersteller für die autonomen Fahrzeuge der Partnerschaft genannt.
Stellantis kooperiert bereits mit Pony.ai
Nun aber hat der Autohersteller Stellantis (u.a. Fiat, Opel, Peugeot) bekanntgegeben, mit Bolt beim autonomen Fahren auf Level 4 zu kooperieren. Da Stellantis im Oktober ebenfalls eine Partnerschaft mit Pony.ai für Robotaxis in Europa bekanntgegeben hatte, dürfte es wahrscheinlich sein, dass hier ein Dreierbündnis zwischen Bolt, Pony.ai und Stellantis für den europäischen Markt entsteht. Bestätigt ist das aber noch nicht.
In jedem Fall sollen im Rahmen der Zusammenarbeit die AV-Ready-Plattformen von Stellantis – insbesondere für den mittelgroßen eK0-Van und die STLA Small Plattform – mit Bolts umfangreichem Mobilitätsnetz kombiniert werden, das Fahrdienste in mehr als 50 Ländern anbietet, darunter 23 EU-Mitgliedstaaten. Und genau in besagte AV-Ready-Plattformen will Stellantis laut der Bekanntgabe im Oktober auch die autonome Fahrtechnik von Pony.ai integrieren.
Stellantis-CEO Antonio Filosa sagte: „Unsere AV-Ready-Plattformen sind auf maximale Flexibilität ausgelegt, damit wir unseren europäischen Kundinnen und Kunden das bestmögliche Erlebnis bieten können. Autonome Flotten können zudem zu einem geringeren CO₂-Fußabdruck beitragen, indem sie eine optimierte Shared Mobility ermöglichen und so Staus und Emissionen reduzieren. Die Zusammenarbeit mit Bolt soll diese Vision näher an die Realität bringen, indem wir unsere technische Expertise mit ihrer operativen Reichweite verbinden, in der Hoffnung, fahrerlose Mobilität zu einem Bestandteil des europäischen Alltags zu machen, dem die Menschen vertrauen.“
100.000 autonome Fahrzeuge bis 2035
Bolts Vision ist es, bis zum Jahr 2035 rund 100.000 autonome Fahrzeuge auf seiner Plattform verfügbar zu haben. Und dabei sollen Fahrzeuge von Stellantis eine große Rolle spielen. Beide Firmen planen, 2026 mit dem Einsatz von Testfahrzeugen in Europa zu beginnen. Später sollen größere Pilotflotten folgen. Beide Partner planen, das Thema ab dem Jahr 2029 industriell zu skalieren.
Markus Villig, Gründer und CEO von Bolt, sagt: „Diese Partnerschaft bringt zwei Unternehmen zusammen, die die spezifischen Dynamiken des Geschäfts in Europa verstehen. Durch die Kombination von AV-Ready-Plattformen von Stellantis und unserer operativen Expertise planen wir, im Einklang mit europäischen Standards das beste autonome Fahrzeugangebot zu schaffen, das auf europäische Bedürfnisse zugeschnitten ist und das Millionen von Menschen nutzen können.“





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