Brandgefahr: VW ruft in den USA gut 300 Exemplare des ID.4 zurück

Volkswagen warnt in den USA vor erhöhter Brandgefahr bei einigen Einheiten seines Elektro-SUV ID.4. Von dem Rückruf betroffen sind 311 Fahrzeuge der Modelljahrgänge 2023 und 2024. Als Defekt hat das Unternehmen falsch ausgerichtete Elektroden in einzelnen Batteriezellen identifiziert.

Volkswagen id4 usa min
Bild: Volkswagen

In den USA sind seit Anfang 2024 vereinzelt parkende bzw. ladende VW ID.4 in Brand geraten. Hersteller Volkswagen hat inzwischen einen Zusammenhang zwischen den Fällen rekonstruiert: Es handelt sich bei den Fahrzeugen um Einheiten, denen fehlerhafte Batterien eingebaut wurden. Wie die US-Behörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) mitteilt, liegt dem Defekt „eine Produktionsabweichung bei der Batterieherstellung“ zugrunde. So sollen in einigen Zellen die Elektroden „verrutscht“ sein. Zulieferer der Batterien für den ID.4 in den USA ist SK On.

Die Verantwortlichen können die fehlerhafte Produktion auf einen bestimmten Zeitraum eingrenzen, sodass das Problem auf 311 Fahrzeuge der Modelljahrgänge 2023 und 2024 limitiert sein soll. „Kunden könnten Reichweiten- oder Leistungsabfall bemerken, falls der Fehler vorhanden ist“, schreibt die NHTSA. Schriftlich benachrichtigt werden sollen alle Betroffenen Ende Januar. Anschließend soll der komplette Austausch betroffener Batterie-Zellmodule erfolgen. Bis dahin rät Volkswagen den Haltern, ihre Fahrzeuge nur im Freien zu parken, die Batterie auf maximal 80 Prozent zu laden und auf DC-Ladevorgänge zu verzichten.

Ausgangspunkt des Rückrufs waren vier Fahrzeugbrände Mitte Januar, Anfang Juli, Anfang Oktober und Anfang Dezember 2024 (ersterer in Illinois, zwei in Kalifornien, letzterer in Utah). In allen vier Fällen lokalisierten die Fachleute von VW und SK On die Ursache in der Hochvoltbatterie. Allerdings gelang es ihnen „aufgrund der unterschiedlichen Art der Ereignisse und des Zustands der Batterien“ zunächst nicht, den Defekt an sich zu identifizieren.

Es folgte ein weiterer Vorfall Mitte August in Colorado, bei dem Zellmodule mit verschobene Elektroden festgestellt wurden, woraufhin der Zulieferer Ende September 2025 eine sogenannte Tear-Down-Analyse der anderen beschädigten Zellmodule durchführte, „die den verschobenen Elektrodenzustand bestätigte“, wie die NHTSA schreibt. Auch CT-Bilder sprachen für das Analyseergebnis. Im November 2025 identifizierte SK On anschließend die spezifischen Module mit den verschobenen Elektroden, sodass Volkswagen nun den Rückruf einleiten kann.

auto-motor-und-sport.de, roadandtrack.com, nhtsa.gov

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