Neuer Chevrolet Bolt soll 2027 schon wieder auslaufen

Erst im November hat General Motors die Produktion des neuen Chevrolet Bolt eingeläutet. Nun wird bekannt, dass GM die Produktion des Stromers 2027 wieder beenden wird. Grund ist, dass der Konzern die Produktion von zwei Verbrenner-Modellen aus dem Ausland nach Kansas verlagern wird, wo derzeit der Chevrolet Bolt gebaut wird.

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Bild: General Motors

Ganz überraschend kommt der Schritt nicht: GM hatte schon zuvor erklärt, dass der Chevrolet Bolt des Modelljahrs 2027 nur in limitierter Auflage produziert wird. Dank eines Bloomberg-Artikels wissen wir nun, wann Schluss ist. Der Bolt wird demnach noch etwa 18 Monate im Werk in Kansas gefertigt. Dort ist er aktuell das einzige, vom Band laufende Modell. Auch gegenüber InsideEVs bestätigt GM die Pläne: „Als wir den Bolt im Oktober vorstellten, haben wir gesagt, dass es sich um ein Sondermodell handele, das wir aufgrund der starken Kundennachfrage nun wieder auflegen“, zitiert das Portal einen Chevrolet-Sprecher. „Wir sagten auch, dass er 2026 zusammen mit dem Chevrolet Equinox EV den Großteil des Elektrofahrzeugvolumens von Chevrolet ausmachen würde. Daran halten wir fest.“

Grund für die kurze Marktphase sollen einerseits die Belegungspläne der Werke sein. So will GM in Fairfax die nächste Generation des Buick Envision bauen, der derzeit in China gefertigt wird, ebenso soll der Chevrolet Equinox nach Kansas übersiedeln, der aktuell in Mexiko vom Band läuft. Beides sind Verbrenner. Zum anderen spekuliert InsideEVs, dass der neue Bolt schon bald mit der Regulatorik in Konflikt geraden könne und schreibt von „regulatorischen Änderungen, mit denen GM nicht schnell genug Schritt halten kann“. Präziser wird das Portal an dieser Stelle nicht.

Klar ist: Unter der Trump-Administration steht GM unter Druck. Die gestrichene US-Steuergutschrift für Elektroautos bremst die Inlandsnachfrage. Gleichzeitig sieht sich der Hersteller durch die hohen Zölle gezwungen, mehr Produktion aus dem Ausland in die USA zurückzuverlagern. Hinzukommt, dass die von Trump gelockerten Vorgaben für den Spritverbrauch von Autos den US-Herstellern wieder mehr Raum für den Bau von Verbrennern geben.

All das wird dem Chevy Bolt zum Verhängnis, den GM aufwendig neu aufgelegt hat. Ab diesem Monat wird der elektrische Kleinwagen erstmals wieder ausgeliefert. Doch die Rückkehr soll schleppend verlaufen: Die „Detroit Free Press“ berichtete jüngst, dass das Werk in Fairfax „im Einschichtbetrieb läuft, während 900 Mitarbeiter weiterhin auf unbestimmte Zeit freigestellt sind“. Die Produktion lief wie berichtet im November an.

Wie auf dem US-Markt üblich ist das Modell als Jahrgang 2027 zu den Händlern unterwegs, obwohl er in dieser Form schon 2026 in den Verkauf geht. Die wichtigsten Eckdaten zur zweiten Bolt-Generation hatte GM im Oktober bei einem Kunden-Event vorgestellt: Die Reichweite liegt mit 255 Meilen oder umgerechnet 410 Kilometern zwar nur knapp über dem Wert der ersten Generation, dafür soll die Schnellladeleistung auf 150 kW deutlich erhöht werden. Das liegt daran, dass der Bolt (und das ebenfalls eingestellte Schwestermodell Bolt EUV) nicht mehr Einzelgänger im GM-Portfolio sind, sondern sich die Technik mit dem Chevrolet Equinox EV teilen. Dazu zählt der 157 kW starke Motor und die 65 kWh große Batterie im Unterboden.

Und der Preis sinkt, da GM im neuen Modell auf robustere und günstigere LFP-Zellen in der Batterie setzt. Zum Marktstart wird der Bolt in der LT-Ausstattung mit dem „Comfort Package“ ab 29.990 US-Dollar angeboten, derzeit umgerechnet etwa 25.550 Euro. Später soll ein einfacher ausgestattetes 1LT-Modell für 28.995 Dollar folgen, aber auch die sportlichere RS-Version für 32.995 Dollar. Laut GM Authority wird die teuerste Variante das RS-Modell mit „Tech Package“ und Panoramadach für 35.685 Dollar.

Zudem stehen noch weitere aufpreispflichtige Features wie das teilautonome Fahrsystem „SuperCruise“ für über 3.000 Dollar zur Verfügung. In der Options-Liste findet sich aber auch der „GM PowerUp 2 NACS Charger“ für 899 Dollar – dabei handelt es sich aber nicht um die fahrzeugseitige NACS-Lademöglichkeit, sondern eine Wallbox mit NACS-Kabel. Alternativ kann auch die Vehicle-to-Home-fähige „PowerShift“-Wallbox von GM bestellt werden.

Als GM die erste Generation des Bolt im Jahr 2023 eingestellt hatte, sorgte das Auslaufen für Kritik, da mit dem Bolt und Bolt EUV zwei der beliebtesten und gleichzeitig erschwinglichsten Elektro-Modelle Nordamerikas wegfielen. Mit der zweiten Generation bietet GM vorübergehend wieder ein günstigeres E-Auto in den USA an – denn der Bolt wird auch um einiges erschwinglicher als der Technik-Bruder Equinox EV, der derzeit bei 35.100 Dollar startet.

techcrunch.com, insideevs.com

7 Kommentare

zu „Neuer Chevrolet Bolt soll 2027 schon wieder auslaufen“
TeeKay
24.01.2026 um 16:22
Tja schade, dass sie sich aus Europa zurückzogen. Mit 150 kW Ladung und dem Preis würde sich das Auto in Europa vermutlich bestens verkaufen - sag ich als Ampera-E Besitzer seit 2018. Selbst über den hohen Winterverbrauch durch ineffiziente Heiz-Kühl-Konstruktion kann man bei 150 kW Ladeleistung hinwegsehen.
erFahrer
26.01.2026 um 08:35
Gelebte Rückwärtsbewegung. Eine weichenstellende Entscheidung. Dies auch jetzt schon bekanntzugeben kann wohl kaum Naivität sein. Eher zeigt es den Druck aus dem WH den jetzigen Absatz auch noch zu belasten. GM hat international schon vor Jahrzehnten den Anschluss bei zivilen Kunden verloren. Ob auch hier der amerikanische Song. „This is the end“ passt?
René
26.01.2026 um 08:58
Die E-Mobilität ist eine künstlich erzeugte Blase, die viele Milliarden Euro an Steuergeldern verbrennt und uns viele Tausend Arbeitsplätze kostet. Wir brauchend dringend Technologieoffenheit. Trump sollte ein Vorbild für unsere Politiker sein.
Dixi K
27.01.2026 um 05:36
Wo ein Unsinn. lol
Energisch Joe
27.01.2026 um 03:07
Werte Interessierte, werter Troll Rene!Es geht hier im Artikel um die Firmenpolitik von Chevrolet im Trumpland halt wieder Verbrenner zu bauen. Verbrenner bauen im schrumpfenden Markt, na dann viel Glück! Und das mit immer mehr US-Bürgern bei immer mehr wegge-ICE-ten Migranten, die deutlich schlechter bezahlt sind. Na, dann noch vieeel mehr Glück, Toi, Toi, Toi für die Wettbewerbsfähigkeit der Inlandsfertigung. Ich bin jedenfalls froh das vom "Ausland" zu beobachten! ...und hoffe damit beim Thema geblieben zu sein, weil: Never feed the Trolls ;o))mit freundlichen Grüßen
Egon Kohler
26.01.2026 um 18:36
Sarkasmus u. dgl. bitte jeweils kennzeichnen - danke. Weil ernst gemeint kann ja nichts davon sein, oder?
Stefan
26.01.2026 um 14:34
Nein, die E-Mobilität ist eine absolut konkurrenzfähige Mobiliätsmöglichkeit, die von eingefleischten Petrolheads nicht gewollt wird! Die Strompreise werden künstlich hoch gehalten! Die Produktionskosten der E-Fahrzeuge werden künstlich hochgerechnet! Alles wird dafür getan um die E-Mobillät zu torpedieren. Ich will nicht giftige Abgase einatmen, werde aber dazu gezwungen! Warum denn?

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