Mobileye will Management von Robotaxi-Flotten übernehmen

Mobileye, Spezialist für autonome Fahrtechnologie aus Israel, hat angekündigt, eine eigene, vertikal integrierte Robotaxi-Sparte aufzubauen. Heißt: Mobileye will künftig nicht mehr nur Technik Robotaxis bereitstellen, sondern diese auch selbstständig inklusive Flottenmanagement, Fahrgastservices und Mobilitätsmanagement betreiben.

Mobileye robotaxi rendering
Visualisierung: Mobileye

Mobileye kann getrost als eines der Urgesteine für autonomes Fahren bezeichnet werden: Bereits 1999 in Jerusalem gegründet und 2014 an die Börse gegangen, wurde die Firma 2017 von Intel übernommen und schließlich von Intel 2022 wieder an die Börse gebracht. Zugleich hat sich das Unternehmen in all den Jahren einen Namen in der Branche gemacht als zuverlässiger Technologiepartner. So steckt die Mobileye-Technik zum Beispiel im vollautonomen ID. Buzz ID, den VW-Tochter Moia bald in den USA als Robotaxi auf die Uber-Plattform bringen will. Und auch Holon und Verne zählen zu den Kunden für autonome Robotaxi-Fahrlösungen.

Verstand sich Mobileye bislang aber nur als Technologielieferant, so soll sich die Rolle des Unternehmens nun wandeln: Bislang schon als Enabler für Robotaxis unterwegs, will Mobileye künftig solche fahrerlosen Ride-Hailing-Wagen auch selbst betreiben. Das bezeichnet Mobileye auch als vertikal integriertes Robotaxi-Geschäft. Dabei will Mobileye im Grunde die gesamte Wertschöpfungskette vom Fahrzeugdesign über die Sensoren und KI-Software bis hin zum Betrieb des Dienstes selbst kontrollieren. Mit einem vertikal integrierten Geschäftsmodell ist z.B. auch Ikea erfolgreich geworden, in dem es die gesamte Wertschöpfungskette vom Design der Möbel, deren Produktion und Logistik bis zum Verkauf in seinen eigenen Häusern kontrolliert.

Der neue Geschäftsbereich, der das Zulieferergeschäft für Autohersteller ergänzen soll, soll bereits 2027 in einer ersten US-amerikanischen Stadt starten, die Mobileye aber noch nicht nennen will. Dabei soll die eigene autonome Fahrtechnologie namens Mobileeye Drive mit der Mobilitätsplattform der Mobileye-Tochter Moovit kombiniert werden.

Die Robotaxi-Flotte in der US-Stadt soll zunächst rund 100 Fahrzeuge umfassen. Die Einführung erfolgt schrittweise über das Jahr verteilt und dient der Validierung des Betriebsmodells unter vollständig autonomen Bedingungen. Nach erfolgreichem Betrieb der ersten Flotte plant Mobileye dann eine deutliche Expansion und peilt in den folgenden fünf Jahren rund 17.000 Fahrzeuge an.

„Die Robotaxi-Revolution hat gerade erst begonnen, und ihr Potenzial, die Art und Weise, wie wir weltweit reisen, grundlegend zu verändern, wächst stetig“, sagte Prof. Amnon Shashua, Gründer und CEO von Mobileye. „Mit dem zunehmenden Interesse an autonomer Mobilität ist die Branche immer abhängiger von wenigen Technologieanbietern und Geschäftsmodellen geworden. Wir sind überzeugt, dass ein neuer Ansatz gefragt ist – ein Ansatz, der auf fundierter Expertise im Bereich autonomes Fahren, starken Industriepartnerschaften und bewährten Kompetenzen im gesamten Mobilitätsökosystem basiert.“

Um die vertikal integrierte Robotaxi-Plattform zu vervollständigen, arbeitet Mobileye mit Herstellern von Fahrzeugplattformen, Flottenbetreibern, Partnern für die Fahrzeugintegration und wichtigen Technologieanbietern zusammen. Das entstehende Ökosystem soll es Mobileye ermöglichen, autonome Fahrdienstleistungen unter einem einheitlichen Geschäftsbereich zu betreiben.

Die Initiative soll zugleich Moovits Strategie erweitern, Nutzern die Suche, Planung und Nutzung von Transportdienstleistungen in komplexen urbanen Umgebungen zu erleichtern. Moovits Mobilitätsplattform bedient über 1,7 Milliarden Nutzer in mehr als 3.500 Städten in 112 Ländern und 45 Sprachen.

mobileye.com

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