EnBW optimiert Ladenetz-Betrieb mit eigener Leitstelle

Die EnBW hat eine zentrale Leitstelle zur Überwachung ihres Schnellladenetzes eröffnet. Dadurch sollen die über 8.000 eigenen Schnellladepunkte vollumfänglich aus der EnBW-Zentrale heraus überwacht und der Betrieb weiter optimiert werden.

Enbw leitstelle
Bild: EnBW/Ulrich Deck

Zum Jahreswechsel 2024/2025 erreichte das Energieunternehmen die Marke von 6.000 eigenen HPC-Ladepunkten. Nur ein Jahr später umfasst das Ladenetz bereits 8.000 ultraschnelle Ladepunkte, womit die EnBW auch weiterhin das größte Schnellladenetz in Deutschland betreibt.

„Unser Hypernetz weist weniger weiße Flecken auf als das 5G-Netz der Telekom“, sagte Lars Jacobs, Chief Commercial Officer von EnBW mobility+, jüngst bei unserer Online-Konferenz electrive LIVE. Bereits jetzt würden 98 Prozent der Kunden innerhalb von 50 Kilometern einen Schnelllader von EnBW finden. Bis 2030 will das Energieunternehmen 20.000 Schnellladepunkte betreiben. Bis dahin soll es laut Jacobs „keinen weißen Fleck mehr geben“.

Mit dem Wachstum des Ladenetzes wird auch dessen Monitoring wichtiger. Denn E-Mobilisten sollen möglichst nicht an defekten Stationen stranden. „Für E-Autofahrer und E-Autofahrerinnen ist ein verlässliches Ladenetz entscheidend. Als Marktführer ist es deshalb unser Anspruch, neben dem größten auch das verlässlichste Ladenetz bieten zu können“, so Volker Rimpler, Chief Technical Officer für Elektromobilität bei der EnBW. Um dem gerecht zu werden, hat die EnBW eine neue zentrale Leitstelle in Karlsruhe eröffnet.

Mit der Umstellung auf eine zentrale Überwachung geht die EnBW eigenen Angaben zufolge „einen entscheidenden Schritt in Richtung Zukunftssicherheit ihrer Ladeinfrastruktur“. Während die Überwachung bisher dezentral organisiert war, soll die neue konsolidierte Leitstelle eine viel bessere Steuerung und Kontrolle ermöglichen. Dabei will der Energiekonzern von langjähriger Erfahrung mit Leitstellen in anderen Geschäftsfeldern wie der Erzeugung (Kraftwerksleitstellen) oder dem Stromnetzbetrieb (Netzleitstellen) profitieren. „Technologie, Prozesse und koordinierte Arbeitsabläufe konnten so zielgerichtet adaptiert werden“, teilt die EnBW zum Start der Leitstelle mit.

Durch die Zusammenführung aller Daten aus über 8.000 Schnellladepunkten auf einer Plattform sollen die Mitarbeiter Anomalien im Betriebsablauf nun für das gesamte Netzwerk in Echtzeit erkennen und analysieren können. Dies würde schnellere Entscheidungen erlauben und die Früherkennung von Mustern durch datenbasierte Analysen ermöglichen. Zu den häufigsten Problemursachen zählen laut EnBW unter anderem Mobilfunkstörungen und Software-basierte Betriebsprobleme. Viele Störfälle sollen so bereits durch das Leitstellenteam behoben werden können, noch bevor sie die Nutzer beeinträchtigen.

Auf Seiten der Hardware zählen laut EnBW technische Defekte, Verschleiß und „in geringerem Ausmaß auch Fälle von Vandalismus“ zu den häufigsten Ausfallursachen an Ladestationen. Auch hier soll die neue Leitstelle eine Prozessoptimierung ermöglichen und für Zeitersparnis bei der Wiederinstandsetzung sorgen. „So werden die deutschlandweit 20 Feldtechniker mithilfe moderner Planungs- und Auftragssysteme zielgerichtet und ohne Verzögerungen auf ihren Einsätzen koordiniert“, lässt die EnBW wissen.

Die neue Leitstelle soll in der Hochlaufphase zunächst während der Tarifarbeitszeiten mit bis zu vier Mitarbeitern besetzt werden. Die EnBW prüfe zudem die Möglichkeit einer Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch Partnerleitstellen im Konzern, die schon in diesem Modus operieren. „Die neue Leitstelle sorgt dafür, dass E-Autofahrer sich stets auf eine zuverlässige Ladeinfrastruktur verlassen können – egal, ob sie auf der Autobahn unterwegs sind, im Einzelhandel oder in der Stadt laden“, betont Volker Rimpler.

enbw.com

11 Kommentare

zu „EnBW optimiert Ladenetz-Betrieb mit eigener Leitstelle“
Matthias
10.12.2025 um 19:26
Immer daran denken: jede Zapfsäule gibt sofort Sprit heraus, egal ob man mit Rolls-Royce und Chauffeur vorfährt, mit einem rostigen Mofa, oder zu Fuß den Kanister für den Rasenmäher füllen will. Bezahlt wird erst später, oder auch gar nicht.Dagegen verschwenden Ladesäulen immer noch zusätzlich Zeit und Nerven mit kommerzieller Freischaltung bevor die erste Wattstunde herausgegeben wird. Das Gemurks mit App usw. ginge entspannter wenn die Ladung schon laufen würde.
Paul-Gerhard Fenzlein
11.12.2025 um 16:35
Das ist richtig! Und dennoch gibt es, oder besser es gebe mit den Batterietauschstationen, wie sie NIO bereits tausendfach in China und mit derzeit 62 Stationen in Europa hat, ein Modell, das so schnell und so, wenn ich sogar komfortabler ist, wie das tanken eines Verbrenners. Nach beinahe 50 Jahren mit verbrennen, sind meine Frau und ich, seit August 20,24 auf ein E-Auto der Firma NIO, den EL6, und laden teilweise an HPC-Ladesäulen und Auch an den in unserem Gebiet vorhandenen NIO Power Swap Stationen. Und das ist extrem komfortabel, man meldet sich entsprechend an, bekommt seine gewünschte Batterie, 75 kWh oder 100 kWh, reserviert und man erfährt, ob jemand, beim geplanten Batterietausch vor einem ist! Das ist toll! Darüber hinaus muss man nicht aussteigen, das System macht alles autonom, inklusive das einparken in die Station, den Batteriewechsel und das bezahlen über die NIO App. Und man bezahlt für den geladenen Strom nur 0,29 €/kWh. Zwei Batteriewechsel pro Monat sind kostenlos, danach kosten sie zehn Euro pro Wechsel!
Thomas Schütze
11.12.2025 um 00:31
Das stimmt so nicht. Es gibt genügend Benzin/Diesel Zapfsäulen die sehr wohl vorher per EC Karte freigeschaltet werden müssen. Weiterhin wenn Sie bei ENBW "AutoCharge" einrichten, dann stecken Sie das Farhrzeug einfach an und der Rest geht automatisch. Wer seinen Tesla am Teslasupercharger läd der hat die "Autocharge" Funktion seit kauf des Fahrzeuges.
Hellwig
10.12.2025 um 23:54
Sorry, Autocharge funktioniert bei mir recht gut und ist aktuell bei den meisten EnBW Säulen möglich. Benötige also keine App oder Karte. Ranfahren, anstecken, Auto abschließen, einkaufen oder Kaffeetrinken gehen. Natürlich ist eine einmalige vorherige Registrierung beim Anbieter notwendig.
ioniqKnechter
10.12.2025 um 23:17
Matthias, du fährst kein BEV u hast sehr viel Meinung. - Man kann ein Abo abschließen, den man nach Bedarf, monatlich kündigen kann. Mit dem Abo ist es möglich mit Autocharge so zu laden wie bei Tesla.-- Stecker einstecken u zum Einkaufen oder zur Biopause gehen. -- Nach einmaliger Einrichtung des Autocharge ist keine App, keine Ladekarte u kein Handy notwendig um das Laden zu starten. Und das zu Kosten unter 50 Cent bei Abnahme von 110 kWh/Monat. -- Damit kommt man bei einem Verbrauch von 16 kWh/100 km 680 km weit. Das sind im Monat bei 21 Arbeitstagen 16 km einfache Strecke. -- Wenn man nicht beim Arbeitgeber oder an der heimischen Wallbox Laden kann, sind das dann Gesamtkosten von 54,50€/Monat inkl Grundgebühr, oder 8 €/100 km. - - Bei einem Akku von 55 kWh der immer zwischen 10 u 80% geladen wird, muss dann 3x /Monat an die Ladesäule. Die meisten Menschen fahren öfter zum Einkaufen/Baumarkt im Monat.-- By the way-- für 8 € öffentlich Energie laden, bekommt man gerade mal 5 L Diesel.
E. Grand
11.12.2025 um 01:15
Gibt ein Mittel dagegen: Nicht dort laden, sond. nur Ladesäulen mit Girocard und < 50 ct/kWh. Siehe die kostenlose Ad-Hoc Map App.
Elisa
11.12.2025 um 09:08
Ich meide ENBW, da ich mit meinem ID3 selbst an den sog. HPCs nie mehr als max. 55 kW bekomme und viel länger stehe als bei der Konkurrenz, bei der es bis zu 100 kW geht. Und das hab ich schon mehrfach erlebt, obwohl ich da zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten immer ohne Nachbar geladen habe. An der Säule steht nur lapidar, dass die Ladeleistung am Fahrzeug liege - nein…
Karl-Heinz Oehling
11.12.2025 um 11:03
Deine max. 55kW an EnBW-Ladesäulen, hat nichts mit EnBW zu tun, sondern, dass der Akku deines ID.3 nicht ausreichend vorgewärmt ist. Das kenne ich nur zu gut als ich noch meinen ID.3 First Edition von 9/20 gefahren habe, denn der hatte keine Akkuvorwärmung, die über das Navi oder manuell steuerbar war. Wenn du z.B. eine CarScanner-App mit OBD-Dongle im ID.3 betreiben würdest, könntest Du das wunderbar sehen.
Elisa
11.12.2025 um 15:09
Danke für den Hinweis, aber daran kann es nicht liegen, da das Laden jeweils nach einer längeren Fahrt mit mindestens über 100 km erfolgte, sowohl im Sommer als auch im Winter und an anderen Ladesäulen dieses Phänomen nicht auftritt, weder bei EWE-Go, Aldi, noch sonstigen. Ich bleib dabei - EnBW nur mit viel Zeit und im äußersten Notfall.
erFahrer
11.12.2025 um 09:23
Na, man will wohl auf die Verfügbarkeit von TESLA aufschließen. Sehr gute Sache. Das übt auch Druck auf den übrigen Wettbewerb aus. Vielen Dank, damit verbessert es sich weiter. Wenn dazu noch eine Fernerkennung kommt die anzeigt wenn der Lader ausfällt wäre noch ein besseres Ladeerlebnis gegeben, liebe Leute von #Alpitronic.
Saskia
11.12.2025 um 11:36
Ich fände es gut, wenn die Leitstelle sofort einen Alarm bekommt, wenn jemand die Kabel abzusäbeln versucht. Am besten noch mit automatischer Weiterleitung an die nächstgelegene Polizeidienststelle. Ggf. in Kombination mit weiteren Maßnahmen wie "Tätermarkierung mittels Farbe".

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