China will Preisschlacht bei Elektroautos stoppen

Die staatliche Marktregulierungsbehörde Chinas hat einen Entwurf für Leitlinien zur Einhaltung von Preisvorschriften in der Automobilindustrie veröffentlicht und holt nun Stellungnahmen der Unternehmen dazu ein. Ziel ist es, den ruinösen Preiswettbewerb in der Branche einzudämmen, der schon einige kleinere Hersteller vom Markt gedrängt hat.

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Symbolbild
Bild: Leapmotor

Schon im Juni hatte sich die chinesische Regierung in eine von BYD ausgelöste Rabattschlacht bei Elektroautos eingemischt und die Chefs der größten E-Auto-Hersteller zu einem Treffen in Peking zitiert. Damals sollen Regierungsvertreter die CEOs aufgefordert haben, keine unangemessenen Preissenkungen anzubieten oder gar Autos unter dem Selbstkostenpreis zu verkaufen. Auch die Praxis der „Null-Kilometer-Autos“, bei denen Hersteller überschüssige Neuwagen an Finanzierungsunternehmen oder Gebrauchtwagenhändler verkaufen, war den Beamten ein Dorn im Auge.

Angesichts dieser Praktiken, die es gerade kleineren Herstellern schwer machen, im Wettbewerb zu bestehen, hat die Marktregulierungsbehörde (SAMR) nun einen Entwurf für Leitlinien zur Einhaltung von Preisvorschriften in der Automobilindustrie veröffentlicht. Betroffene Unternehmen können hierzu noch bis 22. Dezember eine Stellungnahme abgeben.

Konkret geht es darum, die Preisordnung im chinesischen Automobilmarkt zu stabilisieren, fairen zu Wettbewerb sichern und Verbraucher wie Unternehmen schützen. Dabei bezieht sich der Entwurf der Richtlinie auf die Preisgestaltung von Zulieferern, Automobilherstellern und Fahrzeughändlern bei Produktion und Neuwagenverkauf in China. Grundlage sind bestehende chinesische Preis-, Wettbewerbs- und Anti-Dumping-Vorschriften.

Konkret heißt es in dem Entwurf, das Preise kostenbasiert und marktorientiert festgelegt werden sollen, zugleich müssen Hersteller demnach die Preisautonomie der Händler respektieren. Bonus- und Rückvergütungssysteme müssen klar, transparent und vertraglich geregelt sein.

Regeln gegen Marktverdrängung und Monopolisierung

Verboten werden sollen u.a. Preisabsprachen zwischen Autoherstellern oder Zulieferern wie z. B. Festpreise oder eine einheitliche Preisformel. Weiter verboten werden soll die Unterbietung der Produktionskosten, wenn sie der Marktverdrängung oder Monopolisierung dient (inkl. verdeckter Formen wie Rabatte, Mehrlieferungen, Umgehung der Rechnungsstellung). Ebenfalls illegal wäre demnach die Preisdis­kriminierung gegenüber Händlern bei gleichen Geschäftsbedingungen. Zudem sollen Hersteller künftig kostenpflichtige digitale Funktionen deutlicher kommunizieren und z.B. klarer mitteilen, wie lange kostenlose Testzeiträume dauern. Weiterhin dürfen kostenpflichtige Funktionen nur dann den Kunden berechnet werden, wenn sie vorab eindeutig offengelegt wurden.

Auch für Händler und Vertrieb macht der Leitlinien-Entwurf klare Vorgaben. So müssen Preise klar und vollständig ausgezeichnet werden (inkl. Ausstattung, Optionen, Lieferzeit). Sie dürfen zudem keine falschen Referenzpreise wie einen angeblichen „Marktpreis“ nennen und auch keine Scheinschnäppchen oder Lockangebote ohne Verfügbarkeit anbieten. Unter Einstandspreis sollen die Händler ebenfalls nicht verkaufen. Auch der Online-Vertrieb soll dabei umfassenden Regeln unterliegen.

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg sollen sich erste große E-Auto-Hersteller wie BYD oder Xpeng bereits für den Entwurf der Regulierungsbehörde ausgesprochen und erklärt haben, dass sie die Einhaltung der Vorschriften verstärken und Preisbetrug oder unlauteren Wettbewerb strikt vermeiden werden.

automobilwoche.de, bloomberg.com, samr.gov.cn (Chinesisch)

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3 Kommentare

zu „China will Preisschlacht bei Elektroautos stoppen“
ID.alist
16.12.2025 um 10:13
"Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg sollen sich erste große E-Auto-Hersteller wie BYD oder Xpeng bereits für den Entwurf der Regulierungsbehörde ausgesprochen und erklärt haben, dass sie die Einhaltung der Vorschriften verstärken und Preisbetrug oder unlauteren Wettbewerb strikt vermeiden werden." Als ob Die eine andere Möglichkeit gehabt hätten. Man stelle sich vor BYD verliert die Lizenz E-Autos in China z verkaufen.
Paul-Gerhard Fenzlein
17.12.2025 um 08:24
Die chinesische Regierung, aber auch die Provinz Regierungen haben bereits Mitte Oktober massiv in den E-Auto Markt angegriffen, indem sie die Subventionen bei dem Verkauf eines alten "Verbrenner Autos" beim Neukauf eines NEVs, ohne Vorankündigung gestrichen haben. Ab 1. Januar 2026 wird auch der Zuschuss und Steuervergünstigungen bei Autokauf in Höhe von 300.000 AMB (ca. 3800 €) auf 150.000 RMB (ca. 1.600 €) halbiert. Beide Maßnahmen, die im Oktober und die angekündigte für das erste Halbjahr 2026, hatten und haben bereits jetzt massiven Einfluss auf die Neuzulassungen von NEVs Im November ist, über alle Hersteller hinweg um circa 35 % gesunken. Das chinesische Handelsministerium, will zusätzlich die Verkaufspreise stabilisieren und macht weitere Anforderungen in Richtung Technologie, besonders bei PHEVs. Das erste Halbjahr 2026 wird für alle Autobauer, ob mit Verbrennen, Hybriden, range, Extended oder reinen E-Autos eine Herausforderung. Diejenigen Hersteller, mit besonderen, technologischen Voraussetzungen werden im Vorteil sein. In diesem Zusammenhang muss man auch sehen, dass NIO mit seinen Power Swap Stationen große staatliche und private Zuschüsse bekommt, da diese Batteriewechselstationen für das chinesische Stromnetz und die regionalen Stromversorger von große Bedeutung sind.
John
18.12.2025 um 15:07
Ich hoffe die BEVs werden endlich günstiger. Einfach runter mit den Preisen, dann wird das schon was.

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