Chefwechsel bei Hyundai Motor Deutschland

Hyundai hat sich von Deutschland-Chef Ulrich Mechau getrennt. Sein Nachfolger steht bereits fest: Audi-Manager Andreas Zürnstein wird ab dem 1. Januar 2026 President & CEO von Hyundai Motor Deutschland und Genesis Motor Deutschland.

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Andreas Zürnstein (links), Ulrich Mechau (rechts)
Bilder: Hyundai / Montage: electrive

Zürnstein wird in seiner neuen Funktion das Deutschland-Geschäft von Hyundai Motor leiten, „wobei der Schwerpunkt auf der Förderung eines nachhaltigen Wachstums und der weiteren Stärkung der Marktposition liegt“, wie sein neuer Arbeitgeber mitteilt. Zusätzlich wird Zürnstein auch die Verantwortung als President & CEO für Genesis Motor Deutschland übernehmen.

Der neue Deutschland-Chef von Hyundai war zwar zuletzt als Senior Director Direct & Digital Sales bei der Audi AG in Deutschland tätig, gilt aber als international erfahrener Manager. Er hat schon in den USA, China, Indien und Kanada gearbeitet, auch für das China-Joint-Venture FAW-Volkswagen. Er verfüge über einen starken Hintergrund in den Bereichen Vertrieb, Mobilität und kommerzielle Transformation, so Hyundai.

„Andreas Zürnstein bringt eine starke Kombination aus internationaler Erfahrung, kommerzieller Expertise und einem Fokus auf kundenorientierte Entwicklung in das deutsche Geschäft ein“, sagt Xavier Martinet, President & CEO von Hyundai Motor Europe. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihm, während wir die Präsenz von Hyundai in Deutschland weiter ausbauen.“

Zürnsteins Vorgänger Ulrich Mechau dankt Martinet „für seinen Beitrag zum Unternehmen in den letzten sieben Jahren“. Mechau war viele Jahre bei BMW tätig, ist aber 2018 zu Hyundai gewechselt – zunächst zu Hyundai Motor Europe, seit Februar 2024 als CEO und Managing Direktor der Hyundai Motor Deutschland GmbH. Warum Mechau nach weniger als zwei Jahren auf dem Posten geht oder gehen muss, wird von Hyundai in der Mitteilung mit keinem Wort erwähnt. Noch vor wenigen Tagen hatte Mechau die Auslieferung des 10.000. Hyundai Insters an einen deutschen Kunden verkündet.

Das Portal „Kfz-Betrieb“ hatte schon einen Tag vor der offiziellen Bestätigung seitens Hyundai über Mechaus Abgang berichtet. „Im Handel hatte Mechau durchaus Kritiker“, schreibt der Autor des Artikels, Andreas Wehner, auf LinkedIn. „ Er sei ein ‚Konzernmensch‘, dem die Nähe zum Tagesgeschäft fehle, sagte mir mal ein Händler. Andere Partner äußern sich ähnlich.“

Klar ist: Unter Mechau hat Hyundai Deutschland zwar einen höheren Elektroauto-Anteil als der deutsche Gesamtmarkt erreicht, was durchaus ein Erfolg ist. Allerdings ist der Absatz der Koreaner hierzulande insgesamt rückläufig, im vergangenen Jahr hat Hyundai (zum ersten Mal seit 2015) weniger als 100.000 Autos in Deutschland verkauft.

Das muss nun Mechaus Nachfolger Zürnstein angehen. „Ich freue mich darauf, in dieser wichtigen Phase der Marktentwicklung die Funktion des President & CEO von Hyundai Motor Deutschland und Genesis Motor Deutschland zu übernehmen“, sagt Andreas Zürnstein. „Der Markt bietet viele Möglichkeiten, Kundenbeziehungen weiter zu stärken, kanalübergreifende Erlebnisse zu beschleunigen und mit unseren Teams und Partnern nachhaltiges Wachstum voranzutreiben – sowohl für die Marke Hyundai als auch für Genesis.“

hyundai.news, kfz-betrieb.vogel.de (Paywall), linkedin.com

3 Kommentare

zu „Chefwechsel bei Hyundai Motor Deutschland“
E. Wolf
18.12.2025 um 07:51
Na ja, dann hoffen wir mal, das V2H als zentrales Marketing zur Anwendung kommt. Es ist der Booster für die eMobilität bei PV Dacheignern.
erFahrer
19.12.2025 um 08:25
Gratulation und gutes Gelingen. Die Kommunikation B2C ist auf einem niedrigen Niveau. Das wird der Leistungsstarke der Fahrzeuge nicht gerecht. Diese sind auf einem Niveau dass die Identifikation mit der Marke wesentlich besser gehoben werden könnte. Doch in der Zentral hat man bis dato offensichtlich Kontaktängste mit Händlern und noch mehr mit Kunden. So wäre es klasse wenn der neue Chef höchstpersönlich erstmal viel Reisezeit einplant um seine Umsatzbringer kennenzulernen. Die Werbeagentur welche hier auf Social Media ihren Etat mit Filmchen und Prospekten von der Stange versenkt wird dem Spirit der Fahrzeuge nur wenig gerecht. Zeigt begeisterte Kunden (Fahren, Service) und veranstaltet mit Ihnen tolle Treffen bundesweit, anstelle das Geld in Fussballwerbung zu verlieren. Hyundai D. zeigt Euch, Ihr könnt Euch sehen lassen.
SebastianG
22.12.2025 um 06:35
Der jährliche Führungswechsel bei Genesis Deutschland ist kein Zufall, sondern Symptom. Ständig neue C-Level, ständig neue Strategien – statt dem Markt, den Kunden und dem Basisvertrieb zuzuhören. Das wirkt arrogant, abgehoben und weltfremd. Viele Koreanische Unternehmen sind genial, können viele mehr erreichen, Genesis ist ein gutes Beispiel international, aber Genesis gelingt das Können und Machbare nicht nach Deutschland zu transportieren. Warum kommt ein neuer C-Level nicht aus Paris? Oder wirklich von Bentely oder Jaguar? Eine Markenbotschafter:in? Ein Designer, eine Designerin, jemand aus Kunst, Mode oder Kultur – statt immer neue Automotive-Manager, geprägt von spießigen Markenauftritt eines "wir kaufen deine Auto Schumachers"? Genesis sollte sich "mehr Saab trauen". Durchaus schrullig wie bislang aber nicht langweilig, vorhersehbar. Alles Marketing, Kunst, Haut Culture, nicht bieder. Nicht hell. Nicht chromverliebt. Weniger Comic (GV60). Die Fahrzeuge sind sehr gut. Ich bin Kunde und könnte mir jedes Modell leisten – nur keine Langeweile. Deutschland ist grau, sportlich, technisch. Premium wird hier anders gelesen als in Korea, den USA oder dem Middle East. Es geht um Haltung, Spannung und Agilität – nicht um die Bevormundung durch die sogenannte „Schönheit des hellen Raums“. Das ist Marketing-Klonen und wirkt respektlos gegenüber europäischen Kunden, die Kunst leben und Diversität als Bereicherung empfinden. Was fehlt, ist offensichtlich: schwarzer Himmel statt heller Lounge weniger Chrom an den Fensterlinien mehr Schatten, mehr sichtbare Technik, mehr Spannung. Die drei aktuellen Designlinien unterscheiden sich viel zu wenig. Sie sind mutlos, kaum lesbar und emotional nicht codiert – insbesondere „Sport“ wirkt bieder und total gestrig. Das Ergebnis ist Belanglosigkeit am Markt. Premium wirkt rückwärtsgewandt, Sportlichkeit wie ein Adidas-Schuh der 90er. Der Auftrag ist simpel: Endlich eine klar erkennbare "Black Edition der Sport-Variante". Sichtbar anders. Unmissverständlich. Sofort umsetzbar. Alles andere bleibt korrekt - aber irrelevant. Last call before departure!

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