Stadtwerke Stuttgart senken Ladepreise – um bis zu 20 Cent

Die Stadtwerke Stuttgart (SWS) senken zum 1. Januar 2026 sämtliche Tarife für das AC- und DC-Laden. Dabei geht es nicht nur um eine geringfügige Anpassung aufgrund der sinkenden Netzentgelte. Durchschnittlich wird DC-Laden an den SWS-Ladepunkten somit um bis zu 20 Prozent günstiger.

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Symbolbild: Schnelllader der Stadtwerke Stuttgart ab Bahnhof Zuffenhausen
Bild: Stadtwerke Stuttgart

Beim Ad-hoc-Laden sowie beim Laden mit SWS-Ladekarte oder SWS-Lade-App an AC-Ladepunkten der Stadtwerke Stuttgart sinken die Preise von 55 Cent auf 49 Cent pro Kilowattstunde und an DC-Ladepunkten von 79 auf 59 Cent, wie die Stadtwerke mitteilen. Gerade an den schnellen Gleichstrom-Ladepunkten wird es zum Jahreswechsel also um 20 Cent pro Kilowattstunde günstiger.

Wer beim Hausstrom Ökostrom-Kunde der SWS ist, bekommt auch weiterhin einen Nachlass beim Ladestrom. Für diese Kundinnen und Kunden werden an AC-Ladern statt der bisherigen 49 nur noch 39 Cent pro Kilowattstunde fällig und an DC-Säulen 49 statt bisher 60 Cent.

Ad-hoc-LadenSWS-LadekarteSWS-Vorteilskunden-Tarif
AC bis 31.12.20250,55 €/kWh0,55 €/kWh0,49 €/kWh
AC ab 1.1.20260,49 €/kWh0,49 €/kWh0,39 €/kWh
AC-Blockiergebühr0,08 €/min ab 240min0,08 €/min ab 240min0,08 €/min ab 240min
DC bis 31.12.20250,79 €/kWh0,79 €/kWh0,60 €/kWh
DC ab 1.1.20260,59 €/kWh0,59 €/kWh0,49 €/kWh
DC-Blockiergebühr* 0,10/min ab 60min0,10/min ab 60min0,10/min ab 60min

*ab 1.1.2026

Bei den AC-Ladestationen gibt es keine Änderung an der Blockiergebühr, hier werden weiterhin nach 240 Minuten freier Standzeit (also vier Stunden) zusätzlich acht Cent pro Minute berechnet. Bei den DC-Ladestationen bleibt es zwar wie bisher bei zehn Cent Blockiergebühr, allerdings mit einer entscheidenden Änderung: Ab dem 1. Januar 2026 wird die Blockiergebühr (wie bei vielen anderen Anbietern) erst nach einer Stunde Ladezeit berechnet. Bisher sind bei den SWS nur 20 Minuten Ladezeit an DC-Ladern kostenfrei, schon ab der 21. Minute wurden die Zusatzgebühren berechnet – im Vorteilskunden-Tarif waren es bisher 30 Minuten und sind künftig ebenfalls 60 Minuten.

„Das neue Jahr startet mit einer guten Nachricht für alle E-Mobilisten, die die Ladeinfrastruktur der Stadtwerke Stuttgart nutzen. Mit günstigeren Tarifen und nachhaltiger Ökostromversorgung aller unserer Ladepunkte unterstützen wir die Landeshauptstadt auf dem Weg zur Klimaneutralität“, sagt Peter Drausnigg, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart. „Durch die langfristige und nachhaltige Beschaffungsstrategie beim Stromeinkauf können wir deutliche Preissenkungen an unsere Kundinnen und Kunden weitergeben.“

Die Stadtwerke Stuttgart wollen mit Blick auf das Klimaneutralitätsziel der Landeshauptstadt bis zum Jahr 2035 die Voraussetzungen für insgesamt 14.000 Ladepunkte in Stuttgart schaffen, darunter 2.000 DC-Schnellladepunkte. Aktuell sind 59 Schnelllader und 1723 Ladepunkte mit Wechselstrom (AC) in Betrieb.

Anfang November hatte die EnBW als größter deutscher Ladeanbieter angekündigt, die Preise zum 1. Dezember leicht zu senken – in zwei der drei Tarifstufen wurde das Laden um drei Cent pro Kilowattstunde günstiger, im Top-Tarif sank die monatliche Grundgebühr. Seitdem haben weitere Anbieter angekündigt, ihre Ladepreise zum Jahreswechsel zu senken – etwa die Leipziger Stadtwerke, die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck und die Wuppertaler Stadtwerke.

Quelle: Info per E-Mail (Mitteilung), stadtwerke-stuttgart.de

17 Kommentare

zu „Stadtwerke Stuttgart senken Ladepreise – um bis zu 20 Cent“
simon
17.12.2025 um 16:13
Wichtig wäre mehr AC Säulen in den Wohngebieten im Radius wo man in der Stadt noch einen Parkplatz suchen würde. Einfach als Alternative zu den DC Säulen und um die Sichtbarkeit der Ladeinfrastruktur zu erhöhen. Aber bis man das in Deutschland umsetzt dauert es so lange das sich eher HPC Parks durchsetzen werden in der Stadt.
Harry
18.12.2025 um 10:45
Ich denke Ihr Kommentar bezieht sich nicht auf Stuttgart, denn hier gibt es bereits seit vielen Jahren in wirklich jedem Wohngebiet AC Lade. Du dürftest hier kaum eine Wohnung finden von wo du mehr als 300 Meter zum zur nächsten Ladesäule hast. Ich zB. habe im Umkreis von 500 Meter 5 AC Säulen und zwei DC zur Auswahl und das sogar in Stuttgart Mühlhausen also am Ortsrand Stuttgarts.
Micha
17.12.2025 um 17:09
Die neuen Preise sind marktüblicher Durchschnitt, nicht mehr. Die alten Preise waren eine Unverschämtheit, vor allem wenn man bedenkt, dass die Stadtwerke in kommunaler Hand sind.
Leser
17.12.2025 um 18:25
Peinlich, wenn eine Senkung des Preises für AC Laden auf das Doppelte des Haushaltsstrompreises als positiv angepriesen wird. So wird sich nie jemand, der nicht zu Hause laden kann ein E Auto kaufen. Wucher der Ladepunktmonopolisten verhindert E Mobilität in der Masse.
Christian
17.12.2025 um 18:51
Haha, haben wohl gemerkt, dass für 79 Cent keiner Strom kauft, selbst 59 ist schon sehr teuer, bei den Preisen wird es noch lange dauern, bis die Leute ohne heimische Lademöglichkeit umsteigen werden, wenn sie nicht müssen.
Ulrich Meier
17.12.2025 um 20:11
Ich habe mich wohl verlesen! Nach 20 Minuten Schnellladen schon eine Strafgebühr? Sind die noch ganz dicht? Ältere E Autos mit fahrzeugseitig langsamer Ladegeschwindigkeit sind da absolut im Nachteil, wo auch eine Stunde Ladezeit zu kurz sein kann. Bei diesen Banditen lade ich ganz gewiss nicht!
Torsten
18.12.2025 um 00:15
Ich lese aber im Text genau das Gegenteil, dass ab 1.1.26 bei AC nach 4h und DC nach 1h erst die B.Gebühr anfällt. Also auch eine Verbesserung. (Unbenommen natürlich, dass ich die derzeitigen Auslegungen dieser "Strafgebühren" für eine Diskriminierung halte, die längst unterbunden sein sollte. Denn so lange wie ich dort lade, parke ich ja nicht zum Selbstzweck und Nutzende mit großem Akku oder langsamer Ladetechnik (vor allem im Winter) daran zu hindern ihr Auto voll zu laden geht nicht. Es dürften nur Gebühren anfallen, nach Ladeende, welches bei DC ja nun sehr klar von der Software festgestellt werden kann.)
Kaitos
17.12.2025 um 21:14
Das ist geistestkrank. Die Stadtwerke sind teilweise staatliche Institutionen. Wie kann es sein, dass die so hohe Ladekosten haben? Heute habe ich beim Tesla Supercharger für 26 Cent geladen. DER STAAT KANN ES NICHT!!
Steffen
18.12.2025 um 10:13
Die Preise für Teslakunden rund um Stuttgart (Waiblingen, Denkendorf) kommen aber auch fast an den SWS-Kundenpreis von 0,49 ran.
NoFake
18.12.2025 um 09:54
Auch das war ein Grund nach drei Jahrzehnten teutonischer Produkte zu Tesla zu wechseln. Hier verstehen neben den Herstellern auch die Ladedienstleister das nicht, dass ihre Geschäftsmodelle völlig überholt sind. Siehe Fr. Müller vom VDA O-Ton " ....das mit der Ladeinfrastruktur haben die Fahrzeughersteller nicht in der Hand..." Dass sie Tesla nicht zu kennen scheint, mag daran liegen weil Tesla nicht im VDA ist. Nimmt man die Dieselpreise im Vergleich zum Energiegehalt, dürfte die kWh nicht mehr als 17-19 Cent kosten. Auch fossile Infrastruktur und Betrieb erfordern einen erheblichen Kostenaufwand, da soll keiner mit Investitionen bei der Ladeinfrastruktur kommen um die überzogenen Preise rechtzufertigen.
Dieter Wurst-Fleisch
17.12.2025 um 23:26
AC laden um gegen falls Parkgebühren einzusparen OK. Aber das kommunale Versorger es selbst für eigene Kunden nicht hinbekommen attraktive Preise um die 30ct zu modellieren ist peinlich (zumal der EK für die Stromversorger bei weit unter 10 CT, eher bei 3 liegt). Leider ist dies bei nahezu allen "Stadtwerken" so. Das ist echt peinlich und diese Senkung des Preises ist auch peinlich. Große Ladeanbieter wie EnBW oder ionity sind einfach günstiger und attraktiver, bei diesem Preis selbst ohne Abo.
GlaubenIstNichtWissen
18.12.2025 um 12:33
"(zumal der EK für die Stromversorger bei weit unter 10 CT, eher bei 3 liegt)" Aha, und das wissen Sie woher? Irgendwo mal eine Zahl gelesen und völlig falsch wiedergegeben. Dass darauf für alle die gleichen Abgaben kommen, die den größten Teil ausmachen wissen Sie nicht? Bevor Sie damit kommen: Reduzierte Netzentgelte gibt's für öffentliche Lademengen schon lange nicht mehr. Mal ganz abgesehen davon kosten Ladestationen natürlich nichts und der Netzanschluss legt sich auch von allein. Betriebskosten gibt's sowieso nicht und die Betreiber von Ladesäulen sind bekannt dafür keine Gehälter zu zahlen. 55- 65 ct/ kWh für das DC-Laden sind nicht schön, entsprechen aber leider genau dem was es braucht um so eine Station bzw. einen Standort ( ohne Förderung) wirtschaftlich zu betreiben.
HAF
18.12.2025 um 08:42
Ich war vor einigen Tagen in Paderborn, da wurde das nochmal getoppt. Nicht nur die absurden AC Preise der Stadtwerke, dazu kommt noch einen einmalige Startgebühr des Ladevorgangs und on top muss man noch einen normalen Parkschein ziehen für die Dauer des Ladevorgangs, andernfalls gibt es ein Knöllchen. Ohne Worte
Robert
18.12.2025 um 07:23
Nanu überall Preissenkungen triitt da etwa irgendein Gesetz in Kraft auf das diese Preiswucherer jetzt reagieren müssen? oder was ist der wahre Grund diese Preissenkungen? weiss das jemand - „Durch die langfristige und nachhaltige Beschaffungsstrategie beim Stromeinkauf können wir deutliche Preissenkungen an unsere Kundinnen und Kunden weitergeben.“ diesen Quarsch glaube ich nicht als Begründung
Jörg
18.12.2025 um 10:01
Gratulation: von überteuert auf jetzt "nur noch" teuer - aber auch wenn man das Kundenbindungsgeschäftsmodell (Abo, Ladekarte) noch nicht aufgeben will, der Preiskampf ums Adhoc Laden geht langsam los....
Harry
18.12.2025 um 10:52
Es wurde auch Zeit, dass sich die SWS auch DC bewegen. Die bisherigen Konditionen waren ja weit jenseits ab der Realität. Was bringt uns die ganze Ladeinfrastruktur wenn sie wegen der Kosten weit jenseits der vergleichbaren Kosten für Sprit unbenutzt bleibt.
Prado
21.12.2025 um 02:26
Es gibt derzeit keine Konkurrenz bei den langsamen AC Ladestandorten im Wohngebiet in Leipzig. Ich hoffe das wird sich ändern sobald es mehr E-Autos gibt. Oder die Stadtwerke werden vom Gesetzgeber gezwungen günstiger zu werden.

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