Niedersachsen bündelt Ladenetz-Ausbau seiner Kreise und Kommunen

Niedersachsen leitet die nächste Phase des Ladenetz-Aufbaus im Bundesland ein. So will die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr eine gebündelte Ausschreibung auf den Weg bringen, um Kreise und Kommunen zu unterstützen. Als Basis dafür dienen Konzepte, die seit 2021 gemeinsam erarbeitet wurden.

The mobility house stecker ladevorgang
Bild: The Mobility House

Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr will den Ausbau der Ladeinfrastruktur strategisch koordinieren. Kern dieser Initiative ist die Unterstützung von Landkreisen und Kommunen bei einer gemeinsamen Ausschreibung und darauf aufbauend bei einem gemeinsamen Marktauftritt, „um Energieversorger für den Aufbau von Ladesäulen zu gewinnen“, wie das Land mitteilt. Ein Pilotprojekt mit den Landkreisen Oldenburg und Lüchow-Dannenberg läuft bereits seit Herbst 2025 – und dient als Blaupause.

Als Grundlage für den geplanten Roll-out dienen Ladeinfrastrukturkonzepte, die das Bundesland seit November 2021 zusammen mit den Gebietskörperschaften erarbeitet hat. Das Resultat: „31 Landkreise, kreisfreie Städte und die Region Hannover können jetzt auf gemeinsam erarbeitete Konzepte zurückgreifen“, heißt es in einer begleitenden Mitteilung. „Mehr als 14.000 mögliche Standorte für Ladeinfrastruktur stecken in diesen Ausbaufahrplänen.“

Niedersachsen findet sich im nationalen Ranking im Mittelfeld: 18.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte stehen dort aktuell zur Verfügung. Das sind 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Als wichtigsten Baustein zum weiteren Ausbau nennt die Landesregierung die Zusammenarbeit zwischen der eigenen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und den Landkreisen und Kommunen.

„Wie schaffen es kleine oder mittlere Städte und Gemeinden, Energieversorger für den Aufbau von Ladesäulen vor Ort zu gewinnen? Die Antwort lautet: gemeinschaftlich. Treten Kommunen gemeinsam am Markt auf und schreiben ein gebündeltes Ausbaupaket aus, dann steigt die Chance auf attraktive Angebote“, heißt es aus der Landes-Verwaltung. „Umso mehr, da das Paket marktgerecht geschnürt ist: Es fußt auf dem Ladebedarf der nächsten Jahre und enthält vorgeprüfte, technisch machbare und genehmigungsfähige Standorte.“

Die Landesbehörde ist wie erwähnt schon seit einigen Monaten dabei, die „Kommunen-übergreifende Vergabe“ zu erproben. Und zwar in den Landkreisen Oldenburg und Lüchow-Dannenberg. Dort sammeln die Beteiligten Erfahrungen, „die dann in Musterunterlagen fließen“, wie es heißt. Alle Kommunen Niedersachsens sollen diese Vorlagen dann nutzen können. Voraussichtlich ab der zweiten Jahreshälfte 2026.

Möglich wird die gemeinsame Ausschreibung durch besagte, konzeptionelle Vorarbeit. Dadurch sei genau abgebildet, wie viel Ladeleistung in den kommenden Jahren zur Erreichung der Klimaziele im Verkehrssektor benötigt wird, wo Ladepunkte technisch machbar und wo sie genehmigungsfähig sind – und zwar „detailgenau bis in einzelne Ortsteile einer Kommune hinein“. Ziel der gemeinsamen Erarbeitung war von Beginn an, den Ladeinfrastruktur-Ausbau „von einem sporadischen zu einem strategischen Ausbau“ zu führen. Wichtig ist den Partnern dabei die örtlich angepasste Mischung unterschiedlich leistungsstarker Ladepunkte. Und: Die jeweiligen Standorte sind durch die Netzbetriebsgesellschaften bereits auf ihre Machbarkeit hin geprüft, was die späteren Genehmigungsverfahren beschleunigen soll.

strassenbau.niedersachsen.de

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