Über 14.000 neue öffentliche Ladesäulen in Großbritannien

In Großbritannien wurden laut den Zahlen von Zapmap im Jahr 2025 insgesamt 14.097 neue Ladesäulen installiert. Wie in Deutschland ist das Wachstum vor allem bei den Schnellladern am höchsten.

Believ ladestation grossbritannien
Bild: Believ

Kurz zur den Begrifflichkeiten: Zapmap springt in seiner Veröffentlichung regelmäßig zwischen „charge points“ und „charging devices“ hin und her, wobei wir bei electrive zur Klarheit sehr wohl zwischen „Ladepunkten“ und „Ladegeräten“ (also Ladesäulen mit unter Umständen mehreren Ladepunkten) unterscheiden. „Derzeit gibt es keine feste Vereinbarung über die Verwendung des Begriffs ‚charge point‘ im Vereinigten Königreich, obwohl er in der Vergangenheit meist als Synonym für ‚device‘ verwendet wurde“, erklärt eine Zapmap-Vertreterin auf Anfrage. „Mit der Weiterentwicklung der Technologie ändert sich auch die aussagekräftigste Kennzahl, und wir arbeiten mit der Branche zusammen, um einen breiten Konsens zu erzielen und so für mehr Klarheit beim Verständnis der Zahlen zu sorgen.“

Das heißt für uns: Wir übersetzen in diesem Fall die „devices“ mit Ladesäule, nicht mit Ladepunkt. Laut der Zapmap-Datenbank standen insgesamt zum Jahresende 87.796 Ladesäulen an 45.033 Standorten in ganz Großbritannien zur Verfügung. An diesen Säulen sind insgesamt 116.052 EVSEs (Electric Vehicle Supply Equipment) registriert, wobei eine EVSE über mehr als einen Ladeanschluss verfügen kann, die aber nicht gleichzeitig genutzt werden können. Die Anzahl der Anschlüsse an sich („connectors“) gibt Zapmap mit 122.071 an. Die Zahl der EVSE bezeichnet Zapmap gegenüber electrive als „jetzt nützlicheren Hinweis auf die Einfachheit des Aufladens innerhalb Großbritanniens“.

Das stärkste Wachstum ist weiterhin bei ultraschnellen Geräten mit Ladeleistungen von mindestens 150 kW zu verzeichnen. Bei den „Ultra-rapid charge points“ gibt Zapmap das Wachstum mit 41 Prozent an, ein Plus von 2.872 Ladesäulen auf jetzt 9.893 Säulen. Als „rapid“ gelten Säulen mit 50 bis 149 kW, hier liegt das Plus bei acht Prozent auf 8.042 Säulen. Die Klassen „Slow“ (unter 8 kW) und „Fast“ (9-49 kW, aber praktisch AC-Lader mit 11 oder 22 kW) fast Zapmap in der Auswertung zusammen. Bei den AC-Ladern handelt es sich nominell mit jetzt 69.861 Ladern um die größte Kategorie, hier kamen 10.633 Säulen (+18 %) neu dazu.

Auch die Anzahl der Lade-Hubs hat deutlich zugenommen: Mit 211 neuen Standorten sind es jetzt 748 Hubs, ein Zuwachs von 39 Prozent. Als „Lade-Hub“ definiert Zapmap einen Standort mit mindestens sechs „Rapid-“ oder „Ultra-rapid“-Ladepunkten – wobei die nicht-öffentlichen Supercharger-Standorte von Tesla nicht eingerechnet werden, die für alle Marken zugänglichen Standorte hingegen schon.

Beim Wachstum der Schnelllader gab es auch eine regional unterschiedliche Verteilung: „Im Nordwesten Englands ist ein beeindruckendes Wachstum von mehr als 35 % im Vergleich zum Vorjahr bei diesen Hochleistungsladegeräten zu verzeichnen, während Ostengland, Wales und Nordirland in diesem Leistungsbereich jeweils ein Wachstum von rund 29 % verzeichnen (wobei Nordirland von einem niedrigen Ausgangsniveau startet)“, heißt es in der Mitteilung.

Zapmap bezeichnet sich selbst als den „führenden britische Kartierungsdienst für Ladestationen. Das Unternehmen wurde 2014 mit dem Ziel gegründet, die Suche und Navigation zu Ladepunkten zu vereinfachen. Inzwischen können über die Zapmap-App auch Ladevorgänge gestartet und bezahlt werden.

zapmap.com

2 Kommentare

zu „Über 14.000 neue öffentliche Ladesäulen in Großbritannien“
Björn
13.01.2026 um 12:42
Ich war letztes Jahr zu Karneval mit meinem Tesla in UK und habe nur Supercharger genutzt, die Preise sind dort noch schlimmer als bei uns.
Christian Schaefer
13.01.2026 um 14:56
Wir waren letzten Sommer auch in UK unterwegs. Mit dem ID.4 vom Eurotunnel bis in die Highlands und zurück. Ad-hoc Preise sind in der Tat hoch, haben auch oft bei Tesla halt gemacht. Die Zapmap App kann ich für UK sehr empfehlen. Mit kündbarem Monatsabo Premium-Routenplanung und Android-Auto/Carplay Integration, top! Ansonsten haben die Ladekarten von Shell, Aral/BP Pulse und überraschenderweise Plugsurfing sehr gute Dienste erwiesen.

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