Connected Energy will große Testanlage für gebrauchte E-Auto-Batterien bauen

Connected Energy, britisches Unternehmen für stationäre Energiespeichersysteme (BESS) auf Basis von Second-Life-Batterien, will ein neues Testzentrum für gebrauchte EV-Akkus bauen. Es soll in Norfolk entstehen. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 2 Millionen Pfund.

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Bild: Connected Energy

Connected Energy ist mit der EV-Branche bereits bestens vernetzt, hat bereits 2020 zusammen mit Renault einen großen Stationärspeicher umgesetzt und zählt seit 2022 den schwedischen Nutzfahrzeughersteller Volvo Group (nicht zu verwechseln mit Volvo Cars) zu seinen Investoren. Ähnlich wie das deutsche Startup Voltfang bietet Connected Energy stationäre Batteriespeichersysteme an, die auf Basis ausgedienter Elektrofahrzeug-Batterien gebaut werden – auch Second Life genannt.

Um sicherzugehen, dass die verwendeten gebrauchten EV-Batterien noch in einem guten Zustand sind, muss Connected Energy diese testen. Und dafür will das britische Startup eine neue Testanlage bauen – und zwar in Scottow Enterprise Park in Norfolk, in unmittelbarer Nähe des technischen Zentrums des Unternehmens. Das 2-Millionen-Pfund-Projekt soll bereits Mitte 2026 in Betrieb gehen. Es wird vom Advanced Propulsion Centre UK (APC) im Rahmen eines Projekts zur Verbesserung der Wiederverwendung und des Recyclings von EV-Batterien unterstützt.

In der Anlage sollen primär Batterien von Elektrobussen und E-Lkw verschiedener Hersteller getestet und integriert werden. Darunter dürften sicher auch Akkus aus Fahrzeugen des Investors Volvo Group sein. Das Testzentrum soll zugleich den klaren wirtschaftlichen Nutzen der Wiederverwendung in netzgekoppelten, wiederverwendeten Batteriespeichersystemen aufzeigen.

„Diese Entwicklung markiert den nächsten Schritt im Wachstum von Connected Energy. Nachdem wir erfolgreich gezeigt haben, wie Second-Life-Batteriespeichersysteme im kommerziellen Maßstab funktionieren können, gehen wir nun dazu über, Speicheranlagen im Netzmaßstab zu besitzen und zu betreiben, wobei unser erster Standort gleichzeitig als fortschrittliche Testeinrichtung dient“, sagt Matthew Lumsden, CEO von Connected Energy.

Der Standort soll neben der Testanlage auch Connected Energys erstes 5-MWh-Batteriespeichersystem beherbergen. Durch den Stromhandel und die Bereitstellung von Netzdienstleistungen soll die Anlage konkrete Belege für das Wertschöpfungspotenzial der Wiederverwendung ausgedienter Elektrofahrzeugbatterien liefern.

„Die Erkenntnisse aus diesem 5-MWh-Multibatterieprojekt werden zukünftige, größere Installationen prägen“, sagt Lumsden. „Unser Ziel ist es, die Möglichkeiten von Second-Life-Batterien optimal auszuschöpfen. Wir werden umfangreiche Daten sammeln, um ein skalierbares Geschäftsmodell für Großanlagen zu entwickeln, sobald mehr Second-Life-Batterien verfügbar sind.“

Noch ist der Markt für Second-Life-Batteriespeicher in einem frühen Stadium. Das liegt daran, dass noch nicht viele Elektrofahrzeuge das Ende ihres regulären Lebenszyklus erreicht haben. Sprich: Es gibt bislang nur wenige E-Autos auf Schrottplätzen. Weitere Quellen für ausrangierte E-Fahrzeug-Batterien mit einem für Batteriespeicher akzeptablen State of Health von ca. 70 bis 80 Prozent sind z.B. demontierte Vorserienfahrzeuge wie z.B. in einem Projekt von Porsche in Leipzig oder auch Unfallwagen, bei denen die Batterie noch in Ordnung ist. Eine weitere Variante sind „First Life“-Batterien, wie sie Voltfang am Flughafen Stuttgart verwendet hat: Dabei handelt sich um neue EV-Batterien, die aufgrund von Überproduktion und zu wenig Nachfrage nach Elektrofahrzeugen nicht genutzt worden sind.

connected-energy.co.uk

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