Volkswagen startet Auto-Recycling in Zwickau
Angekündigt worden war das neue Kompetenzzentrum Kreislaufwirtschaft im Rahmen des „Weihnachtsfriedens“ der Tarifverhandlungen Ende 2024. Die neue konzernweite Institution war dabei als Kompensation dafür vorgesehen, dass Zwickau mit dem Audi Q4 e-tron die Produktion nur eines Modells behalten sollte. Dagegen sollten der Volkswagen ID.3 und Cupra Born nach einem Facelift nach Wolfsburg wechseln und der Volkswagen ID.4 ebenfalls nach einem Facelift komplett nach Emden verlagert werden.
Nun, gut ein Jahr später, hat sich die Situation etwas verändert: Wie im Dezember bekannt wurde, soll der Cupra Born auch künftig „exklusiv“ in Zwickau gebaut und auch der ID.3 länger in Sachsen produziert werden. Die Pläne für das Kompetenzzentrum Kreislaufwirtschaft hat Volkswagen dennoch weiter vorangetrieben und sie nun der Öffentlichkeit vorgestellt.
Im Kern geht es dabei darum, dass in Zwickau neue Geschäftsfelder der Kreislaufwirtschaft auf Wirtschaftlichkeit geprüft, Standards festgelegt und das Wissen für andere Standorte weltweit zur Verfügung gestellt werden sollen. Dabei will Volkswagen in den nächsten Jahren bis zu 90 Millionen Euro am Standort investieren. Der Freistaat Sachsen fördert das Vorhaben dabei mit bis zu 10,7 Millionen Euro.
Danny Auerswald, Sprecher der Geschäftsführung Volkswagen Sachsen: „Volkswagen Sachsen schlüpft erneut in die Pionierrolle. Wir waren das erste Werk, welches vollständig auf E-Mobilität umgestellt wurde. Jetzt erschließen wir den wichtigen Geschäftsbereich der Kreislaufwirtschaft. Mit unserer Erfahrung in der Großserienproduktion und der exzellenten Hochschullandschaft in Sachsen werden wir diese neuen Geschäftsfelder für den Konzern prüfen, wirtschaftlich darstellen und ausbauen.“
Neben der Funktion als Kompetenzzentrum des gesamten VW-Konzerns sollen in Zwickau auch systematisch alte Fahrzeuge zerlegt werden, um wertvolle Rohstoffe rückzugewinnen und auch komplette Komponenten weiterzuverwenden, z.B. als Ersatzteile für andere ältere Autos.
Dabei geht es anders als im restlichen Werk nicht nur um Elektroautos, sondern auch um Verbrenner – kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Volkswagens E-Auto-Modelle normalerweise noch keinen Lebenszyklus beendet haben und es dabei allenfalls um Unfallwagen gehen könnte. Durch die Nutzung von Datenplattformen und KI will Volkswagen dabei Materialflüsse, Recyclingprozesse und Geschäftsmodelle effizient nachverfolgen, steuern und neue Standards setzen.
VW peilt an, Kapazitäten für die Demontage von 15.000 Fahrzeugen im Jahr aufzubauen. Im aktuellen Jahr sollen zunächst 500 Vorserienfahrzeuge (Erprobungsfahrzeuge) verarbeitet werden. Ab 2027 soll die Anzahl der Fahrzeuge dann ansteigen, bis 2030 die Zielmarke von 15.000 Einheiten jährlich erreicht werden soll.





0 Kommentare