Daimler-Truck-Tochter Fuso gründet Joint Venture für E-Busse mit Foxconn

Der seit 2005 mehrheitlich zu Daimler Truck gehörende Nutzfahrzeughersteller Mitsubishi Fuso geht wie erwartet eine enge Zusammenarbeit mit dem taiwanesischen Auftragsfertiger Foxconn ein. Die Partner gründen ein Joint Venture für Elektrobusse in Japan.

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Bild: Foxconn

Ziel des Gemeinschaftsunternehmens ist es, wettbewerbsfähige und emissionsfreie Busse zunächst für den japanischen Markt zu entwickeln. Das Joint Venture, das im zweiten Halbjahr 2026 an den Start gehen soll, soll als eigenständiger Bus-OEM agieren. Katsuto Kora, derzeit Chef der in Europa nicht aktiven Bus-Sparte von Fuso, wird zum CEO des neuen Unternehmens ernannt.

Über ihre Tochtergesellschaften Mitsubishi Fuso Bus Manufacturing und Foxtron Vehicle Technologies wollen beide Firmen die Zusammenarbeit bei der Entwicklung, Produktion, dem Lieferkettenmanagement und dem Vertrieb emissionsfreier Busse bündeln.

Der Hauptsitz des Joint Ventures soll in Kawasaki (Japan) liegen. Die Elektrobusse des Joint Ventures sollen den Namen Fuso nutzen und im bestehenden Bus-Werk von Fuso im japanischen Toyama gebaut werden. Den Anfang machen sollen dabei die von Foxtron bereits als Referenzfahrzeuge entwickelten Model T und Model U.

Das Model T wurde bereits 2021 vorgestellt und ist mittlerweile in mehreren taiwanesischen Städten, etwa in der Hauptstadt Taipeh, im Einsatz sowie auch in Indonesien. Das Fahrzeug hat die klassische Stadtbus-Länge von 12 Metern und soll eine Reichweite von 400 Kilometern haben.

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Model T
Bild: Foxtron

Das Model U wiederum ist ein Microbus, der im Oktober 2024 präsentiert wurde. Die Innenausstattung ist modular aufgebaut und luxuriös ausgestattet, wie das folgende Video zeigt. Je nach Bestuhlung sollen bis zu 21 Personen mitfahren können. Die offiziellen Abmessungen und technische Daten sind bislang nicht bekannt, das Fahrzeug hat noch Prototyp-Status bzw. ist ein „Referenzdesign“.

Fuso-Chef Karl Deppen sagt: „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit Foxconn. Diese Kooperation vereint die Stärken beider Unternehmen und wird unsere Transformation im Bussektor beschleunigen. Durch die Kombination der umfassenden Erfahrung und des technologischen Know-hows von Fuso und Foxconn werden wir unseren Kunden modernste Lösungen für den öffentlichen Nahverkehr anbieten und damit einen Beitrag zur Gesellschaft in Japan und weltweit leisten.“

„Mobilität hat für Foxconn strategische Priorität“, sagte Jun Seki, Chief Strategy Officer für Elektrofahrzeuge bei Foxconn. „Diese Zusammenarbeit mit Mitsubishi Fuso wird eine umfassende Elektrifizierungslösung für das japanische Verkehrssystem bieten. Dieser Ansatz wird die Entwicklungszyklen deutlich verkürzen und die Kosteneffizienz steigern.“

Fuso und Foxconn hatten vergangenen August eine Absichtserklärung unterzeichnet, um eine strategische Zusammenarbeit im Bereich emissionsfreie Mobilität zu prüfen. Bereits damals ging es vor allem um diese beiden Elektrobusmodelle. Dass Fuso nun bei E-Bussen auf eine asiatische Partnerschaft mit Foxconn setzt, mag auf den ersten Blick überraschen, da Fuso-Mutter Daimler Truck bereits seit längerem mit dem Mercedes-Benz eCitaro einen erfolgreichen Elektrobus im Angebot hat. Doch die Märkte und Anforderungen sind extrem unterschiedlich. Den eCitaro für Japan anzupassen würde wohl länger dauern und kostspieliger sein als die moderne Plattform von Foxconn zu nutzen.

foxconn.com

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