Pulestrain will „Multilevel-Technologie“ mit Yazaki industrialisieren

Das deutsche Deep-Tech-Startup will Komponenten wie den Inverter und Ladegeräte direkt in die Batteriesteuerung integrieren. Gemeinsam mit dem Autozulieferer Yazaki soll diese „Multilevel-Technologie“ zur Serienreife gebracht werden.

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Bild: Pulsetrain

Gemeinsam entwickeln die beiden Unternehmen eine intelligente „MultiCellBridge“ auf Basis der „Multilevel-Technologie“, wie Pulestrain mitteilt. „Im Rahmen eines Proof of Concept wollen die Partner die industrielle Machbarkeit dieser Schlüsseltechnologie demonstrieren – mit dem Ziel, Effizienz, Sicherheit und Lebensdauer von Batteriepacks in der Elektromobilität deutlich zu steigern.“ Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte die Zusammenarbeit Anfang Januar auf der CES in Las Vegas.

Die „Multilevel-Technologie“ umfasst zwei Aspekte: ein intelligentes Zellmanagement und eine integrierte Leistungselektronik. Das Zellmanagement soll es ermöglichen, jede einzelne Batteriezelle „präzise und unabhängig“ anzusteuern. Das soll laut Pulestrain „neue Potenziale für Effizienz, Sicherheit und skalierbare Kostenoptimierung in der Elektromobilität“ eröffnen. Und bei der Leistungselektronik sollen Funktionen wie der Inverter und das Ladegerät, was bisher meist separate Komponenten sind (bzw. der Inverter wird zunehmend direkt in die Antriebseinheiten integriert) in das Batteriesystem integrieren. „Die Architektur ist mit allen Batterietypen und Anwendungen kompatibel und schafft eine flexible, platzsparende Lösung, die separate Inverter- und Ladegeräte überflüssig macht, Komplexität und Gewicht reduziert und die Gesamtleistung verbessert“, schreibt Pulsetrain. Über die „Multilevel-Technologie“ hatte Mitgründer Niclas Lehnert schon im Juni bei unserer Online-Konferenz electrive LIVE berichtet.

Der Partner Yazaki EMEA (Europe, Middle East, Africa) gehört zur weltweit aktiven Yazaki Corporation mit über 230.000 Mitarbeitenden in 46 Ländern. Das Unternehmen entwickelt und fertigt unter anderem Kabelbäume, Steckverbinder, elektronische Systeme, Instrumentierung, kundenspezifische Kabelsysteme sowie Hochvoltlösungen für alle Fahrzeugsegmente.

In die Kooperation mit Pulsetrain will Yazaki „seine Expertise als globaler Marktführer für elektronische Komponenten und Batterieanschlusssysteme“ einbringen, um die MultiCell Bridge zu industrialisieren. Dabei liegt der Fokus aber auf der Hardware-Kompetenz der Japaner, denn Pulsetrain hebt in seiner Mitteilung hervor, dass Yazaki mit „hochpräziser Hardwareentwicklung  und -fertigung“ die Transformation der „disruptiven Technologie“ in eine serienreife Lösung unterstütze. „Der Schwerpunkt der Partnerschaft liegt auf innovativen Hardwarearchitekturen und skalierbaren Produktionsprozessen, um den hohen Anforderungen der Elektromobilität gerecht zu werden“, heißt es.

Pulsetrain selbst hat sich auf die Entwicklung „fortschrittlicher Leistungselektronik und softwaredefinierter Batteriemanagementsysteme (BMS)“ spezialisiert. Damit soll ein sogenannter „Wechselstrom-Akku“ umgesetzt werden können: Obwohl in den Batteriezellen Gleichstrom gespeichert wird, soll das Batteriesystem mit der intelligenten Steuerung und dem integrierten Inverter Wechselstrom abgeben können. Das von Thomas Plaschko, Leopold König und Niclas Lehnert gegründete Unternehmen verspricht sich davon mehrere Vorteile, etwa eine verlängerte Batterie-Lebensdauer, erhöhte Sicherheit, geringeres Gewicht und schnelles Laden.

Auch wenn die Partnerschaft jetzt erst offiziell verkündet wurde, hatten Yizaki und Pulsetrain schon einen ersten großen öffentlichen Auftritt: Auf der CES in Las Vegas wurden Anfang des Monats auf dem Stand der Yazaki Innovations Inc. erste gemeinsame Ideen der Multilevel-Technologie präsentiert – „mit starkem Interesse, wertvollen Gesprächen und durchweg positivem Feedback aus dem Markt“.

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