EU-weite Elektroauto-Neuzulassungen steigen um 30 Prozent
Mit den 1,88 Millionen neuen Batterie-Elektroautos in den EU-Märkten haben die reinen Stromer 17,4 Prozent aller Neuzulassungen ausgemacht, wie aus der Veröffentlichung des ACEA hervorgeht. Im Jahr 2024 waren es noch 13,6 Prozent. Mit einem Plus von 29,9 Prozent bei den Neuzulassungen haben die Elektroautos deutlich stärker zugelegt als der Gesamtmarkt, der in 2025 nur um 1,8 Prozent gewachsen ist – und weiter unter den Werten bleibt, die vor der Covid-Pandemie erreicht wurden, wie der Branchenverband festhält.
Auch in der Mitteilung zu den Jahreszahlen für 2025 wiederholt der ACEA die inzwischen schon bekannte Formulierung, dass man bei den Elektroautos noch Luft nach oben sieht. „Der Marktanteil von Batterie-elektrischen Fahrzeugen erreichte 17,4 Prozent und entsprach damit den Prognosen für das Jahr, lässt jedoch noch Raum für Wachstum, um mit dem Wandel Schritt zu halten“, heißt es in der Mitteilung. „Hybridfahrzeuge sind bei den Käufern die beliebteste Antriebsart, wobei Plug-in-Hybride ihre Position auf dem Markt festigen konnten.“
Die Plug-in-Hybride haben einen Marktanteil von 9,4 Prozent erreicht und liegen damit vor den reinen Diesel-Fahrzeugen (8,9%). Zusammen mit den BEV hatten also 26,8 Prozent aller Neuzulassungen einen Ladeanschluss. Die erwähnten Hybride, die Hybrid Electric Vehicles (HEV) sind mit 34,5 Prozent tatsächlich die mit Abstand größte Antriebsart, allerdings fasst der ACEA in dieser Klasse sämtliche Hybridisierungsstufen außer den PHEV zusammen – es wird nicht weiter zwischen 48-Volt-Hybriden und Vollhybriden, die wenigstens kurze Strecken rein elektrisch fahren können, unterschieden.

Trotz der rückläufigen Verbrenner-Neuzulassungen (Benziner liegen 18,7 Prozent im Minus, Diesel 26,6 Prozent) ist bei den ACEA-Zahlen keine belastbare Schlussfolgerung möglich, ob die Kunden wirklich zunehmend elektrisch unterwegs sind. Denn ein 48-Volt-Hybrid mit einem kleinen Elektromotor zur Unterstützung im Antriebsstrang ist weiterhin ausschließlich mit seinem Verbrennungsmotor unterwegs – zählt in der ACEA-Statistik aber zu den Hybriden und nicht zu den reinen Verbrennern. Die Anteile der „faktischen“ Verbrenner liegen also höher als die 26,6 Prozent Marktanteil der Benziner oder die 8,9 Prozent Diesel.
Schauen wir etwas genauer auf die reinen Elektroautos: Die vier größten EU-Märkte, die zusammen satte 62 Prozent des Marktes ausmachen, haben 2025 allesamt ein deutliches Wachstum verzeichnet. In Deutschland sind die BEV-Neuzulassungen im 43,2 Prozent gestiegen, in den Niederlanden um 18,1 Prozent, in Belgien um 12,6 Prozent und Frankreich lag 12,5 Prozent im Plus. Ebenfalls im sechsstelligen Absatz-Bereich liegen inzwischen Dänemark mit 126.542 neuen E-Autos (+42,0%) und Spanien mit 101.627 neuen Elektroautos (+77,1 %). Schweden hat mit 99.723 E-Autos (+5,7 %) die 100.000er Marke knapp verpasst.Das größte Wachstum hat Polen verzeichnet, wo sich die Neuzulassungen mit einem Plus von 161,5 Prozent mehr als verdoppelt haben – von 16.564 E-Autos in 2024 auf 43.311 Einheiten.
Insgesamt liegen nur fünf EU-Märkte im Minus, wobei es sich eher um kleinere Märkte wie Kroatien, Estland oder Malta handelt – Einmaleffekte wie etwa ein Förderprogramm oder eine Rabattaktion eines Herstellers für wenige Hundert Fahrzeuge haben dann relativ eine deutlich größere Auswirkung.
Auch in den Nicht-EU-Märkten Europas haben die Batterie-elektrischen Autos durch die Bank zugelegt. Unter den EFTA-Ländern liegt natürlich das Elektroauto-Vorzeigeland Norwegen mit über 172.000 Fahrzeugen (+50,6 %) vorne, das größte Plus hat allerdings Island mit 125 Prozent erzielt. Dort ging es allerdings „nur“ von 2.661 auf 5.988 E-Autos nach oben. Das Vereinigte Königreich hat einen Zuwachs von 23,9 Prozent in der Bilanz stehen und kommt auf 473.348 neue BEV – in der gesamteuropäischen Betrachtung liegt das UK damit hinter Deutschland, aber vor Frankreich auf Rang 2. Rechnet man die EU, EFTA und das UK zusammen, hat der ACEA 2.585.187 neue E-Autos erfasst – und 19,5 Prozent Marktanteil.
In der Statistik der Hersteller schlüsselt der ACEA wie gehabt nicht weiter zwischen den Antriebsarten auf. Somit ist aus dieser Auswertung zur Absatz-Performance der Batterie-Autos nur eine Aussage zu Tesla als reinem Elektroauto-Hersteller möglich, da bei allen anderen Herstellern auch Plug-in-Hybride oder Verbrenner enthalten sind. Im Dezember kam Tesla in der EU auf 21.485 Neuzulassungen, was 2,2 Prozent Marktanteil entspricht, aber 31,9 Prozent unter den 31.567 neuen Teslas aus dem Dezember 2024 liegt. Im Gesamtjahr 2025 kamen 150.504 Teslas in den EU-Märkten neu auf die Straße, 37,9 Prozent unter dem Vorjahr. 2024 hatte Tesla noch mit 242.436 Neuzulassungen 2,3 Prozent Marktanteil erreicht, jetzt sind es noch 1,4 Prozent Marktanteil – gleichauf mit Suzuki. BYD liegt mit seinem gemischten Portfolio aus E-Autos und Plug-in-Hybriden mit 128.827 EU-Neuzulassungen und 1,2 Prozent Marktanteil hinter Tesla, konnte aber um 227,8 Prozent zulegen. 2026 dürfte BYD Tesla also in der EU überholen – wobei wie erwähnt aus dieser Statistik nicht hervorgeht, ob BYD das nur mit seinen Elektroautos schafft, oder welchen Anteil die Plug-in-Hybride daran haben.
acea.auto (PDF)





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