Chery plant Europazentrale für Nutzfahrzeuge in Liverpool
Der Chery-Konzern ist mit seinen Pkw-Marken Jaecoo und Omoda bereits in einigen europäischen Ländern aktiv. Nach dem Auftakt in Spanien im März 2024 folgten kurze Zeit später Großbritannien, Italien und Ungarn. Sogar bereits seit 2018 betreibt Chery ein Entwicklungszentrum in der Nähe von Frankfurt – und auch der Marktstart von Jaecoo und Omoda steht in Deutschland kurz bevor.
Nachdem Chery nun also schon seit rund zwei Jahren Erfahrungen im europäischen Pkw-Geschäft gesammelt hat, soll nun auch der Nutzfahrzeugbereich folgen. Dazu will die Sparte Chery Commercial Vehicle (CCV) im britischen Liverpool eine Europazentrale einrichten. Dort sollen hochwertige Arbeitsplätze in den Bereichen Ingenieurwesen, Softwareentwicklung, Forschung und Entwicklung sowie operativen Funktionen entstehen.
Liverpools Bürgermeister Steve Rotheram sagt: „Die wegweisende Entscheidung von Chery Commercial Vehicle, ihren europäischen Hauptsitz in unserer Stadtregion anzusiedeln, ist ein fantastisches Zeichen des Vertrauens in unsere fortschrittlichen Fertigungs- und grünen Innovationssektoren.“
CCV-Chef Gong Yueqiong erläutert: „Wir bringen nicht einfach nur Produkte nach Großbritannien – wir bauen ein britisches Unternehmen auf. Unsere Strategie ‚In Großbritannien, für Großbritannien, Großbritannien sein‘ spiegelt unsere Überzeugung wider, dass wahre Globalisierung auf einer tiefen Lokalisierung beruht. Durch die Rekrutierung lokaler Talente, die Zusammenarbeit mit britischen Institutionen und die Anpassung an lokale Bedürfnisse wollen wir ein wertvoller Partner der britischen Automobilindustrie und Wirtschaft werden.“
Noch ist unklar, welche Fahrzeuge CCV genau in Europa verkaufen will. Das Unternehmen verfügt über ein breites Portfolio: Vom Pickup-Truck der Marke Rely über Transporter und leichte Lkw der Marke Karry bis hin zum Sattelschlepper der Marke C&C ist für nahezu jede Anwendung etwas dabei. Und in dem Joint Venture Chery Wanda bietet das Unternehmen auch Busse an. Von nahezu jeder Fahrzeuggattung hat CCV dabei sowohl Elektrofahrzeuge als auch Verbrenner im Angebot.
Die britische Fachzeitschrift „Autocar“ vermutet, dass der Fokus zunächst auf elektrischen Transportern von Karry liegen dürfte, während die mit Diesel angetriebenen Schwerlast-Lkw von C&C eher unwahrscheinlich sein dürften. Mit dem Tractor New Energy 6×4 hat C&C aber tatsächlich auch schon eine vollelektrische Zugmaschine im Angebot.
Übrigens sind E-Transporter von Karry bereits seit längerem über Umwege in Deutschland verfügbar: Der sächsische Importeur Ari Motors hat bereits Karry-Modelle eingeführt, für den europäischen Markt angepasst und unter eigenen Bezeichnungen wie Ari 901 verkauft.
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