Hamburg: Zeitgebühr bei Entega-Ladetarif sorgt für Verwirrung
Der Ladetarif steht allen Interessierten offen und ist nicht an einen Strom- oder Gasvertrag bei Entega gebunden. Einmalig fällt eine Gebühr von zehn Euro an, danach wird kWh-genau abgerechnet. Die nachfolgenden Preise beziehen sich jedoch nur auf das Laden an den eigens aufgebauten Ladesäulen. An AC-Ladesäulen verlangt Entega 0,49 Euro/kWh, an DC-Ladepunkten 0,55 Euro. Nach vier Stunden Standzeit greift zusätzlich eine Blockiergebühr von fünf Cent pro Minute.
Die Preise für das Laden bei den Roaming-Partnern lassen sich hingegen ausschließlich in der App „Easy Charging Quality“ einsehen. Auf der Webseite weist Entega zwar darauf hin, dass jede Ladung kWh-genau abgerechnet und gesammelt monatlich in Rechnung gestellt wird, in der App zeigt sich jedoch ein differenzierteres Bild. Je nach Roaming-Partner werden neben den Kilowattstundenpreisen zusätzliche Gebühren erhoben, etwa pauschale Ladevorgangsgebühren oder laufende Minutenpreise. Letzteres sorgte zuletzt in Hamburg für Verwirrung.
In einer E-Mail mit dem Betreff „wichtige Preisinformation zu Ladevorgängen in Hamburg“ wurden Entega-Kunden nun darüber informiert, dass es im Hamburger Ladegebiet zu teilweise signifikanten Preisänderungen für das Laden von Elektroautos gekommen sein soll. „Aktuell erreichen uns viele Rückmeldungen und Fragen von Kunden, wonach an zahlreichen Ladesäulen durch den jeweiligen Betreiber zusätzlich zum Arbeitspreis eine Zeitgebühr von 0,20 € pro Minute (Stand 27.01.2026) erhoben wird – und zwar ab der ersten Minute des Ladevorgangs. Je nach Ladedauer kann dies zu einer deutlichen Verteuerung des Ladevorgangs führen“, teilt das Energieunternehmen mit.
Ein Blick in die Entega-App bestätigt dies. An AC-Ladepunkten der Hamburger Energiewerke wird ein Arbeitspreis von 0,44 Euro pro Kilowattstunde angezeigt. Hinzu kommen eine nicht näher spezifizierte Gebühr von 0,02 Euro pro Minute sowie eine Standzeitgebühr von 0,20 Euro pro Minute. An DC-Ladesäulen ruft Entega zusätzlich zum kWh-Preis sogar eine „Gebühr pro Minute“ von 0,20 Euro auf. Die Standzeit wird auch hier zudem mit 0,20 Euro/Minute berechnet. Bei den Pfalzwerken liegt der Arbeitspreis sogar bei 0,86 Euro pro Kilowattstunde, ergänzt um zwei Zeitkomponenten von jeweils 0,12 Euro pro Minute.
Dabei handelt es sich aber nicht um klassische Blockier- oder Standzeitgebühren nach Ladeende oder nach einer bestimmten Zeit, sondern um laufende Minutenpreise, die ab der ersten Minute zusätzlich zum Arbeitspreis anfallen. Eine Blockiergebühr würde laut Entega in der App ausdrücklich als solche gekennzeichnet sein und greife in der Regel erst nach Ladeende oder nach einer definierten Karenzzeit.
Zur Preisgestaltung erklärt Entega, dass diese ausschließlich vom jeweiligen Betreiber der Ladestation festgelegt und nicht durch Entega beeinflusst werde. Beim Roaming lade man stets zu den Konditionen des jeweiligen Betreibers. „Wir empfehlen daher weiterhin, vor jedem Ladevorgang die vollständigen Konditionen des Ladepunkts direkt in der App zu prüfen. So haben Sie die größtmögliche Transparenz über die tatsächlich anfallenden Kosten“, teilt Entega mit.
Quelle: Info per E-Mail
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