ADAC-Verkehrspräsident tritt nach Spritpreis-Aussage zurück
„Der ADAC hält die CO2-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Die Leute brauchen den Anreiz, um auf klimaschonende Alternativen zum Diesel und Benziner umzusteigen“, hatte Gerhard Hillebrand Ende 2025 in einem Interview als Reaktion auf das „Autopaket“ der EU-Kommission gesagt – in der Sorge, dass die Klimaschutzziele gelockert werden könnten. „Dazu bekennt sich der ADAC ganz klar. So zu tun, als gäbe es den Klimawandel nicht, wäre ein fataler Irrweg“, so der ADAC-Verkehrspräsident weiter.
Über höhere Spritpreise für Benziner und Diesel Elektroautos finanziell attraktiver zu machen, wird von einigen Verkehrs- und Umweltexperten schon lange gefordert und scheint auch – ungeachtet sozialer Hürden zur Bezahlbarkeit der Mobilität – auch als probates Mittel, um genau das zu erreichen. Ein ADAC-Präsident, der sich für steigende Kraftstoffpreise ausspricht, war aber offenbar zu viel für einige Mitglieder. Wie zunächst die „Bild“-Zeitung berichtet hat, haben im Januar 60.000 Menschen ihre ADAC-Mitgliedschaft gekündigt. Zwar seien im gleichen Zeitraum 100.000 Mitglieder neu hinzugekommen, eine solche Kündigungswelle ist jedoch mehr als bemerkenswert.
Eine ADAC-Sprecherin brachte die ungewöhnlich hohe Anzahl an Austritten mit Hillebrands Aussagen in Verbindung – in einer Mitteilung des Autoklubs ist auch von zahlreichen Beschwerden die Rede. Das zeige, dass viele Mitglieder den Eindruck gehabt hätten, der ADAC habe seine Rolle als Anwalt der Autofahrer verlassen. „Der Eindruck, der durch das Interview entstanden ist, passt nicht zu den klaren Positionen des ADAC“, so die Sprecherin. „Ob Benziner, Diesel oder E-Auto: Wir machen uns gegen jede weitere Belastung ohne sozialen Ausgleich stark. Unser Auftrag lautet: bezahlbare Mobilität für alle.“
Mit seinem Rücktritt übernimmt Hillebrand persönlich Verantwortung für den entstandenen Reputationsschaden, so der ADAC. Er sei zu der Überzeugung gekommen, „dass es im Interesse des ADAC und seiner Glaubwürdigkeit richtig ist, daraus persönliche Konsequenzen zu ziehen“, sagt Hillebrand. Er bedauere, dass seine Äußerungen Mitglieder verunsichert und verärgert sowie Glaubwürdigkeit gekostet haben.
adac.de, spiegel.de, presseportal.de (ursprüngliches Zitat)





32 Kommentare