Weltweit fährt jeder achte neue Mercedes-Pkw rein elektrisch

Die Mercedes-Benz Group hat im zweiten Quartal 63.000 elektrische Fahrzeuge abgesetzt. Unter allen Mercedes-Pkw hatten dabei weltweit 13 Prozent aller verkauften Autos einen rein elektrischen Antrieb – gut fünf Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. China bleibt für die Stuttgarter aber ein Problemmarkt.

Mercedes benz cla produktion rastatt
Bild: Mercedes-Benz

Mercedes-Benz legt seine Absatzstatistik für das zweite Quartal vor und verdankt seine stabilen Zahlen allen voran einem merklich gestiegenen Absatz Batterie-elektrischer Fahrzeuge (BEV). Die zwischen April und Juni weltweit 63.000 verkauften BEVs entsprechen einem Plus von 25 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2026 und um 50 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2025. Von allen BEVs entfielen 52.900 Einheiten auf die Pkw- und 10.100 Einheiten auf die Van-Sparte. Über alle Antriebe hinweg verkaufte die Gruppe im zurückliegenden Quartal 511.900 Autos und Vans (+2% YoY). Die Bedeutung der Elektromodelle verdeutlicht allen voran die E-Quote : Diese stieg im Pkw-Segment von 7,7 Prozent im Q2/2025 auf nun 13 Prozent. Sprich: Jeder achte neue Mercedes-Pkw hatte in den vergangenen drei Monaten einen Elektroantrieb an Bord.

Schauen wir uns die Bilanz von Mercedes-Benz Cars im Detail an: Die Pkw-Sparte des Autobauers setzte im zweiten Quartal weltweit 417.800 Pkw ab und lag damit acht Prozent unter dem Vorjahresquartal. Dabei macht sich vor allem das schwache China-Geschäft bemerkbar: Mit nur noch knapp 100.000 Q2-Verkäufen brach der dortige Absatz um 30 Prozent ein. Für das gesamte erste Halbjahr steht für China ein dickes Minus von 28 Prozent in der Statistik. Außerhalb Chinas läuft es für Mercedes hingegen besser: „Wie schon im ersten Quartal lag der Gesamtabsatz außerhalb Chinas über dem Vorjahresniveau (+2 %), getragen vom anhaltenden Wachstum in wichtigen westlichen Regionen, darunter Nordamerika (+13 %) und Europa (+4 %), mit einem Plus von 6 % in Deutschland“, schreibt der Autobauer.

43.500 neue BEV-Pkw allein in Europa

Zoomt man auf die Batterie-elektrischen Verkäufe, verzeichnete Mercedes-Benz Cars zwischen April und Juni weltweit 52.900 BEV-Auslieferungen, ein Plus von 51 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Europa bleibt dabei mit 43.500 BEVs und einem Wachstum von 87 Prozent absoluter Kernmarkt. Hier ist schon jeder vierte Mercedes-Pkw (26%) rein elektrisch. Hervorhebt Mercedes dabei seinen Heimmarkt Deutschland, in dem sich der BEV-Absatz im zurückliegenden Quartal „mehr als verdoppelt hat“, sprich: Der Absatz legte in der Bundesrepublik um über 100 Prozent zu. Wichtige Beiträge zu diesem starken Abschneiden leisteten laut Mercedes der elektrische CLA, der elektrische GLC und der elektrische GLB. Auch wenn der Produktionsstart des GLC laut Medien durch Engpässe bei Schlüsselkomponenten etwas behäbiger angelaufen sein soll als geplant.

Für die Regionen Asien (mit China), Nordamerika und die weiteren Märkte, die Mercedes unter dem „Rest der Welt“ subsumiert, weist der Hersteller keine dezidierten BEV-Verkaufszahlen aus, sondern nennt nur die oben bereits skizzierte Absatzentwicklung über alle Antriebe hinweg. Die Stuttgarter betonen aber, dass mit den neuen Produktanläufen elektrischer Modelle die eigene Ambition vorangetrieben werden soll, „den Absatz von Elektrofahrzeugen im Jahr 2026 […] deutlich zu steigern“. Die neue elektrische C-Klasse ist bekanntlich als potenzieller Volumenbringer seit Mai in Europa bestellbar und soll bald mit nennenswerten Auslieferungen die Statistik aufbessern. Auch die Kundenaufträge für den neuen elektrischen GLC, den elektrischen CLA, den elektrischen GLB sowie die S-Klasse reichen laut Mercedes zumindest in Europa bis ins nächste Jahr.

21% aller neuen Mercedes-Pkw haben einen Stecker

Zum Absatz seiner Plug-in-Hybride (PHEV) gibt Mercedes-Benz Cars indes keine separaten Infos heraus. Der Autobauer teilt jedoch mit, dass BEVs und PHEVs gemeinsam im europäischen Absatzmix weiter an Bedeutung zulegen. Die beiden Antriebsarten fassen die Stuttgarter in ihrer Statistik als xEV zusammen: „Der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge (xEV) erreichte in Europa 43 %. Weltweit lag der xEV-Absatz im zweiten Quartal bei 87.500 Fahrzeugen, was einem xEV-Anteil von 21 % entspricht.“

Dem Thema, wie Mercedes in China gegensteuern will, widmet der Hersteller in seiner Statistikpräsentation unterdessen einen längeren Absatz. „In China ging der Absatz von Mercedes-Benz Cars vor dem Hintergrund eines intensiven Wettbewerbs, einer zurückhaltenden Verbraucherstimmung, anhaltender Modellwechsel und einer aktiven Vertriebssteuerung zurück“, lautet die Analyse. Die Herausforderungen hätten sich im zweiten Quartal, insbesondere im Segment der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verstärkt.

Die Trendwende soll nun eine neue Generation von Modellen bringen, die speziell auf chinesische Kunden zugeschnitten ist. Diese kommt laut dem Unternehmen im zweiten Halbjahr auf den Markt, „darunter der elektrische GLC L mit langem Radstand, die neue S-Klasse und die Mercedes-Maybach S-Klasse sowie der neue GLE“. Darüber hinaus sollen in den kommenden sechs bis zwölf Monaten im nahezu kompletten Sortiment ein KI-gestütztes Cockpit und ein hochentwickeltes Fahrassistenzsystem ausgerollt werden.

Mathias Geisen, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz Group AG, Vertrieb & Kunde, kommentiert: „Unsere größte Modelloffensive gewinnt weiter an Dynamik. […] Mit der neuen elektrischen C-Klasse, die seit Mai bestellbar ist, sowie der Weltpremiere des neuen vollelektrischen GLA Ende Juli gehen wir die nächsten Schritte unserer Modelloffensive. “ 

Neue Vans sind zu elf Prozent elektrisch

Blicken wir hier noch abschließend auf den Q2-Absatz von Mercedes-Benz Vans: Die Sparte verzeichnete im zurückliegenden Quartal 94.100 Verkäufe, darunter 10.100 BEVs. Während sich der Gesamtabsatz gegenüber dem Vorjahr kaum bewegte (+1%), bedeuten die 10.100 BEVs ein Plus von 46 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2025 und von 64 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2026. Der globale Elektroanteil erhöhte sich entsprechend auf elf Prozent (im Q2/2025 waren es noch 7 %. Zoomt man auf Europa lag die E-Quote sogar bei 13 Prozent (Q2/2025: 10 %).

„Der Absatz war von einem weiterhin volatilen und wettbewerbsintensiven Marktumfeld sowie geringerer Nachfrage nach Midsize Vans in China geprägt. Das starke Wachstum in Nordamerika trug zum Ausgleich dieser Effekte bei“, ordnet der Hersteller die Gesamtabsatzzahlen ein. Auch Europa leistete einen positiven Beitrag: Die Verkäufe in der hiesigen Region stiegen im zweiten Quartal um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr.

media.mercedes-benz.com

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