Mercedes: GLC-Produktion stockt wegen fehlender Batterien und Bordnetze

Mercedes-Benz hat Probleme beim Hochlauf seines elektrischen Hoffnungsträgers GLC in Bremen. Laut einem Medienbericht fehlt es an Nachschub entscheidender Komponenten. Deshalb sind die Auslieferungen des Mittelklasse-Stromers bisher auf einem eher niedrigen Niveau geblieben.

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Bild: Mercedes-Benz

Im Mai meldete Mercedes-Benz den Hochlauf der GLC-Produktion im Werk in Bremen. Vor Ort läuft das neue E-SUV auf einer flexiblen Linie mit Hybriden und Verbrennern vom Band. Schon wiederholt betonte die Stuttgarter Marke zudem, dass sich das neue Elektro-Modell bestens verkauft: „Der neue elektrische GLC wurde in den ersten drei Monaten häufiger bestellt als jedes andere Elektrofahrzeug in der Geschichte des Unternehmens“, hieß es etwa im Mai aus der Unternehmenszentrale.

Das „Handelsblatt“ schreibt nun jedoch unter Berufung auf Konzernkreise, dass es Produktionsprobleme gibt. Ein Mercedes-Sprecher bestätigte dies laut dem Wirtschaftsmagazin auch auf Anfrage: „Im Rahmen des Anlaufs des batterieelektrischen GLC kam es beim Hochlauf bei einigen wenigen Lieferanten zu Herausforderungen.“ Konkret soll der Engpass bei den Batterien von CATL und bei den Bordnetzen von Kromberg & Schubert liegen bzw. gelegen haben. Denn laut Mercedes sind die Probleme inzwischen behoben. Die Produktionsausfälle wolle man nun aufholen. Ob das bis Jahresende gelingt, ist aber fraglich. Kunden spüren die Folgen indirekt: „Wegen der hohen Nachfrage, aber auch wegen der Probleme in der Produktion müssen Kunden derzeit rund ein halbes Jahr auf ihr Fahrzeug warten“, so das Handelsblatt.

Zu den Details: Dass Batteriehersteller CATL aktuell bei Europa-Kunden umjustieren muss, wissen wir seit vergangener Woche. Seitdem ist klar, dass sich die ersten Akku-Lieferungen aus dem neuen Werk in Ungarn verzögern und stattdessen Batterien aus China hergeschafft werden müssen. Klar war bereits, dass Mercedes Elektro-Van VLE mit Produktionsort in Spanien von dieser Behelfsmaßnahme betroffen ist. Nun wissen wir, dass die GLC-Produktion dadurch ebenfalls beeinträchtigt wurde. Schließlich dauert die ad-hoc initiierte Seelieferung aus China wesentlich länger als eine innereuropäische Lieferung. Grund für die Verzögerung in CATLs Werk in Debrecen sollen laut „Handelsblatt“ wiederum Probleme mit der Umweltzertifizierung sein, bei der die neue ungarische Regierung offenbar strenger ist als die vorherige Orban-Regierung.

Zweiter Flaschenhals für die GLC-Fertigung in Bremen sollen zudem fehlende Bordnetze von Kromberg & Schubert gewesen sein – und zwar aufgrund von Produktionsausfällen in Marokko. Die dortige Fabrik des Zulieferers wurde laut dem Wirtschaftsmagazin im Frühjahr bei schweren Überflutungen beschädigt.

Die ausgebremste Produktion an der Weser manifestiert sich derweil in den Statistiken zum elektrischen GLC. Wie das Handelsblatt unter Rückgriff auf Daten von Dataforce skizziert, wurden seit dem Auslieferstart am 14. Mai europaweit erst 3.300 Neuzulassungen registriert. Zum Vergleich: Der zwei Wochen länger erhältliche BMW iX3 habe als direkter Konkurrent schon fast 15.500 Einheiten verkauft, heißt es in dem Bericht.

handelsblatt.com

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