VW bestätigt Ende von Bündnis mit Bosch für automatisiertes Fahren
Die VW-Tochter Cariad hat nun das Ende der Automated Driving Alliance (ADA) mit Bosch bestätigt. Entsprechende Medienberichte gab es bereits vor wenigen Tagen mit dem Tenor, dass interne Fachbereiche von VW die von ADA entwickelte Technik aktuell für nicht wettbewerbsfähig halten.
Laut den Partnern hat das Bündnis aber durchaus Ergebnisse produziert: Es wurde ein KI-basiertes System für SAE-Level 2 entwickelt, das nun von beiden Partnern für Lösungen für assistiertes und automatisiertes Fahren genutzt werden kann – also für „hands-free driving“, bei dem der Fahrer die Hände vom Lenkrad nehmen darf und das Auto zumindest vorübergehend selbst lenkt. Volkswagen gibt an, den für 2027 geplanten E-Kleinwagen ID.EVERY1 mit der Technologie auszustatten. Grundsätzlich lässt sich die Technik in verschiedene Fahrzeugklassen – vom Kleinwagen bis zum Premiummodell – und sowohl in Elektro- als auch in Verbrennungsmotorenplattformen integrieren, so Cariad.
„Fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme gewinnen für unsere Kunden immer mehr an Bedeutung. Sie machen das Fahren sicherer, komfortabler und einfacher. Deshalb setzt sich der Volkswagen Konzern weiterhin dafür ein, hochautomatisiertes Fahren in Europa und Nordamerika einzuführen und richtet seine Strategie konsequent auf dieses Ziel aus“, sagt Volkswagen-Chef Oliver Blume. Cariad und Bosch hätten dafür im Rahmen der Automated Driving Alliance gemeinsam eine starke technologische Grundlage geschaffen.
Laut „Automobilwoche“ sollte der Vertrag eigentlich bis Ende 2029 laufen, wurde aber nun von VW/Cariad gekündigt. Laut „Handelsblatt“ traut Volkswagen der Allianz nicht zu, den Sprung auf SAE-Level 3 schnell genug zu schaffen, bei dem die Verantwortung vom Fahrer aufs Auto übergeht und der Fahrer nicht nur seine Hände vom Lenkrad, sondern auch die Augen von der Straße nehmen darf. Er muss aber hierbei noch immer bereit sein, nach Aufforderung durchs Fahrzeug die Kontrolle innerhalb von zehn Sekunden wieder zu übernehmen.
Volkswagen hält an der Weiterentwicklung des Systems in jedem Fall fest, will nun aber einen neuen Partner suchen. Wie von uns bereits berichtet und von der „Automobilwoche“ für wahrscheinlich gehalten, wäre Mobileye ein passender PArtner: VW seit vergangenem Jahr schon bei Autobahnassistenten nach Level 2+ für Verbrenner-Modelle mit dem israelischen Unternehmen zusammen. Und autonomes Fahren auf Level 4 mit Mobileye-Technologie verwendet VW bereits im ID. Buzz AD, der bald in den USA bei Uber eingesetzt werden soll.
Laut „Handelsblatt“ halten Insider aber auch eine Kooperation mit dem britischen Startup Wayve für wahrscheinlich, das auf sogenannte KI-Foundation-Modelle. Diese können Verkehrssituationen ähnlich lernen und interpretieren, wie moderne Sprachmodelle es schaffen, Texte zu verarbeiten, so die Zeitung. Wayve hat im Februar Wayve rund eine Milliarde Euro von Finanzinvestoren sowie den strategischen Investoren Mercedes-Benz, Nissan, Stellantis, Uber, Nvidia und Microsoft erhalten.





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