VW stoppt offenbar Bündnis mit Bosch für automatisiertes Fahren

Volkswagen zieht offenbar den Stecker bei der „Automated Driving Alliance“ mit Bosch, deren Ziel es ist, Lösungen für das assistierte und automatisierte Fahren nach Level 2 und 3 zu entwickeln. Angeblich hat VW 1,5 Milliarden Euro in die Partnerschaft investiert, soll mit den Ergebnissen aber unzufrieden sein.

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Bild: CARIAD

Die „Automated Driving Alliance“ (ADA) wurde 2022 von Bosch, Volkswagen und VWs IT-Tochter Cariad gegründet, um eine skalierbare Plattform für assistiertes und automatisiertes Fahren (bis SAE-Level 3) aufzubauen. Ziel war dabei „die Entwicklung automatisierter Fahrfunktionen, die kosteneffektiv, für alle zugänglich und für die Integration in alle Fahrzeugsegmente geeignet sind“, so Bosch auf seiner Website.

Dabei sollen mehr als 1.000 Experten im Rahmen der ADA an einer entsprechenden Software-Plattform für Fahrerassistenzsysteme gearbeitet haben, um diese später auch anderen Herstellern anzubieten. Zuletzt sprachen beide Unternehmen im August 2025 davon, robustere Autopiloten zu entwickeln. Und das Projekt ist überaus groß dimensioniert: „Wir haben mehr als 1.500 Test- und Datenerfassungsfahrzeuge in Europa, den USA und Japan im Einsatz, und unsere Flotten sind rund um die Uhr unterwegs“, heißt es von Cariad zu der Partnerschaft.

Nun scheint allerdings das Ende der Allianz besiegelt zu sein: Wie zuerst die „Bild“ berichtete, soll das Bündnis eingestellt werden. Und das, nachdem VW bereits 1,5 Milliarden Euro in ADA investiert haben soll. Der Hauptgrund dafür soll sein, dass interne Fachbereiche von VW die von ADA entwickelte Technik aktuell für nicht wettbewerbsfähig halten. Demnach sieht VW gerade bei Level 2++, also dem automatisierten Fahren ohne Hände am Lenkrad auch in der Stadt, eine erhebliche Lücke zum Wettbewerb. Auf diesem Level hat Tesla zuletzt nach den USA auch in den ersten europäischen Staaten eine Zulassung für sein System FSD (Supervised) erhalten, außerdem bringt Mercedes-Benz in Kürze seinen MB.Drive Assist Pro nach den USA auch nach Europa und beim neuen BMW iX3 gibt es den vergleichbaren Autobahn- & City-Assistent.

Laut einem Bericht der „Automobilwoche“ soll der Stopp des Bündnisses mit Bosch auch direkt auf Volkswagen-CEO Oliver Blume zurückgehen: Demnach hat der Konzernchef intern kritisiert, dass die Entwicklung im Vergleich zu China, wo Volkswagen mit dem chinesischen Technologieunternehmen Horizon kooperiert, zu langsam voranschreite.

Aktuell gibt es weder von Bosch noch von VW eine Bestätigung für das Ende von ADA. Gegenüber „Bild“ sagte ein Sprecher von VW-Tochter Cariad: „Wir prüfen grundsätzlich regelmäßig unsere Entwicklungspartnerschaft und stimmen uns fortlaufend dazu ab, ob sie zu unseren strategischen und technologischen Zielen sowie den aktuellen Entwicklungen auf dem Markt passt.“ Bosch äußerte sich laut der Nachrichtenagentur Reuters später mit dem gleichen Wortlaut.

Laut den Informationen von „Bild“ will VW die Hardware und Software für künftige Systeme auf den Stufen ab Level 2++ mit einem neuen Partner zukaufen und weiterentwickeln. Ein möglicher Partner wäre z.B. Mobileye: VW seit vergangenem Jahr schon bei Autobahnassistenten nach Level 2+ für Verbrenner-Modelle mit dem israelischen Unternehmen zusammen. Und autonomes Fahren auf Level 4 mit Mobileye-Technologie verwendet VW bereits im ID. Buzz AD, der bald in den USA bei Uber eingesetzt werden soll.

bild.de, handelsblatt.com, automobilwoche.de

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