BYD soll Interesse an Beteiligung bei Renault haben
„Es bestand der Wille, die Kontrolle zu übernehmen“, so ein Insider gegenüber Les Échos. Der französische Konzern lehnte einen Einstieg von BYD der Zeitung zufolge zweimal ab. Renault habe es sich zum Grundsatz gemacht, keine Vereinbarungen dieser Art in seinem Kerngebiet, dem europäischen Markt, abzuschließen, so die Begründung. Dass Renault als eher kleiner Hersteller auf Allianzen und Partnerschaften setzt, ist nicht neu. Speziell in der aktuell sehr kapitalintensiven Transformationsphase sucht die Marke den Schulterschluss mit anderen Herstellern.
Doch die BYD-Offerte ging Renault offenbar zu weit. Laut Les Échos erfolgte der erste Vorstoß vor etwa zwei Jahren. BYD soll damals nach einigen Treffen vorgeschlagen haben, als Aktionär bei Renault einzusteigen. Unter CEO Luca de Meo war Renault seinerzeit aber bereits enger an einen anderen chinesischen Hersteller gerückt: an Geely. 2022 kauften sich die Chinesen mit 34 Prozent bei Renault Korea Motors ein, 2025 erfolgte der Einstieg bei Renault do Brasil. Zudem betreiben Renault und Geely gemeinsam mit dem Ölkonzern Aramco das Unternehmen Horse Powertrain für Verbrennungsmotoren. Europa blieb dabei aber stets das Hoheitsgebiet von Renault.
Wie Les Échos ausführt, unternahm BYD im Herbst 2025 einen zweiten Versuch und schlug erneut vor, als Aktionär bei Renault einzusteigen. „Ein solcher Schritt hätte dem französischen Konzern Zugang zur Technologie von BYD für reine Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge sowie zu dessen Batterieproduktionskapazitäten verschafft. Der chinesische Hersteller wiederum hätte Zugang zu den europäischen Werken von Renault erhalten“, so die Zeitung. Der chinesische Konzern habe jedoch keine Partnerschaft angestrebt, sondern „es bestand der Wunsch, die Kontrolle zu übernehmen“. Für Renault ein No-Go.
Offiziell bestätigen wollen BYD und Renault die Gespräche laut Les Échos nicht. Die Schilderungen basieren also rein auf Insider-Informationen. BYD macht jedoch keinen Hehl aus seinen Wachstumsambitionen in Europa. Zwar hat der Konzern in Ungarn ein eigenes Werk errichtet, die Pläne für eine weitere Fabrik in der Türkei liegen allerdings auf Eis. Stattdessen ist BYD nun auf der Suche nach einem Produktionsstandort in Südeuropa. Und: „Wir würden es vorziehen, ein bestehendes Werk zu übernehmen“, betonte BYD-Europachefin Stella Li jüngst bei einem Pressetermin in Berlin.
Les Échos berichtet, Stella Li habe zudem bei anderer Gelegenheit erklärt, sie erwäge die Übernahme einer oder mehrerer Traditionsmarken. Dabei soll sie insbesondere Interesse an Maserati bekundet haben.
lesechos.fr (auf Französisch)





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