H55 meldet Fortschritte bei der Zertifizierung seiner E-Flugzeug-Batterie
Mit der von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) überwachten Kampagne liefert H55 zertifizierungsrelevante Nachweise dafür, dass kommerzielle Lithium-Batteriezellen in Antriebsbatteriesysteme für die Luftfahrt integriert werden können, die auch im schlimmsten Fall, insbesondere bei einer Brandausbreitung, sicher funktionieren. Allerdings ist die Zertifizierung noch nicht abgeschlossen: Die Ergebnisse werden derzeit in abschließenden Testberichten dokumentiert, die H55 im ersten Quartal 2026 zur formellen Genehmigung bei der EASA einreichen will.
„Durch die Überwachung sowie den aktiven und passiven Schutz jeder einzelnen Zelle verwandelt H55 die Antriebsbatterie von einer ‚Black Box‘ mit latenten Risiken in einen versicherungstechnisch transparenten Vermögenswert und etabliert die Überwachung auf Zellebene als unverzichtbare Voraussetzung sowohl für die behördliche Typenzertifizierung als auch für die Versicherbarkeit der Flotte. Das Spannendste ist das motorähnliche Geschäftsmodell, das H55 dadurch ermöglicht“, sagt CEO Rob Solomon.
Schadensbegrenzung auf Zellebene
„Durch die direkte Auslegung von Schutz, Überwachung und Schadensbegrenzung auf Zellebene, anstatt uns auf Annahmen auf Paketebene zu verlassen, haben wir ein grundlegend anderes Energiespeichersystem entwickelt. Diese Architektur auf Zellebene ermöglicht nicht nur einen effektiven Schutz am Entstehungsort, sondern erlaubt es uns auch, die Effizienz, Leistung und langfristige Zuverlässigkeit der Batterien zu optimieren – allesamt wesentliche Faktoren für eine zertifizierbare elektrische Luftfahrt“, ergänzt CTO Sébastien Aymon-Demont.
H55 entstand als technologisches Erbe des „Solar Impulse“-Projekts von André Borschberg und Bertrand Piccard. Das Unternehmen verfügt über mehr als 2.000 unfallfreie Flugstunden mit elektrischen Systemen, zum Beispiel mit der ab 2019 getesteten Bristell Energic mit zwei Sitzen. Dabei verfolgt H55 nicht das Ziel, eigene Elektroflugzeuge herzustellen, sondern versteht sich als Technologielieferant. Dabei hat sich H55 auf elektrische Antriebssysteme spezialisiert.
Die nun durchgeführte Testkampagne für Antriebsbatteriesysteme wurde in einer zertifizierten Produktionsstätte unter Verwendung serienkonformer Hardware (keine Prototypen) durchgeführt, die in validierten Prozessen hergestellt wurde. Sie bestätigt die Fähigkeit von H55, Antriebsbatteriesysteme zu entwickeln und herzustellen, die gemäß den Zertifizierungsstandards auf behördlich zugelassenen Fertigungslinien und Lieferketten gebaut werden.
Wiederholbarer Zertifizierungspfad
Laut dem Schweizer Unternehmen schafft der Ansatz einen wiederholbaren Zertifizierungspfad für die Batterietechnologie von H55, anstatt ein einzelnes Flugzeugprogramm voranzutreiben. Denn die Zertifizierungsnachweise können für eine Vielzahl von Flugzeugplattformen kombiniert werden. Die durch das Antriebsbatteriesystem von H55 geschaffenen Systemgrundlagen sollen nun die beschleunigte Entwicklung und den regulatorischen Fortschritt sowohl für vollelektrische als auch für hybridelektrische Flugzeuge beschleunigen, so etwas für das BRM B23 Energic, die Umstellung von CAE auf vollelektrische Pilotenausbildungsplattformen und das Hybrid-Elektro-Demonstrationsprogramm Dash 8 mit Pratt & Whitney Canada.
Quelle: per Mail, h55.ch
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