BMW startet Recycling-Partnerschaft mit Lidl-Schwester PreZero

Die BMW Group geht eine strategische Kooperation mit PreZero ein, dem Entsorgungs- und Recyclingunternehmen der Schwarz-Gruppe (Lidl/Kaufland). Ziel ist es, die Kreislaufwirtschaft in der europäischen Automobilbranche voranzutreiben.

Bmw elektroauto recycling prezero
Bild: BMW

Kurz nach dem Start des Kompetenzzentrums für Kreislaufwirtschaft des VW-Konzerns in Zwickau geht auch BMW einen Schritt in Richtung einer kreislaufgerechten Zukunft. Gemeinsam mit PreZero, mit 3,9 Milliarden Euro Umsatz einer der zehn größten Entsorger weltweit, will BMW ein Geschäftsmodell zur Verwertung von Altfahrzeugen entwickeln, um einen geschlossenen Material- und Verwertungskreislauf zu etablieren.

Dabei geht es nicht explizit um Elektroautos (auch wenn im Pressebild oben eines zu sehen ist), sondern um Fahrzeuge aller Antriebsarten. Das Recycling der Altautos soll nicht nur dem Umweltschutz dienen, sondern auch Herausforderungen der Automobilindustrie angegangen werden: Dadurch will BMW seine Rohstoffabhängigkeiten perspektivisch reduzieren und Lieferketten widerstandsfähiger zu machen. 

BMW-Manager Ralf Hattler sagt zur Kooperation: „Die Zusammenarbeit mit PreZero ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg, die Kreislaufwirtschaft als echtes Geschäftsmodell zu etablieren. Für die BMW Group ist sie schon jetzt zentrales Element der Unternehmensstrategie und ein Schlüssel zur Reduktion von CO2 und Ressourcenschonung. Gemeinsam mit PreZero schaffen wir die Voraussetzungen, um die gesamte Wertschöpfungskette eines Fahrzeugs so zu gestalten, dass Materialien und Komponenten möglichst lange und hochwertig im Kreislauf bleiben. Unser Ziel ist es, den Bedarf an Primärmaterial deutlich zu senken und die Lieferketten resilienter zu gestalten.”

Die Kooperation setzt schon beim „Design for Recycling“ an, d.h. BMW will mit Untersützung von PreZero darauf achten, seine neuen Modelle noch stärker recyclingfähig zu machen. Zugleich sollen Altfahrzeuge im Rahmen der Partnerschaft als strategische Materialquelle genutzt werden. Zunächst sollen Komponenten eines Fahrzeugs durch weitere Nutzung – zum Beispiel als Ersatzteile – möglichst lange im Kreislauf gehalten werden („Reuse“). In einem weiteren Schritt ist es das Ziel, durch innovative Verwertungsprozesse mehr hochwertige Recyclingmaterialien und Rohstoffe für den weiteren Einsatz zu gewinnen. Der Bedarf an Primärrohstoffen würde so deutlich gesenkt werden.

Laut „Handelsblatt“ hat PreZero in den vergangenen Jahren durch Übernahmen und Partnerschaften seine Recyclingkompetenzen gerade auch im Bereich Autos deutlich ausgebaut. So hat der Umweltdienstleister vergangenes Jahr Re.Lion.Bat Circular übernommen, eine Batterierecycling-Firma mit Sitz im niedersächsischen Meppen, in deren Anlage Lithium-Ionen-Altbatterien aus E-Autos und Heimwerkergeräten verarbeitet werden können. Konkret werden die Batterien in Meppen zerkleinert und anschließend die enthaltenen Materialien getrennt – und zwar in Kunststoffe, Eisen- und Nichteisenmetalle sowie Schwarzmasse. Letztere wird allerdings nicht am Standort selbst weiter aufbereitet, sondern an Spezialbetriebe in Asien und Nordamerika geliefert.

bmwgroup.com, handelsblatt.com

2 Kommentare

zu „BMW startet Recycling-Partnerschaft mit Lidl-Schwester PreZero“
Why Not?
06.02.2026 um 11:05
Wissenschaftler prophezeien schon länger dass eines Tages alte Mülldeponien wieder geöffnet werden um Rohstoffe zu recyceln . Rohstoffe werden knapp und immer teurer, da zeugt es doch von viel Weitsicht das. Die Schwarz Gruppe sich dort stark macht. Mit dem Kauf eigener Schiffe hat sich ja auch schon gezeigt dass die Schwarz Gruppe voraus denkt und sich Marktanteile und Gewinne sicher will. Ein gutes Beispiel für Unternehmertum.
Simon 1
09.02.2026 um 10:54
Ich glaube man kann die Wichtigkeit solcher Initiativen gar nicht genug betonen. Am Ende ist Nachhaltigkeit halt auch nur nachhaltig, wenn es finanziell Vorteilhaft ist. Ansonsten werden die Themen beerdigt sobald sich der politische Wind dreht. Effektives Recycling von Fahrzeugen ist in der Produktion das äquivalent zum niedrigen Energieverbrauch im Betrieb. Es hilft einfach an allen Fronten gleichzeitig, solange es nicht so komplex ist, dass es unterm Strich unrentabel wird.

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