Startschuss für drittes Innovationszentrum zu Wasserstoff in Bayern

Das Bundesministerium für Verkehr fördert den Aufbau eines weiteren Innovations- und Technologiezentrums Wasserstoff (ITZ-H2). Die dritte Einrichtung dieser Art entsteht in Pfeffenhausen und wird von mehreren bayrischen Hochschulen und Firmen getragen.

Wtaz wasserstoff pfeffenhausen
Übergabe des Fördermittelbscheids
Foto: Bayerische Staatskanzlei

Während die Formulierung Innovations- und Technologiezentren Wasserstoff (ITZ-H2) mehrere Einrichtungen im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie der Bundesregierung umschreibt, nennt sich geplante Einrichtung in Pfeffenhausen konkret Wasserstoff-Technologie-Anwenderzentrum (WTAZ).

Das WTAZ will seinen Schwerpunkt auf Wasserstoffantrieben und Betankungstechnik für den Schwerlastverkehr (also Wasserstoff-Lkw), Kurzstrecken-Luftverkehr (z.B. Flugtaxis) sowie unbemannte Flugobjekten (Drohnen) legen. Dabei soll es u.a. um den Einsatz von Flüssigwasserstoff, H2-Verbrennungsmotoren, Tanks und Betankungssysteme sowie den Aufbau eines Gesamtfahrzeugprüfstandes gehen.

Prüfstand bildet komplette Entwicklungskette ab

Der Prüfstand soll Klimakammer, Simulatoren für Brennstoffzellen-, Batterie- und Antriebssysteme sowie moderner Sensorik bieten und die komplette Entwicklungskette vom Labor bis zum realen Betrieb abbilden. Forschungsschwerpunkte auf dem Prüfstand sind Effizienz, Sicherheit, Betriebsfestigkeit sowie die Absicherung cyber-physischer Systeme und automatisierter Fahrfunktionen.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sagt: „Deutschland nimmt bei der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie eine internationale Spitzenposition ein. Damit diese Schlüsseltechnologie ihren Weg aus der Forschung in die breite Anwendung findet, braucht es mutigen Unternehmergeist und leistungsfähige Innovationsräume. Genau das leistet das Innovations- und Technologiezentrum Wasserstoff in Pfeffenhausen im Freistaat Bayern.“ Dort entstehe eine zentrale Innovationsplattform für Wasserstofftechnologien, die die Antriebswende im Verkehr entscheidend voranbringen und zugleich nachhaltige Wertschöpfung in Deutschland sichern werde, so Schnieder weiter.

Das Verkehrsministerium fördert das Projekt mit 54 Millionen Euro. Der Freistaat Bayern hat weitere 30 Millionen Euro Zuwendung in Aussicht gestellt, von denen ein Teil bereits in den Grunderwerb und die Erschließung des Wasserstoffzentrums durch die Kommunalgesellschaft H2LA in Pfeffenhausen geflossen ist.

Betrieben werden soll das WTAZ von der Hochschule Landshut, der Technischen Hochschule (TH) Ingolstadt und der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg sowie den Firmen HyTACC und HyTACC CRYO. Auf dem Gelände in Pfeffenhausen, auf dem das WTAZ nun entstehen soll, ist bereits im Herbst 2024 der Elektrolyseur der HyPerformer Wasserstoffmodellregion HyBayern in den Probebetrieb gegangen.

Wasserstoff-Verflüssiger mit Anschluss an Elektrolyseur

HyTACC CRYO wird den ersten Wasserstoff-Verflüssiger im Direktanschluss an einen Elektrolyseur zur Erzeugung von 100% grünen Flüssigwasserstoff errichten und damit ab Ende 2027 die Erprobung von Nutzfahrzeug-, Sonderfahrzeug-, Kleinflugzeug- und Drohnenantrieben mit Flüssigwasserstoff, CRYOGAS (kryogenes Druckgas) und aus Flüssigwasserstoff erzeugtem Druckgas ermöglichen.

Weiterhin wird die Planung für eine Wasserstofftesthalle mit Außentestflächen für den Betrieb von Großprüfständen der drei genannten Hochschulen sowie zur Nutzung durch gewerbliche Anwender, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Startups, gestartet.

Das WTAZ wird das dritte ITZ-H2 mit Förderung des Verkehrsministeriums sein. Der Standort in Pfeffenhausen folgt auf die bereits gestarteten Zentren in Chemnitz sowie Norddeutschland mit den Städten Bremen, Bremerhaven, Hamburg und Stade. Ein viertes ITZ-H2 soll in Duisburg folgen.

bmv.de, haw-landshut.de

11 Kommentare

zu „Startschuss für drittes Innovationszentrum zu Wasserstoff in Bayern“
Heinz Walter
11.02.2026 um 14:23
Für solche Luftschlösser ist das Geld immer da, wo bleiben die Stromnetze und die Batteriespeicher, die in diesem Land wirklich was durch die dann geringeren Stromkosten verändern könnten?
Manfred
11.02.2026 um 15:49
Dem stimme ich zu, Bayern scheint den Ernst der Lage nicht begriffen zu haben. Ohne Erneuerbaren (im Flächenland Bayern würde Windenergie gut Platz finden, und ohne Stromnetze auch kein Wasserstoff der ineffiziente LKW oder Flugtaxis antreiben kann.
Jakob Sperling
11.02.2026 um 20:20
Bayern boomt. Seit vielen Jahren. In deutlichem Kontrast zu anderen Ländern und Regionen in Deutschland. Hier sieht man einen der Gründe, warum das so ist. Man denkt voraus. Selbst wenn man dabei vielleicht einmal ein Risiko eingeht.
Stef
12.02.2026 um 15:01
Ich lebe in Bayern und hab selten so nen Schmarrn gelesen. Die CSU sorgt dafür dass nix vorwärts geht. Bayern hat einfach Glück dass ein paar große Zugpferde wie Audi und BMW hier sind. An der Politik liegt das alles sicher nicht.
NoFake
12.02.2026 um 07:32
Ja man kann sich die Welt, respektive Bayern schönreden. Wir reden von Boom eher über Altlasten die z.T. kräftig auf Subventionsfüßen stehen. „Die Physik diskutiert nicht – sie existiert und ist keine Ideologie“ und daran ändern auch solche Parolen wie "Bayern boomt", übrigens echt schräg daraus abzuleiten, dass Wasserstoff ein Zukunft in der Mobilität hat.
Andreas Scholz
12.02.2026 um 06:39
Man denkt zurück, trifft es eher. In allen drei genannten Schwerpunkten hat manvielleicht vor 10 Jahren noch gedacht, dass H2 die Lösung ist. Mittlerweile weiß man, dass Batterielösungen deutlich überlegen sind / sein werden. Für solch tote Pferde jetzt noch solche Millionensummen zu geben, ist pure. Verschwendung von Steuergeldern. Wirklich traurig, dass so etwas möglich ist.
Linksgrün
11.02.2026 um 21:50
"Innovationszentrum" raus, "Subventionszentrum" rein, das trifft es eher. Söder und Aiwanger am Werk. Falls noch jemand an H2 im Straßenverkehr glaubt, spricht der bestimmt bayrisch.
Wolfgang
12.02.2026 um 11:41
Erste Aufgabe für das Innovationszentrum sollte es sein eine Umrüstung der ganzen bisher geförderten H2 Brennstoffzellen Fahrzeuge auf Vollelektronischen Antrieb zu entwickeln. Die Bielefelder Müllwagen könnten gleich die ersten 'Patienten' sein. Technologieoffen und Ideologiefrei betrachtet sollte damit eine Effizienz Steigerung um 200% drin sein.
sig
12.02.2026 um 13:23
Saludos Amigos.
Johsef Schmidt
12.02.2026 um 15:08
Leider wird das tote Pferd schon seit vielen Jahren weitergeritten. Das Füllhorn der Regierenden scheint unerschöpflich. Alles auf Schulden aufgebaut, ohne Verantwortung für das Vermögen des Steuerzahlers
Battie
16.02.2026 um 18:29
Bei so vielTraum, Illusion, Fata Morgana wird der Aufschlag in einer Realität der BEV hart sein. Hoffentlich greift noch rechtzeitig die Vernunft und das Projekt wird wenigstens auf halber Strecke gecancelt. Oder soll das Scheitern (wer hätte nu echt daran gedacht?) dann gar als Begründung dienen, dass Energiewende einfach nicht geht? Omeiomei ...

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