Xpeng bringt neues Flaggschiff-SUV GX

Der chinesische E-Auto-Hersteller Xpeng bereitet in China die Einführung seines sechssitzigen SUV-Flaggschiffs GX vor. Dort soll das Modell mit Batterie-elektrischem Antrieb und mit Range Extender auf den Markt kommen. (Update am Artikelende)

Xpeng gx teaser
Bild: Xpeng

Mit dem G9 hat Xpeng bereits ein großes Premium-SUV im Angebot, der G9 ist aber maximal ein Fünfsitzer und bleibt mit 4,89 Metern deutlich unter der Fünf-Meter-Marke. In China gibt es jedoch einen Markt für besonders luxuriöse SUV-Baureihen mit bequemen Einzelsitzen im Fond. Genau diese Lücke will Xpeng mit dem GX schließen.

Das Unternehmen hat das neue Modell in der Februar-Ausgabe des Fahrzeugkatalogs des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie gelistet, was in China als Zeichen für einen baldigen Marktstart gilt. Xpeng-Gründer und -CEO He Xiaopeng hat bereits angekündigt, dass das Modell innerhalb weniger Monate vorgestellt werden soll.

In jenem Fahrzeugkatalog hat Xpeng sechs Varianten angemeldet – drei als Range Extender (EREV) und drei mit Batterie-elektrischem Antrieb (BEV). Die BEV werden entweder mit einem 270 kW starken Motor an der Hinterachse oder als Allradler mit einem zusätzlichen 160-kW-Motor an der Vorderachse angetrieben. Eine Abweichung von der jüngsten Xpeng-Modellpolitik gibt es: Während die Modelle G6, G9, P7 und P7+ allesamt auf LFP-Batterien umgestellt wurden, soll es im GX neben einer LFP-Batterie auch eine „ternäre“ Lithium-Ionen-Batterie geben – so werden in China meist NMC-Batterien bezeichnet. Der Energiegehalt der Batterie-Optionen ist nicht bekannt, da er in dem Fahrzeugkatalog nicht angegeben werden muss. Der Batterie-Hersteller hingegen schon, dabei handelt es sich um CALB – bei den NMC- und LFP-Zellen. Eine Besonderheit der aktuellen Xpeng-Modelle ist das 5C-Laden mit Ladezeiten von 12 Minuten. Auch zur Ladezeit gibt es keine Aussagen. Es wäre aber eine große Überraschung, wenn ausgerechnet das Flaggschiff-Modell unter dem sonstigen 5C-Standard liegt.

In den EREV-Varianten kommen ebenfalls Batterien von CALB zum Einsatz, hier aber ausschließlich mit LFP-Zellen. Den Antrieb übernehmen ein 210-kW-Elektromotor vorne und ein 160-kW-Aggregat hinten. Als Generator ist ein 1,5 Liter großer Benziner von Harbin Dongan Auto Engine verbaut, der maximal 110 kW leistet. Mit 63,6 kWh soll die Batterie für ein EREV relativ groß sein. Allerdings sind die Range-Extender-Modelle mit 2,84 bis 2,89 Tonnen Leergewicht schwerer als das Batterie-elektrische Modell, das auf ein Leergewicht zwischen 2,69 und 2,82 Tonnen kommt.

Xpeng-Vertreter hatten schon zuvor angegeben, dass der GX autonomes Fahren nach Level 4 unterstützen soll, bei dem der Fahrer die Verantwortung zeitweise komplett an das Auto abgeben kann. Dafür soll der GX mit gleich vier der inhouse entwickelten Turing-Chips für KI-Anwendungen ausgestattet werden, die auf über 3.000 TOPS (Trillion Operations Per Second) Rechenleistung kommen.

Der Xpeng GX ist 5,27 Meter lang, 2,00 Meter breit und 1,80 Meter hoch. Der Radstand wird mit 3,12 Metern angegeben. Gebaut werden soll das Fahrzeug in der Xpeng-Fabrik in Guangzhou. Die Preise sind noch nicht bekannt – das Portal CarNewsChina schätzt eine recht grobe Preisspanne von 400.000 bis 500.000 Yuan, also derzeit 49.000 bis 61.000 Euro. Und ob das Flaggschiff auch nach Europa kommt, ist ebenfalls noch nicht gesichert. 

Update vom 19. März 2026

Xpeng hat nun die Serienproduktion seines neuen Modells GX aufgenommen. Die Markteinführung soll im April oder Mai in China erfolgen. Mit dem GX will Xpeng das Segment der Luxus-SUVs aufmischen – und zwar nicht nur mit der hochwertigen Gestaltung des Interieurs, sondern auch mit technischen Highlights. So soll das Fahrzeug über ein Steer-by-Wire-System von Bosch verfügen. Durch den Entfall der mechanischen Verbindung zwischen Lenkradaktuator und Zahnstangenaktuator entstehen neue Freiheiten zur Gestaltung des Fahrzeuginnenraumes sowie bislang nicht mögliche Funktionen und Features, schreibt Bosch auf einer Produktseite dazu, ohne jedoch konkret Bezug auf Xpeng zu nehmen.

Der Xpeng GX verfügt ferner über autonomes Fahren auf Level 4, wobei bislang unklar ist, unter welchen Bedingungen in welchen Regionen diese Funktion überhaupt verwendet werden darf. Denn wenn ein Fahrzeug autonom auf Level 4 fahren darf, so ist dies immer auf ein bestimmtes Betriebsgebiet beschränkt, für das der jeweilige Hersteller bei den örtlichen Behörden eine Genehmigung einholen muss.

carnewschina.com, cnevpost.com, x.com, carnewschina.com (Update)

2 Kommentare

zu „Xpeng bringt neues Flaggschiff-SUV GX“
Philipp
18.02.2026 um 17:03
Sieht halt einfach genau aus wie ein Range Rover :-)
Paul-Gerhard Fenzlein
20.03.2026 um 08:20
Dass derzeit viele große SUVs in China – etwa der AITO M9 oder M8, der Li Auto L8, der NIO ES8 und wohl auch der kommende NIO ES9 – optisch an einen Range Rover erinnern, ist per se weder schlecht noch ungewöhnlich. Genau dieser Stil kommt bei jungen, wohlhabenden chinesischen Käufern sehr gut an. Diesen Trend hat Xpeng bislang eher verschlafen. Bisher war Xpeng mit Modellen wie dem Mona M03, G6, G9 sowie dem P7+ eher im bezahlbaren Massenmarkt positioniert. Ein Premium-Luxus-SUV mit sechs Sitzen fehlte bislang im Portfolio. Ob der GX die seit November 2025 stagnierenden Verkaufszahlen jedoch deutlich verbessern kann, halte ich für fraglich. Die Konkurrenz durch AITO und insbesondere NIO ist im chinesischen und asiatischen Markt bereits seit längerer Zeit sehr stark etabliert. Ein echtes zusätzliches Alleinstellungsmerkmal des Xpeng GX könnte allenfalls das Steer-by-Wire-System von Bosch sein, das ihn gegenüber dem AITO M8 und dem vergleichbaren NIO ES8 technisch differenziert. Ob dieses Merkmal für chinesische Kunden jedoch den Verzicht auf LiDAR-Sensoren beim autonomen Fahren auf Level 3 kompensieren kann, erscheint ebenfalls zweifelhaft. Auch preislich scheint der Xpeng GX nicht so positioniert zu sein, dass er für chinesische Kunden automatisch zur ersten Wahl werden könnte. Hinzu kommt, dass das Fahrzeug als EREV zwar Vor- und Nachteile bietet, der Reichweitenvorteil jedoch von NIO durch das Batteriewechselsystem weitgehend neutralisiert werden kann. Darüber hinaus verfügt NIO mit dem größeren vorderen Frunk über einen praktischen Raumvorteil gegenüber dem GX, aber auch gegenüber anderen Wettbewerbern. Zusätzlich fehlt dem Xpeng GX bislang noch das Prestige, das ein AITO M9 oder ein NIO ES9 mit all ihren technischen Raffinessen bereits verkörpern. Hier ist noch eine etwas schärfere, meinungsstärkere Fassung: Xpeng steigt mit dem GX in ein Segment ein, das in China längst besetzt ist. Große Premium-SUVs, die optisch stark an den Range Rover erinnern, treffen dort seit Jahren den Geschmack junger, wohlhabender Käufer. AITO, Li Auto und NIO haben sich in diesem Feld jedoch bereits klar positioniert, während Xpeng diesen Trend bislang kaum bedient hat. Mit Modellen wie Mona M03, G6, G9 und P7+ war Xpeng bisher vor allem im bezahlbaren Volumensegment unterwegs. Ein luxuriöser Sechssitzer im SUV-Format fehlte. Genau diese Lücke soll nun offenbar der GX schließen. Ob das ausreicht, um die seit November 2025 stagnierenden Verkaufszahlen spürbar zu beleben, darf bezweifelt werden. Denn der GX kommt spät. AITO und vor allem NIO sind im chinesischen und asiatischen Markt längst stark verankert. Das Bosch-Steer-by-Wire-System ist zwar ein interessantes technisches Differenzierungsmerkmal gegenüber Modellen wie dem AITO M8 oder dem NIO ES8. Fraglich bleibt aber, ob dies für Käufer schwerer wiegt als der Verzicht auf LiDAR im Kontext von Level-3-Autonomie. Auch bei Preis, Prestige und Markenwahrnehmung dürfte es Xpeng schwer haben. Der GX wirkt nicht so positioniert, dass er für chinesische Kunden die klare Nummer eins werden könnte. Selbst der EREV-Antrieb liefert keinen durchschlagenden Vorteil, weil NIO den Reichweitennachteil von BEVs mit seinem Batteriewechselsystem in der Praxis elegant entschärft. Dazu kommt der größere Frunk bei NIO, der beim nutzbaren Raum einen echten Alltagsvorteil bietet. Am Ende fehlt dem Xpeng GX vorerst genau das, was in diesem Segment besonders zählt: die Strahlkraft und das Prestige eines AITO M9 oder eines künftigen NIO ES9.

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