„Solar-Hammer“ von Katherina Reiche könnte auch E-Mobilität treffen
Unter anderem dem ARD-Hauptstadtstudio und der Süddeutschen Zeitung liegt ein Entwurf zur geplanten Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vor. In dem Arbeitsentwurf, der sich inhaltlich bis zur finalen Beschlussfassung noch ändern kann, plant das CDU-geführte Wirtschaftsministerium den Berichten zufolge starke Einschnitte und erhöhte Auflagen bei der Solarförderung – vor allem bei kleinen Solaranlagen auf Privathäusern. Es ist schon vom „Solar-Hammer“ von Katherina Reiche die Rede.
„Es ist folgerichtig, dass auch die erneuerbaren Energien künftig mehr in die Verantwortung genommen werden“, sagte die CDU-Politikerin der Berliner Morgenpost. „Anlagen, die sich selbst wirtschaftlich tragen, brauchen keine dauerhafte Subvention durch die Allgemeinheit. Deshalb stellen wir das Fördersystem marktorientierter, innovativer und effizienter auf.“
Doch was ist genau geplant? Laut der Tagesschau soll konkret die Förderung für Anlagen bis 25 Kilowatt installierter Leistung eingestellt werden. Über eine garantierte Einspeisevergütung (derzeit 20 Jahre lang) kann schon in der Planungsphase recht gut abgeschätzt werden, wie viel Strom erzeugt wird, wie viel im Haushalt direkt genutzt wird und welche Anteile ins Netz eingespeist (und zum festen Tarif vergütet) werden. Die Betreiber der kleinen Anlagen, also meist Privathaushalte, müssten dann ihren eingespeisten Strom selbst vermarkten und entsprechende Verträge schließen. Wenn dann zum Beispiel zur Mittagszeit viel PV-Strom eingespeist wird und die Nachfrage gering ist, können die Preise auch auf null sinken – und man erzielt womöglich gar keine Einkünfte mehr.
Statt der pauschalen Vergütung sollen die Kunden sich erst einen Abnehmer über eine Strombörse suchen. „Außerdem sollen die Besitzer nur noch die Hälfte ihres Stroms einspeisen dürfen“, schreibt die Tagesschau. Und: Für kleine Solaranlagen bis sieben Kilowatt soll ein smarter Stromzähler Pflicht werden. Die Kosten für dessen Einbau könnten die potenziellen Einsparungen zunichte machen und so Menschen direkt vom Kauf abhalten.
Bezogen auf die Elektromobilität ist besonders die Kombination einer eigenen PV-Anlage mit einer Wallbox für das E-Auto und gegebenenfalls einem Heimspeicher sinnvoll, um den Eigenverbrauch zu erhöhen. Mit den neuen Vorgaben und potenziellen Kosten verschiebt sich allerdings die Amortisation. Wie das Verbraucherportal Finanztip vorrechnet, würde eine Anlage mit E-Auto, Wärmepumpe und Stromspeicher dann statt in knapp 13 Jahren erst ab 17 Jahren rentabel. Eine PV-Anlage allein würde sich erst nach 31 Jahren lohnen.
Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) zeigt sich gegenüber dem ARD-Hauptstadtstuio alarmiert. „Die Abschaffung der EEG-Vergütung und der Zwang zur Direktvermarktung würden die Bürger-Energiewende zum Erliegen bringen“, erklärte BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer Carsten König. Die Einspeisevergütung ist demnach für die Mehrzahl neuer Solaranlagenbetreiber immer noch notwendig, um eine „hinreichende Rentabilität sicherzustellen“.
Ähnlich äußerte sich auch der Geschäftsführer des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne), Robert Busch, gegenüber der Morgenpost. „Das offenkundige Zurückdrängen der erneuerbaren Energien hält Deutschland noch länger in der Abhängigkeit fossiler Lieferanten und treibt die Verbraucher in eine gefährliche Abhängigkeit“, so Busch. „Die erneuerbaren Energien hingegen übernehmen schon heute Systemverantwortung, und sie könnten es um einiges mehr, stünden ihnen die Verteilnetzbetreiber zur Seite statt im Weg.“





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