„Solar-Hammer“ von Katherina Reiche könnte auch E-Mobilität treffen

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche will die Solar-Förderung für private Haushalte abschaffen. Neue Installationen von kleinen Solaranlagen sollen damit ohne staatliche Finanzierung auskommen, weil sie „von sich aus schon wirtschaftlich“ sein könnten. Das könnte auch die Finanzplanung beim E-Auto-Kauf betreffen.

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Bild: E.ON/Malte Braun

Unter anderem dem ARD-Hauptstadtstudio und der Süddeutschen Zeitung liegt ein Entwurf zur geplanten Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vor. In dem Arbeitsentwurf, der sich inhaltlich bis zur finalen Beschlussfassung noch ändern kann, plant das CDU-geführte Wirtschaftsministerium den Berichten zufolge starke Einschnitte und erhöhte Auflagen bei der Solarförderung – vor allem bei kleinen Solaranlagen auf Privathäusern. Es ist schon vom „Solar-Hammer“ von Katherina Reiche die Rede.

„Es ist folgerichtig, dass auch die erneuerbaren Energien künftig mehr in die Verantwortung genommen werden“, sagte die CDU-Politikerin der Berliner Morgenpost. „Anlagen, die sich selbst wirtschaftlich tragen, brauchen keine dauerhafte Subvention durch die Allgemeinheit. Deshalb stellen wir das Fördersystem marktorientierter, innovativer und effizienter auf.“

Doch was ist genau geplant? Laut der Tagesschau soll konkret die Förderung für Anlagen bis 25 Kilowatt installierter Leistung eingestellt werden. Über eine garantierte Einspeisevergütung (derzeit 20 Jahre lang) kann schon in der Planungsphase recht gut abgeschätzt werden, wie viel Strom erzeugt wird, wie viel im Haushalt direkt genutzt wird und welche Anteile ins Netz eingespeist (und zum festen Tarif vergütet) werden. Die Betreiber der kleinen Anlagen, also meist Privathaushalte, müssten dann ihren eingespeisten Strom selbst vermarkten und entsprechende Verträge schließen. Wenn dann zum Beispiel zur Mittagszeit viel PV-Strom eingespeist wird und die Nachfrage gering ist, können die Preise auch auf null sinken – und man erzielt womöglich gar keine Einkünfte mehr.

Statt der pauschalen Vergütung sollen die Kunden sich erst einen Abnehmer über eine Strombörse suchen. „Außerdem sollen die Besitzer nur noch die Hälfte ihres Stroms einspeisen dürfen“, schreibt die Tagesschau. Und: Für kleine Solaranlagen bis sieben Kilowatt soll ein smarter Stromzähler Pflicht werden. Die Kosten für dessen Einbau könnten die potenziellen Einsparungen zunichte machen und so Menschen direkt vom Kauf abhalten.

Bezogen auf die Elektromobilität ist besonders die Kombination einer eigenen PV-Anlage mit einer Wallbox für das E-Auto und gegebenenfalls einem Heimspeicher sinnvoll, um den Eigenverbrauch zu erhöhen. Mit den neuen Vorgaben und potenziellen Kosten verschiebt sich allerdings die Amortisation. Wie das Verbraucherportal Finanztip vorrechnet, würde eine Anlage mit E-Auto, Wärmepumpe und Stromspeicher dann statt in knapp 13 Jahren erst ab 17 Jahren rentabel. Eine PV-Anlage allein würde sich erst nach 31 Jahren lohnen.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) zeigt sich gegenüber dem ARD-Hauptstadtstuio alarmiert. „Die Abschaffung der EEG-Vergütung und der Zwang zur Direktvermarktung würden die Bürger-Energiewende zum Erliegen bringen“, erklärte BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer Carsten König. Die Einspeisevergütung ist demnach für die Mehrzahl neuer Solaranlagenbetreiber immer noch notwendig, um eine „hinreichende Rentabilität sicherzustellen“.

Ähnlich äußerte sich auch der Geschäftsführer des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne), Robert Busch, gegenüber der Morgenpost. „Das offenkundige Zurückdrängen der erneuerbaren Energien hält Deutschland noch länger in der Abhängigkeit fossiler Lieferanten und treibt die Verbraucher in eine gefährliche Abhängigkeit“, so Busch. „Die erneuerbaren Energien hingegen übernehmen schon heute Systemverantwortung, und sie könnten es um einiges mehr, stünden ihnen die Verteilnetzbetreiber zur Seite statt im Weg.“

tagesschau.de, morgenpost.de, vision-mobility.de

14 Kommentare

zu „„Solar-Hammer“ von Katherina Reiche könnte auch E-Mobilität treffen“
notting
28.02.2026 um 10:28
Dass man bei der Einspeise-Vergütung bei 20x soviel Strom erzeugen wie ich aktuell brauche. Selbst mit Wäpu, E-Auto usw. werden ich das nur zum kleineren Teil nutzen können, zumal ich immer Mo., Mi. und Fr. Home-Office bräuchte um den Strom optimal zu nutzen (so eine starre Lösung ist aber bei meinem Job komplett unsinnig). Bei zwei aufeinanderfolgenden Bürotagen wäre der Akku mit nur eigenem PV-Überschuss sicher leer bevor ich am 2. Tag wieder daheim bin. Und wenn ich viele Home-Office-Tage hintereinander habe, brauche ich den Strom nicht zum fahren, der Akku wird recht bald voll sein, insb. im Sommer. Andererseits sorgt es dafür, dass man immer eher über die 25kWp-Grenze kommt, sodass die hier gesagten Sachen sich garnicht auswirken. Wenn man z. B. 100m² Wohnfläche/Stockwerk hat, ist man bei den heutigen Moduleffizienzen mind. nahe 25kWh, wenn man das Dach (fast) voll macht. Da muss man schon Glück haben, dass man z. B. ein recht schräges Norddach hat, was in der Regelung in die 100% Dachfläche von denen x% belegt werden müssen garnicht reinzählt bzw. nicht noch ein Car-Port etc. unter die Pflicht fällt. Und ein Großteil der IMSYS-Stromzähler-Kosten wird doch durch Modul 1 (ggf. mit 3) oder in gewissen Fällen Modul 2 kompensiert?notting
Daniel
02.03.2026 um 09:25
Es gibt noch ein viel größeres Problem. Der Verteilnetzbetreiber kann ihr Gebiet zu einem Gebiet erklären, das keinen zusätzlichen Strom verträgt, dann kann er sich 10 Jahre lang weigern ihre Anlage überhaupt anzuschließen. Der absolute Hammer, das gilt auch für Inselanlagen, die nie Strom in das Netz einspeisen würde. Diese Frau ist die ekelhafteste Lobbyistin für ein paar große Energieunternehmen, die ich je im politischen Betrieb gesehen habe. Die ist Ministerin für Deutschland, nicht für ein paar Energieunternehmen. Entweder sie macht endlich ihren Job oder sie wechselt wieder und lässt sich als Lobbyistin registrieren
Volker Jaschke
28.02.2026 um 12:02
Die Anschaffung eines (gebrauchten) E-Autos zur Erhöhung des Eigenverbrauchs wird doch jetzt noch attraktiver, oder sehe ich das falsch?
notting
28.02.2026 um 13:01
Wenn du tatsächlich oft/lange genug tagsüber daheim laden kannst (z. B. zu kleiner Akku im E-Auto ist eher schlecht), aber auch genug damit fährst (kleiner Akku = kleinerer Aktionsradius ohne dass man abseits der eigenen Lademöglichkeit laden muss) und die Kohle dafür hast schon. Also dein Argument zieht nur bedingt. Zudem gibt's hier IMHO nur 2 Zustände: Man hat schon genug E-Auto(s), dann zieht dein Argument nicht. Und wenn man das nicht hat, macht es oft Sinn zu warten bis man eh ein neues Auto kaufen muss, wodurch dein Argument nur bedingt zieht. notting
Volker Jaschke
02.03.2026 um 12:34
Natürlich hängt es von den individuellen Gegebenheiten ab. Ich habe nur versucht eine Hypothese zu erstellen was mit der wegfallenden Förderung passieren würde und da kann ich mir schon vorstellen dass es die Kreativität befördert, den Strom anderweitig zu vermarkten. Zum Beispiel die Nachbarn einladen, ihr E-Auto dort zu laden. Sagen wir 20cent/kwh dann ist das ein super Deal für beide.
TeaJay
28.02.2026 um 13:54
IMSys Preise sind doch gedeckelt und werden ja irgendwann überall eingebaut. Das traurige ist halt, dass der Rollout so schleppend läuft in DE und viele Netzbetreiber auch noch zusätzlich Bremsen und blockieren. Wenn die Netze mal intelligent werden, muss man die Erneuerbaren auch nicht ausbremsen. Aber natürlich bremsen die alten Versorger und Netzbetreiber weil denen ja in Zukunft die Einnahmen schwinden wenn Energie in Bürgerhand ist.
Daniel
02.03.2026 um 09:28
Ja, und genau für diese Unternehmen macht diese Dame Politik. Damit sich die noch ein paar Jahre die Taschen voll machen. Sieht man doch bei den Netzbetreibern. Die kassieren Netzentgelte, aber statt die Netze auszubauen, wird das Geld als Dividende an die Anteilseigner verteilt.
H. Ebel
02.03.2026 um 08:19
Das ist wiedermal typische Lobbyarbeit gegen die Erneuerbaren. Diese Frau ist hier total fehl am Platze.
Robert
02.03.2026 um 16:21
was erwartest du Schließlich war Frau Reiche meines Wissens Chef Sekretärin beim Altmair also kein Wunder das sie da weitermacht.
Tommy
02.03.2026 um 08:31
Man merkt immer mehr, wo „Katherina“ herkommt! Da lässt sich Öl und Gas nicht verleugnen. Ist doch toll wenn wir von zwei Seiten abgezockt werden! Ist ja so gut für den Klimawandel!? … diese Heuchler…
Micha
02.03.2026 um 08:57
Die Akkus werden doch immer billiger. Inzwischen kostet 1kw Akku nur noch 150 bis 250€. Die haben Zeit Management und können zu den Zeiten Zeiten einspeisen. Das passt dann schon. Nicht immer so schwarz sehen.
Torsten
02.03.2026 um 10:21
Was Frau Reiche anscheinend immer vergießt, die Einspeisevergütung kann mal auch als garantierten Preis für die Abnahme des überschüssigen PV Stroms sehen, nicht als Subvention. Fällt die Abnahme weg, durch gesetzliche Regelungen wie diese, weil keiner sich mehr eine bis 25 KW Peak Anlage aufs Dach setzt., muss der Strom/Gas zur Stromerzeugung woanders her eventuell teurer importiert werden. Viel wichtiger wäre ein beschleunigter Netzausbau um überschüssigen Strom abzuleiten oder/und große regionale Batteriezwischenspeicher. Die Regierung kann doch froh sein das der PV Zubau so gut voran gekommen ist ...dieser Gesetzesvorschlag ist grundfalsch
erFahrer
03.03.2026 um 09:39
Dachflächen nicht vollständig zu nutzen ist ein Irrweg. Gerade dort sind die Netze sehr dicht und leicht zu ertüchtigen. Es ist eine Schande. Erneuerbare sind der größte Stromversorger Deutschlands habe jedoch keine Stimme bei den Regierenden. Venezuela und Iran bringen soviel Öl-Macht mit sich, auch weil viele Regierende in der EU den Absatz davon mit Gesetzen versuchen zu sichern. Doch. - nothing can stop us now. Und wer gerne Opfer sein will den sei die Entscheidung dafür technologiefrei wählbar Ps. Die Frage ist nicht ob, sondern wie solche Gesetze die eMobilität tangieren? .
Willi Hörrmann
04.03.2026 um 07:54
Für mich handelt Frau Reiche gegen uns Bürger,und für die Interessen der großen Stromkonzerne.Wie wichtig mehr Unabhängigkeit von Öl und Gas ist,zeigt sich jetzt wieder bei dem aktuellen Krieg in Nahost.Jetzt halte ich es für sehr wichtig bei den anstehenden Kommunal.-und Landtagswahlen keineder Unionsparteien zu wählen.Darin sehe ich noch eine kleine Chance das Unheil für Bürger,Solateurfirmen,PV Modulhersteller und der Autoindustrie noch abzuwenden.

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