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Vision Zero: Wann rollt der Verkehr in Berlin rein elektrisch?

15 Jahre Elektromobilität in Berlin – vom Experiment zur Realität. Doch wie weit ist die Hauptstadt wirklich? eMO-Chef Gernot Lobenberg zieht Bilanz, spricht über politische Bremsklötze, überraschende Erfolge und erklärt, warum die Verkehrswende oft weniger an Technik als an Gewohnheiten scheitert.

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In dieser Episode von „eMobility Insights“ spricht electrive-Chefredakteur Peter Schwierz mit Gernot Lobenberg, dem Leiter der Berliner Agentur für Elektromobilität (eMO), über eine Zeitreise durch anderthalb Jahrzehnte elektrischen Aufbruchs – und über die Frage, wie realistisch ein nahezu vollständig elektrischer Verkehr in der Hauptstadt wirklich ist.

Als Lobenberg Anfang 2011 zur eMO wechselte, war Elektromobilität noch ein Experiment. Serienfahrzeuge waren rar, Ladeinfrastruktur kaum vorhanden. Heute ist Berlin ein ganzes Stück weiter: Die Zahl der Elektroautos hat sich allein seit 2018 von rund 9.000 auf etwa 90.000 verzehnfacht. Auch bei den Ladepunkten ging es rasant voran – von gut 3.200 auf rund 40.000, wenn man private und öffentlich zugängliche Lademöglichkeiten zusammenrechnet.

Doch der Weg dorthin war alles andere als geradlinig. Im Podcast erinnert sich Lobenberg an frühe Pilotprojekte, erste elektrische Buslinien, das inzwischen eingestellte Elektro-Carsharing Multicity und an eine Zeit, in der Elektromobilität vor allem eines war: ein Schaufenster für die Zukunft: „Das Schaufenster Elektromobilität war die Initialzündung. Viele Projekte, die heute selbstverständlich sind, haben damals begonnen“, erinnert sich Lobenberg.

Als Leiter der eMO sieht sich Lobenberg bis heute weniger als Entscheider, sondern eher als Motivator: Die Agentur versteht sich als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Verwaltung und Politik – und manchmal auch als sanfter Antreiber: „Wir sind so eine Art Animateure für die Elektromobilität“, beschreibt Lobenberg die Arbeit seines Teams.

Tatsächlich ist die Transformation komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Ladeinfrastruktur, Flächenkonflikte, Stromnetze, Verwaltung – viele Zahnräder müssen ineinandergreifen. Und selbst dort, wo die Technik längst funktioniert, bremsen oft Routinen und Gewohnheiten. Menschen für Veränderung zu begeistern, scheitere oft genau daran. „Bei Mobilität geht es um Routinen. Wenn jemand diese Routinen infrage stellt, reagieren Menschen schnell ablehnend“, so Lobenberg im Podcast.

In dem Gespräch geht es deshalb auch nicht nur um Zahlen und Infrastruktur, sondern auch um Mentalitäten – und um die politische Realität einer Stadt, die in Verkehrsfragen tief gespalten ist. Während manche europäische Metropolen wie Kopenhagen und Paris längst radikale Schritte gegangen sind, ringt Berlin noch um eine klare Linie.

Trotzdem bleibt der Blick nach vorn optimistisch: Wenn Berlin seine eigenen Klimaziele ernst nimmt, führt langfristig kein Weg an einem nahezu emissionsfreien Verkehr vorbei. Für Gernot Lobenberg ist denn auch das Ziel damit klar: „Wenn wir die Klimaziele ernst nehmen, muss Berlin bis 2045 komplett emissionsfrei unterwegs sein.

Was dafür noch passieren muss, warum elektrische Carsharing-Flotten nicht selbstverständlich sind, welche Rolle Tesla für die Region spielt – und warum Supermarkt-Parkplätze vielleicht zu unterschätzten Lade-Hotspots werden könnten: All das diskutieren Peter Schwierz und Gernot Lobenberg in dieser Episode von „eMobility Insights“.

Eine Folge über Fortschritte, Frustrationen – und über die große Frage, wie aus Visionen tatsächlich Verkehrswende wird.

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1 Kommentar

zu „Vision Zero: Wann rollt der Verkehr in Berlin rein elektrisch?“
Hans Constin
12.03.2026 um 08:20
seit 15 Jahren bieten wir der EMO an, elektrische Leichtmobilität über den E-Tretroller und das E-Bike hinaus zu entwickeln. Mit ELLA urban mobility solutions haben wir das Gesamtsystem nun umfassend beschrieben und sind auf dem Weg zur Industrialisierung. Die Vorteile der E-Leichtmobile für die Nahmobilität liegen auf der Hand: 1. die Fahrzeuge sind leicht und klein 2. die nötigen Akkus dafür sind so kleine, dass man das Nachtanken durch Wechsel von Hand erledigen kann 3. die Infrastruktur bestehend aus Akku-Wechselstationen lasst sich sehr preiswert flächendeckend installieren 4. Die Akkus sind netzdienlich geschaltet und verdienen auch Geld, wenn sie nicht getauscht werden 5. mit einen Standardakku, der nach VDE SPEC 90035 definiert ist, wir nennen ihn xPack100, bringt man Nachhaltigkeit in den Umgang mit solchen Akkus 6. Die Mobilität ist nahezu umsonst, weil die leichten E-Autos auch mit Solarstrom vom Autodach schon in Berlin bis zu 2000 km umsonst zu fahren sind.Das Konzept ELLA liegt der EMNO und der Berliner Politik vor. Frankreich und viele asiatische Länder unterstützen die Elektrische Leichtmobilität massiv. Deutschland ist gut beraten dabei mitzumachen.

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