MG Motor öffnet Bestellbücher für MGS6 EV und neuen MG4 EV in Deutschland

Nach Großbritannien und Österreich hat MG Motor nun auch in Deutschland die Bestellbücher für das elektrische Flaggschiff-SUV MGS6 EV sowie den überarbeiteten Kompakt-Stromer MG4 EV geöffnet. Hierzulande beginnen die Preise bei 49.990 Euro für den MGS6 EV und 42.990 Euro für den MG4 EV.

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Bilder: Daniel Bönnighausen

Die SAIC-Marke positioniert das neue vollelektrische SUV erwartungsgemäß oberhalb des MGS5 EV. Anders als in Großbritannien und Österreich wird das Modell in Deutschland nur in zwei statt in drei Varianten angeboten. Die beiden Antriebsoptionen sind in allen drei Ländern identisch.

Der 180 kW starke Heckantrieb wird in der Ausstattung „Luxury“ ab 49.990 Euro angeboten. Als „Luxury AWD“ ist der MGS6 EV zudem mit einem 266 kW starken Allradantrieb erhältlich, der bei 53.990 Euro startet. Während der Hecktriebler für den Sprint von null auf 100 km/h 7,3 Sekunden benötigt, schafft der Allradantrieb dies in 5,1 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei beiden Antrieben bei 200 km/h. Für das Fahren kann zwischen fünf Fahrmodi und mehreren Rekuperationsstufen bis zum One-Pedal-Drive gewählt werden.

Die nötige Energie liefert in beiden Varianten die gleiche 77-kWh-Batterie (brutto, 74,3 kWh netto) mit NMC-Zellen. Der MGS6 EV mit Heckantrieb soll bis zu 530 Kilometer nach WLTP zurücklegen können. Damit ist der Hecktriebler zugleich die reichweitenstärkste Variante. Der Allradantrieb bietet zwar mehr Leistung, die Norm-Reichweite liegt mit bis zu 485 Kilometern aber deutlich darunter.

Da beide Varianten die gleiche Batterie nutzen, ist auch das Ladeverhalten identisch. An einer Schnellladestation dauert der Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent bei einer Peak-Leistung von bis zu 144 kW rund 38 Minuten – was für ein neues Modell im Jahr 2026 allerdings recht lang ist. Für den AC-Ladevorgang ist ein dreiphasiger Onboard-Lader mit elf kW verbaut.

Der MGS6 EV basiert auf der sogenannten MSP-Plattform, die erstmals im MG4 EV genutzt wurde. Nicht zu verwechseln ist dies mit dem neuen MG4 Urban EV – dabei handelt es sich wie berichtet um ein grundlegend neues Modell. Das 4,71 Meter lange E-SUV im C-Segment – dort ordnet der Hersteller den MGS6 EV ein – soll vor allem mit seinem Stauraum punkten. Der Kofferraum fasst 674 Liter (bis zu 1.910 Liter mit umgelegten Rücksitzlehnen), bis zu 1,5 Tonnen können gezogen werden, es gibt unter der Fronthaube zudem einen 124 Liter großen Frunk und über „30 praktische Ablagen“ im Innenraum.

Dort gibt es auch ein 10,25 Zoll großes Fahrerdisplay und einen 12,8 Zoll großen Infotainment-Touchscreen in der Mitte. Apple CarPlay und Android Auto können drahtlos verwendet werden, über das Smartphone ist der Zugriff auf diverse Fahrzeug-Systeme auch über die „MG iSMART“-App möglich. In der Mittelkonsole hat MG Motor ein belüftetes, kabelloses Smartphone-Ladefach mit 50 Watt Ladeleistung integriert, ausgeführt in Wildleder-Optik.

Serienmäßig verfügen alle Versionen über ein Panorama-Glasdach, beheiz- und belüftbare Vordersitze, ein beheizbares Lenkrad sowie beheizbare äußere Rücksitze. Das ist in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit. Optional stehen Sitze in beiger Leder- und Wildleder-Optik mit Zierleisten in Natur-Optik zur Wahl, die dem Innenraum eine besonders ruhige Anmutung verleihen. Neben den Antriebsvarianten und den sieben Außenfarben sind dies die einzigen auswählbaren Optionen in der Preisliste. Selbst die elektrische Heckklappe, die 360-Grad-Kamera, ein Head-up-Display sowie sämtliche verfügbare Assistenzsysteme gehören zur Serienausstattung.

Überarbeiteter MG4 EV mit neuem Cockpit

Neben dem MGS6 EV hat die SAIC-Marke hierzulande im gleichen Atemzug auch die Bestellbücher für den überarbeiteten MG4 EV geöffnet, dem ersten und seit 2022 verfügbaren Modell auf der dedizierten BEV-Plattform MSP. Unter den bisher 91.778 seit 2021 in Deutschland neu zugelassenen MG-Modellen gingen allein 32.643 Neuzulassungen auf den MG4. Im vergangenen Jahr lag der Anteil des Kompakt-Stromers sogar bei 62,2 Prozent. Nun tritt er in einer überarbeiteten Version an.

„Die scharf geführte Frontpartie mit präziser LED-Signatur, die präzise modellierten Flächen im Seitenprofil und das breite Heck mit durchgehendem Lichtband prägen weiterhin den Auftritt“, so der Hersteller. Auch nach der Modellpflege bleibt es beim gewohnten Design. Einzig der Heckspoiler und auch das LED-Lichtdesign wurden leicht verändert, die Änderungen sind aber kaum wahrnehmbar.

Die größte Veränderung hat der Hersteller beim Innenraum vollzogen. Das neu gestaltete Cockpit stammt aus dem Elektro-SUV MGS5 EV. So verfügt der MG4 EV ab sofort über einen freistehenden 12,8-Zoll-HD-Touchscreen. Direkt im Blickfeld hat der Fahrer ein 10,25-Zoll-Digitalinstrument, das ebenfalls größer ausfällt und jetzt in das neu gestaltete Armaturenbrett integriert wurde. Auch das Infotainmentsystem wurde komplett überarbeitet und soll sich intuitiver bedienen lassen.

Für wichtige Funktionen wie die Klimatisierung, die Lautstärke oder die Einstellung der Außenspiegel stehen weiterhin physische Tasten zur Verfügung. Neu hinzugekommen sind zudem kabelloses Apple CarPlay und Android Auto, eine induktive Ladeschale für Smartphones sowie eine nahtlose Integration der Fahrzeug-App.

Wie auch beim MGS6 EV bietet die SAIC-Marke den MG4 EV ausschließlich in einer Ausstattungsvariante an. Somit gehören die genannten Features ebenfalls zur Serienausstattung wie die MG-Pilot-Assistenzsysteme, die V2L-Funktion, die Wärmepumpe oder auch eine 360-Grad-Kamera.

Neben der Auswahl zwischen sieben Außenfarben können Kunden noch zwischen drei Antriebsvarianten und zwei Batteriegrößen wählen. Für den deutschen Markt stehen demnach zwei Hecktriebler sowie zwei Batterievarianten zur Verfügung: eine neue 64-kWh-Batterie mit LFP-Zellchemie (brutto, 61,7 kWh netto) sowie eine 77-kWh-Batterie mit NCM-Zellen (brutto, 74,4 kWh netto). Der 140-kW-Motor wird ausschließlich mit der kleinen Batterie angeboten, der 180-kW-Heckantrieb nur in Kombination mit der großen Batterie.

Der kleinste E-Motor mit 125 kW wurde also gestrichen. Stattdessen bildet nun der 140 kW starke Antrieb die Basis. Zwar sank die Leistung um zehn kW, zuvor waren es 150 kW, beim Drehmoment konnte die E-Maschine aber von 250 Nm auf inzwischen 350 Nm spürbar zulegen. Daraus resultiert auch eine verbesserte Beschleunigung von null auf 100 km/h. Vor dem Update benötigte die Variante mit der kleinen Batterie noch 7,9 Sekunden und die Variante mit der großen Batterie 6,5 Sekunden für den Sprint. Nun sind es 7,5 und 6,2 Sekunden. Auch bei der Höchstgeschwindigkeit konnten beide Varianten zulegen. Statt maximal 160 km/h sind nun 180 km/h in der Spitze möglich.

Bei der dritten Antriebsvariante handelt es sich um das bekannte Allradmodell XPower, das weiterhin über eine Systemleistung von 320 kW verfügt und bis zu 200 km/h in der Spitze schafft. Zwar wird diese Variante auch mit einer 64-kWh-Batterie (61,7 kWh netto) kombiniert. Allerdings handelt es sich dabei noch um die bisherige LFP-Batterie.

Aufgrund der einzelnen Stellschrauben konnten alle drei Varianten bei der WLTP-Reichweite leicht zulegen. So schafft der leistungsschwächste Antrieb bis zu 452 Kilometer statt 435 Kilometer, der stärkere Heckantrieb soll nun bis zu 545 Kilometer (zuvor 520 km) zurücklegen können. Auch beim XPower steigt die WLTP-Reichweite von 385 auf 405 Kilometer.

Wenig verbessert hat sich hingegen die Lade-Performance: An einer Schnellladestation dauert der Ladevorgang für die neue LFP-Batterie mit 64 kWh von zehn auf 80 Prozent bei einer Peak-Leistung von bis zu 154 kW rund 25 Minuten. Zuvor waren maximal 144 kW möglich, der Ladevorgang wurde mit rund 26 Minuten angegeben. Eine spürbare Verbesserung für den Ladehub gab es also nicht. Beim XPower stehen aufgrund der alten LFP-Batterie bis zu 140 kW und rund 30 Minuten für zehn auf 80 Prozent im Datenblatt. Bei der 77-kWh-Batterie bleibt es bei der maximalen Ladeleistung von 144 kW, der Ladehub von zehn auf 80 Prozent dauert ca. 40 Minuten. Analog zum MGS6 EV gilt auch hier: Für ein Modell im Jahr 2026 fallen die DC-Ladezeiten vergleichsweise lang aus. Zur Vervollständigung: Für den AC-Ladevorgang ist bei allen Varianten ein dreiphasiger Onboard-Lader mit elf kW verbaut.

Preislich startet der überarbeitete MG4 EV in Deutschland bei 42.990 Euro. Für die Version mit der großen Batterie werden 44.990 Euro fällig, die Allradvariante kostet hierzulande 46.990 Euro. Mit der Neusortierung des Antriebsportfolios entfällt zudem die bisherige Einstiegsvariante mit der kleineren 49-kWh-Batterie. Diese Rolle soll künftig der neue MG4 EV Urban übernehmen, den der chinesische Hersteller als eigenständiges Modell unterhalb des MG4 positioniert. Auch dieses Modell kann in Großbritannien und Österreich bereits bestellt werden, in Deutschland soll der Marktstart noch im ersten Halbjahr 2026 erfolgen.

Quelle: Info per E-Mail, mgmotor.de (MGS6 EV), mgmotor.de (MG4 EV)

7 Kommentare

zu „MG Motor öffnet Bestellbücher für MGS6 EV und neuen MG4 EV in Deutschland“
Tea Jay
16.03.2026 um 14:57
3000€ teurer als ein Model Y? Da fällt es schwer, Argumente für MG zu finden. Mit Bugs, Service und Funktionalität haben sie sich bisher ja nicht gerade mit Ruhm bekleckert.
Marius
16.03.2026 um 17:39
Der MG4 ist wesentlich kürzer als ein Model Y, wer wenig Platz in der Garage hat, für den ist das schon ein Argument.
Volker Jaschke
16.03.2026 um 18:37
Und so wartet Europa weiter auf einen würdigen MG5 (Familienkombi) Nachfolger.
Andreas Scholz
17.03.2026 um 06:14
Ist das der MG4, der in China in der Topversion für 14.000 € angeboten wird? Oder gibt es da wesentliche Unterschiede zum EU-Modell, die den dreifachen Preis rechtfertigen? Hat da jemand einen Überblick?
Leser
17.03.2026 um 12:52
Wahrscheinlich, einzige Antwort darauf: Nicht kaufen bis die Preise radikal gesenkt werden.
Hubert Brunner
17.03.2026 um 07:31
Drei Jahre lang MG ZS EV gefahren. MG iSmart ist eigentlich MG iStupid. Die halbe Zeit ist das Server nicht erreichbar und das Beste daran ist das Infotainment System mit der Spracherkennung die von einem chinesischen Praktikanten entworfen wurde : "Sie haben keine Musik gehört" oder Der Standardspruch "Ich verstand nicht". Sorgt zwar bei den Kindern für Heiterkeit ist aber extrem nervig im Alltag. Wir haben uns lieber einen gebrauchten Polestar 2 gekauft. Der lädt auch im Winter In der Spitze mit 150 Kilowatt und nicht mit 26 wie der MG. Und mit Google automotive ist eine perfekte Konnektivität mit einer traumhaften Benutzerfreundlichkeit geboten. Abgesehen von der Qualitätsanmutung eines Volvo.
Matthias
17.03.2026 um 09:04
Okay, sehr mutig die Preisgestaltung. Kann man ja mal versuchen nen MG4 so anzubieten. Einen vergleichbaren ID.3 gibts für ungefähr 37.000 BLP. Und bei 43.000 € bekommt man die große Batterie. Alternativ gibt es auch das Tesla Model3 und Model Y für weniger Geld.Das schreit schon nach extrem hohen Rabatten. Die Preispolitik muss man nicht verstehen.

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