Österreichisches Projekt REDSEL will 12-Volt-Batterie im E-Auto überflüssig machen

Das Forschungsprojekt REDSEL von Silicon Austria Labs, Infineon Technologies Austria und AVL List hat neue Lösungen für moderne Hochvolt-/Niedervolt-Bordnetze entwickelt. Die Ergebnisse ermöglichen kompaktere, zuverlässigere und fehlertolerantere elektrische Systeme für zukünftige Elektrofahrzeuge – und das sogar ohne 12-Volt-Batterie.

Redsel bordnetz
Bild: Silicon Austria Labs

Eine der wichtigsten Innovationen des Projekts: Durch den neuartigen Ansatz soll perspektivisch in Elektroautos auf eine klassische Niedervoltbatterie verzichtet werden können, also die typische 12-Volt-Batterie, die auch in Verbrennern verbaut ist. Diese ist bislang auch noch in Elektroautos vorhanden, um das Bordnetz zu versorgen , sprich u.a. Strom für Licht, Scheibenwischer, Radio, Zentralverriegelung und das Infotainment vorzuhalten. Zugleich ist die 12-Volt-Batterie aber auch ein großer Störfaktor, denn wenn sie nicht funktioniert, wird das ganze Auto lahmgelegt.

Die Funktionen der Niedervoltbatterie im E-Auto könnten aber künftig auch über die Hochvoltbatterie abgedeckt werden, so das REDSEL-Projekt. Beziehungsweise über gleich zwei Hochvoltbatterien, denn genau das ist der Ansatz der Forscher: Kern von REDSEL ist nämlich eine redun­dante System­ar­chi­tektur mit aktivem Balan­cing zwischen zwei Hoch­volt­bat­terien, die eine gleich­mä­ßige Last­ver­tei­lung sicher­stellt und die Betriebs­si­cher­heit deut­lich erhöht. Ergänzt wird dies durch die Entwick­lung eines Leis­tungs­elek­tro­nik­wand­lers mit mehreren Eingängen, der beson­ders kompakt, effi­zient und platz­spa­rend gestaltet ist.

„Die entwi­ckelten Tech­no­lo­gien schaffen die Grund­lage für leich­tere und robus­tere Bord­netz­sys­teme und leisten damit einen wich­tigen Beitrag zur Weiter­ent­wick­lung der Elek­tro­mo­bi­lität – bis hin zu zukünf­tigen auto­nomen Anwen­dungen“, erklärt Albert Frank, Projekt­leiter bei Silicon Austria Labs.

Dabei setzte das Projekt auf moderne Halb­lei­t­er­lö­sungen von Infineon , und zwar 750‑V‑Sili­zi­um­karbid‑MOSFETs (CoolSiC) für den Hochvoltbereich und OptiMOS‑7‑Bauele­mente mit 30 Volt für den Niedervoltbereich. Darüber hinaus wurde eine neue Sicher­heits­ar­chi­tektur für Um‑ und Abschalt­funk­tionen entwi­ckelt, die mecha­ni­sche Relais durch Halb­leit­erschalter ersetzt. Dies soll die Zuver­läs­sig­keit und Betriebssicherheit des Systems erhöhen und dabei zugleich Bauraum und Gewicht reduzieren.

„REDSEL ist ein ausge­zeich­netes Beispiel wie neue inno­va­tive System­lö­sungen durch die Koope­ra­tion von wissen­schaft­li­chen und indus­tri­ellen Part­nern entstehen. Der entwi­ckelte System­de­mons­trator zeigt eindrucks­voll, wie neue Bord­netz­ar­chi­tek­turen künftig sicherer und skalier­barer umge­setzt werden können“, betont Ernst Katz­maier, Projekt­leiter bei Infi­neon Tech­no­lo­gies Austria.

silicon-austria-labs.com

15 Kommentare

zu „Österreichisches Projekt REDSEL will 12-Volt-Batterie im E-Auto überflüssig machen“
erFahrer
02.04.2026 um 08:48
Ob man dass noch erleben wird? Kein 12V Akku und der ADAC & Co haben 50% weniger zu tun. Eine ganze Sevicebranche floriert seit vielen Jahrzehnten von der „mangelnden Ausgereiftheit“ dieses primitiven Bauteils. Und eine Anzeige der Spannung oder gar Meldung wie Achtung 12 V Akku fast leer bitte nachladen“ fehlt bei allen Herstellern (absichtlich) bis heute. Das Fahrzeug kann eine Route bis Valencia samt aller Ladestationen bis dahin ermitteln aber nicht ob der 12V Akku noch genügend geladen ist. Das Liegenbleiben kommt ganz überraschend. Nennt sich im Fachbegriff geplante Obsoleszenz und ist auch bei allen Kunststoffen eingebaut die im Fahrzeug nicht sicherheitsrelevant sind, wie Schläuche für Kühlung und diverse Kabel - dem Marder solls ja schmecken. (= Rd 20 Mio Umsatz p.a. In D) Also, kann man diese wissenschaftliche Arbeit womöglich damit zum erfolgreichen Abschluss bringen, in den man verschlossne Schubläden der Autoentwickler durchwühlt? Es lebe die Service-Gelddruckmaschine 12 V Akku den es geht um gesicherte Arbeitsplätze ganz ungestört von Verbraucherschützern oder Garantieansprüchen. .
Martin Eisenhardt
04.04.2026 um 10:57
"mangelnden Ausgereiftheit“ dieses primitiven Bauteils" die 12 V Batterie?In meinem 15 Jahre alten Auto ist immer noch die erste Batterie drin.
Kamil
06.04.2026 um 10:47
Die 12v Batterie ist mit Abstand der häufigste Grund für Defekte in eAutos.
Hansi
02.04.2026 um 18:48
Was für ein völliger Quark. Moderne BEVs laden ihre 12V-Batterie kontinuierlich nach, auch dann, wenn das Fahrzeug längere Zeit nicht bewegt wird. Zudem verfügen alle modernen 12V-Systeme über ein eigenes BMS: sinkt die NV-Spannung zu weit ab, wird das HV-System automatisch aktiviert und lädt die 12V-Batterie nach. Ebenso melden BEVs rechtzeitig, wenn die 12V-Batterie sich im Stand zu stark entlädt und ein Austausch bevorsteht. Bei manchen Herstellern sogar per Benachrichtigung aufs Smartphone. Voraussetzung ist natürlich, dass die HV-Batterie ausreichend geladen ist und die 12V-Batterie nicht unerwartet zusammenbricht.
erFahrer
08.04.2026 um 08:00
Quark sind nur ihre Behauptungen die gegen eine extrem statistische Höhe steht. Mag ja sein dass es rühmlich Ausnahmen gibt. Ohne ihre Respektlosigkeit wäre der Inhalt dann auch interessant, wenn sie dieses Fahrzeugmodell auch genannt hätten. So ist es nur wenig aussagekräftig. Einzelfälle zu verallgemeinern hilft nicht.
dean71
04.04.2026 um 22:13
Stimmt, moderne BEVs managen die 12V-Batterie heute viel besser als früher. Aber genau da liegt der Punkt: Wir betreiben einen riesigen Aufwand (BMS, Sensorik, DC/DC-Wandler-Aufwecken), nur um eine chemische Komponente am Leben zu erhalten, die eigentlich ein Relikt aus der Verbrenner-Ära ist. Trotz aller Überwachung bleibt die 12V-Batterie die Pannenursache Nr. 1 beim ADAC – auch bei E-Autos. Wenn Projekte wie REDSEL die Batterie komplett durch Halbleiter-Lösungen ersetzen, sparen wir 15–20 kg Gewicht, giftiges Blei und eliminieren eine Fehlerquelle, statt sie nur intelligent zu verwalten. Warum eine Krücke mitschleppen, wenn man das System auch so bauen kann, dass es gar keine Krücke mehr braucht?
sagrantino
02.04.2026 um 18:42
…wie man es beim Ganzjahresreifen auch hält. Für ein Neufahrzeug ab Liste nicht bestellbar, beim Ersatz aber schon bei 36% in 2024, nach 33% in 2023. Das sind unnötige Milliardenumsätze!?!
Ernst
03.04.2026 um 16:18
Bei Seat ist es kein Problem gegen einen kleinen Aufpreis Allwetter-Reifen ab Werk zu bekommen
Der Statistiker
02.04.2026 um 09:46
Endlich tut sich was bei der 12V Batterie. Schade, dass die technische Erklärung in diesem Artikel so mau ausgefallen ist. Mich würde schon interessieren, wie das nun ohne zusätzlicher Niedervolt-Batterie funktioniert.
Stefan
04.04.2026 um 22:55
Elektronische Bauteile wandeln die Hochvoltspannung der Batterie in eine Niedervoltspannung für die Geräte, die bisher von der 12-Volt-Batterie versorgt wurden. ?!
Hansi
02.04.2026 um 18:27
Steht in den letzten beiden Absätzen; sollte selbsterklärend sein.
Andreas V.
03.04.2026 um 17:27
April, April!
Energisch Joe
05.04.2026 um 10:56
Guten Tag!Gott sei Dank verschwindet der 12 Volt Bleiklotz aus den E-Autos, ist höchste Eisenbahn!Bei meinem (gebraucht gekauften) KIA eSoul hat mich dieses Blei-Fossil einmal blockiert und erst danach habe ich durch Recherche erfahren dass es, etwas versteckt, im Menü zu den Benutzer-Einstellungen den Punkt "(Blei)Batterie mit Hochvoltakku laden" gibt.Auch im tagelangen Stillstand meines Wagens wird dann der Bleiakku nachgeladen, erkennbar am Leuchten der blauen Dioden unter der Windschutzscheibe die sonst nur an der Ladestation aktiv sind. Wenn der Wagen länger steht sieht man das Licht beim Vorbeigehen wenn er gerade lädt, echt witzig.Aber: Das war NICHT Grundeinstellung und ich habe etwa eine Stunde gebraucht um den Menüpunkt zu finden: Zuerst Recherche, dann ewiges blättern in den diversen Menüs, es war nämlich nicht am Hauptschirm, wo bis zur klickibunti-Farbgebung der diversen LED-Leisten im Innenraum sehr viel an Einstellungen zu finden war. Fündig wurde ich im dritten (Unter)-Menü über die Lenkradtasten rechts ;o))Mein Vorbesitzer als Nichttechniker hatte das zwei Jahre lang klarerweise nicht aktiviert (ich als Maschinenbauer habe sehr viel Geduld mit Einstelloptionen) und die erste Bleibatterie war daher bald zu wechseln.Seither fahre ich vom Bleiklotz ungebremst und sehr zufrieden (ein Jahr noch mit der alten, zwei Jahre mit der neuen Bleibatterie).Und falls die wieder versagt: Ich habe den Tipp bekommen dann eine AGM-Bleibatterie einbauen zu lassen, die soll sehr lange halten.Aber ich freue mich auf die neuen Generationen an Elektroautos die solche Krücken einsparen (auf den eLoks fahren auch keine Heizer mehr mit um beim Zugthema zu bleiben).
erFahrer
08.04.2026 um 08:03
Danke, das ist bei vielen Modellen auch vom Mutterkonzern Hyundai ganz genauso.
Cheistian Schnidt
07.04.2026 um 07:41
So ein Unsinn. Dann werden 12V einfach durch 30V ersetzt, als quasi ladespannnung von 24V, wie in LKW. Verstehe eh nicht, warum sich 24V in Pkw nie durchgesetzt haben. Aber ist es einen ganzen Artikel wert? Nöö

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