Südkorea drängt chinesische E-Busse mit neuen Subventionsregeln zurück

Südkorea will es chinesischen Herstellern wie z.B. BYD offenbar erschweren, Elektrobusse in dem Land zu verkaufen. Mittel zum Zweck ist dabei aber kein Importverbot. Vielmehr hat das Land die Richtlinien für Subventionen für ÖPNV-Anbieter verändert, die E-Busse kaufen wollen.

Byd ebus
E-Bus von BYD (Archivbild)
Bild: BYD

Konkret hat das Ministerium für Land, Infrastruktur und Transport (MOLIT) die Förderbedingungen für die Anschaffung von Elektrobussen durch ÖPNV-Betreiber vor allem in Hinblick auf die Batterien an Bord geändert. Und genau diese Maßnahme macht es chinesischen Herstellern wie BYD, Higer oder Zhongtong schwer, die koreanischen Förderbedingungen künftig noch zu erfüllen.

Denn wurden bislang pauschal 87 Millionen Won (ca. 50.000 Euro) pro Niederflurbus gefördert, werden künftig zwar sogar bis zu 90 Millionen Won (ca. 52.000 Euro) pro Bus gezahlt. Allerdings werden dabei nun Fahrzeuge mit geringer Batterieenergiedichte von der Förderung ausgeschlossen.

Letzteres ist der Hebel, um für ÖPNV-Betreiber den Kauf von chinesischen E-Bussen unattraktiv zu machen. Dabei liegt die entscheidende Verschärfung für (chinesische) E-Busse in der Einführung eines Differenzierungs-Koeffizienten für die Energiedichte der Batterie. Dieser stellt die bei chinesischen Herstellern beliebten LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat) schlecht, in dem eine bestimmte Energiedichte erreicht werden muss. So gibt es eine volle Förderung nun nur noch bei einer Energiedichte von über 500 Wh/L, wie sie typisch ist für die NCM-Batterien der heimischen Hersteller LG Energy Solution, SK On und Samsung SDI.

Dagegen gibt es für Batterien mit einer Energiedichte von 365 Wh/L oder weniger einen massiven Abzug bei der Förderung, hier wird nur ein Faktor von 0,4 angewendet. Und da die meisten chinesischen E-Busse auf LFP-Zellen setzen, die konstruktionsbedingt oft in diesen niedrigen Bereich fallen, wird deren Förderung in Südkorea nun von heute auf morgen faktisch mehr als halbiert.

Der Schritt könnte heimische Hersteller von Bussen wie KGM Commercial und Hyundai stärken, nachdem chinesische E-Busse in Südkorea zuletzt bereits einen Marktanteil von 34 Prozent erreicht hatten. Zugleich leidet das Land unter einer Art Batterietrauma: Nach dem Brand eines Mercedes EQE mit Batterien des chinesischen Herstellers Farasis Energy in der Tiefgarage eines Wohngebäudes in Incheon im Jahr 2024 hatte die südkoreanische Regierung Autobauer aufgefordert, ihre Batterielieferanten offenzulegen. Seit dem schrecklichen Brand meiden manche Koreaner Fahrzeuge mit chinesischen Batterien. Wohl auch deshalb hat Porsche vor Kurzem angekündigt, in Südkorea nur noch E-Autos mit südkoreanischen Akkus zu verkaufen, die in Teilen der Bevölkerung sicherer gelten als chinesische Akkus.

chosun.com

6 Kommentare

zu „Südkorea drängt chinesische E-Busse mit neuen Subventionsregeln zurück“
Ulf Stein
07.04.2026 um 22:11
Mal wieder ein Beispiel dafür warum Südkorea vieles richtig macht was Deutscland bzw. Europa vergeigt
Hannamay
08.04.2026 um 15:58
Asiatische Bushersteller bauen ihre Busse längst in der EU und in der Türkei. Ihren Populismus können Sie sich also sparen.
Maik Poeggel
08.04.2026 um 10:05
Schon komisch wenn man bedenkt das der größte Batterie Rückruf von LG stammt und mehr als 1 Mrd Dollar gekostet hat... da haben sehr viel mehr Autos gebrannt...
Bernd und Gitta Vorbach
08.04.2026 um 12:55
Fördert Europa und nicht China!
kritisch Denken
08.04.2026 um 18:54
Zeigt Populismus die rote Karte!
Der Statistiker
09.04.2026 um 15:56
Was hat diese zugegebenermaßen plumpe Aussage mit Populismus zu tun, den ich eher als politische Strategie sehe? Ich kann den Beweggrund schon in gewisser Weise verstehen - auch das Handeln in Südkorea.Ist es nicht so, dass die Globalisierung zwar zu mehr Wettbewerb geführt hat, uns das aber durch die Hintertür große Probleme eingehandelt hat? Und ich meine hier gar nicht so die Qualität, die oft durch billige Produkte aus Fernost leidet, sondern eher die "Metadaten". Also die Sicherheit im Gebrauch, die teils schlechten, in Europa verbotenen und giftigen Chemikalien, die Probleme der Lieferketten, die Kosten der Lieferketten, die Abhängigkeiten und die dazugehörige Erpressbarkeit, die nicht mit eingerechneten Subventionen, die Klimaschäden, Arbeitsplanverluste und die damit verbundenen Einzel- und Gesellschaftsprobleme, uvm!Dass sich Konsumenten oft für das billigste Produkt entscheiden ist verständlich. Unverständlich ist jedoch für mich eine Politik, die die vorher aufgezählten Begleiterscheinungen aus acht lässt. Südkorea hat gehandelt, das finde ich gut.

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