ADAC: Elektroautos sind zuverlässiger als Verbrenner

Der ADAC hat seine aktuelle Pannenstatistik veröffentlicht. Elektroautos sind demnach über alle Klassen hinweg deutlich zuverlässiger als Verbrenner. Und wenn es Probleme gibt, ist meist ein Bauteil verantwortlich, das nichts mit dem Antrieb zu tun hat.

Tesla model standard min
Bild: Tesla

Die Aussage, dass Elektroautos über alle Altersklassen hinweg „erheblich zuverlässiger“ als Verbrenner sind, stützt der ADAC in der Mitteilung zur Pannenstatistik vor allem auf die sogenannten Pannenkennziffer (PKZ). Die sagt aus, wie viele Pannenfälle pro 1000 Fahrzeuge auftreten. „Ein vier Jahre altes Elektroauto wies 2025 eine PKZ von 6,5 auf, gleich alte Verbrenner lagen schon bei 12,5“, so der ADAC. „Der Grund dafür ist, dass in einem Elektroauto deutlich weniger verschleißanfällige Teile verbaut sind. Typische Fehlerquellen beim Verbrenner sind etwa Elemente des Antriebsstrangs oder das Kraftstoffsystem.“ Und die gibt es im E-Auto einfach nicht.

Auch bei den Auswertungen zu einzelnen Modellen liegen Elektroautos vorne. Bei sehr neuen BMW i3 bis maximale drei Jahre nach Neuzulassung liegt die PKZ bei 0,4, beim ebenfalls zuverlässigen Tesla Model 3 sind es 0,7. Die beiden besten Verbrenner, der Mini und BMW X2, kommen jeweils auf 0,8. Allerdings gibt es auch bei den Elektroautos Ausreißer in die andere Richtung: So ist dem ADAC der Hyundai Ioniq 5 mit „vergleichsweise hohen Pannenzahlen“ aufgefallen, die genaue PKZ nennt der Autoklub gar nicht. Bei diesem Modell gebe es „ein offenkundiges Problem mit einem Bauteil der Stromversorgung“. Das weiß auch Hyundai selbst und hat jüngst die Garantie auf die betroffene ICCU auf 15 Jahre oder 300.000 Kilometer ausgeweitet – was an der schlechten Pannenstatistik aber nichts ändern wird.

Wenn es zu einem Defekt kommt, bei dem die ADAC-Pannenhilfe gerufen wird (nur dann fließt ein Defekt in die Pannenstatistik des Autoklubs ein), ist die „ mit Abstand häufigste Ursache“ eine defekte 12-Volt-Batterie – und das ganz unabhängig davon, ob es sich um ein E-Auto, einen Hybrid oder einen Verbrenner handelt. Fast die Hälfte aller Einsätze der Pannenhelfer gehe darauf zurück, so der ADAC. Bei Elektroautos gebe es „darüber hinaus einen auffälligen Anteil der Pannenfälle in Bezug auf das Bordnetz. Hier ist die Pannenkennziffer sogar höher als bei Verbrennern, was ADAC Experten auf die kompliziertere Bordelektronik bei E-Autos zurückführen“.

Der allgemeine Trend, dass die Wahrscheinlichkeit einer Panne mit dem Alter des Fahrzeugs steigt, hat sich aber wohl etwas abgeschwächt. Ein zehn Jahre altes Fahrzeug hatte im Jahr 2015 noch eine Pannenwahrscheinlichkeit von 6,5 Prozent – 2025 waren es nur noch 3,1 Prozent. Gleichzeitig werden die in Deutschland zugelassenen Autos im Schnitt älter, was der ADAC auch in der Pannenstatistik merkt: Das Durchschnittsalter der von Pannen betroffenen Autos lag 2025 bei 14 Jahren.

In der ADAC Pannenstatistik werden die Pannen von 158 Fahrzeugmodellen von 27 Herstellern erfasst. Es werden nur Baureihen berücksichtigt, die in mindestens zwei Jahren zwischen dem ersten und zehnten Jahr mehr als 7.000 zugelassene Fahrzeuge im Bestand laut Kraftfahrtbundesamt aufweisen.

adac.de, spiegel.de

11 Kommentare

zu „ADAC: Elektroautos sind zuverlässiger als Verbrenner“
Uwe Walter Bosse
23.04.2026 um 18:12
Hersteller von E-Autos geben teilweise eine Garantie bis 250000 km, da weniger mechanische Teile darin verschleißen. Einkalkulieren sollte man bei Kauf eines E-Autos, daß nach dieser Fahrleistung die Akku-Kapazität und Ladefähigkeit merklich nachgelassen hat. Ein kompletter Akkutausch hat mal bei einem Tesla Model 3 12000€ gekostet. Da bis dahin weniger Wartungsarbeit erforderlich ist, sollte man sich das nebenbei ansparen.
Benjamin Müller
04.05.2026 um 22:53
Googelt man, findet man heraus, dass Teslas oft exorbitante Kilometer-Leistungen haben. Oft hält ein Akku weit über 300'000km. Welcher Verbrenner Fahrer spart denn schon für einen neuen Motor bei gut 100'000km?
Sebastian Krebs
23.04.2026 um 20:52
Inzwischen ruft die (evclinic-berlin.de/fahrzeugreparatur-buchen/) für die Batteriereparatur bei Model 3/Y gerade mal noch 5.000 € netto auf und setzt jene auch von anderen Herstellern / Modellen instand.Und bei tatsächlichen Laufleistungen nördlich von 300.000 km (mit der ersten Batterie/Motor) , zeigen sich die Fahrzeuge als in der Regel ziemlich unauffällig.Nur wenn die Fahrzeugeigentümer ihre Tesla's so performant bewegen, wie es die Fahrzeuge zumeist hergeben, sich jedoch wider der Straßenverkehrszulassungsordnung nicht regelmäßig von der Sicherheit und Tauglichkeit ihrer Fahrzeuge überzeugen (Sicht- und Abfahrtskontrolle) dann gibt es dadurch leider signifikante Häufungen in der Mängelstatistik der HU, die auf die Beanspruchung des Fahrwerk, der Reifen und Bremsen Rückschlüsse ermöglichen und jedoch letztendlich nicht den Fahrzeugen selbst schlechte Noten bescheinigen, sondern eben ihren Besitzern, die Ihren zulassungsbedingten Verpflichtungen nicht adäquat nachkommen und eigentlich zu blame sind!
notting
23.04.2026 um 20:55
Meine Interpretation des Artikels: 1. Die BEV werden immer noch eher geleast als gekauft als Verbrenner, weil sie dort die Technik immernoch deutl. schneller entwickelt. Geleast = nix freie Werkstatt. 2. Freie Werkstätten sind auch bei bei BEV immernoch so eine Sache, haben oft keine passenden Leute dafür. 3. Nix freie Werkstatt = Vertragswerkstatt -> Es wird die Hersteller-Mobilitätsgarantie die bei der Wartung gratis dabei ist statt dem kostenpfl. ADAC genutzt. Und selbst wenn wg. ersterem zweiterer kommt, kommt das AFAIK nicht in die Statistik. 4. BEV sind immernoch tendenziell teurer als Verbrenner. Es ist auch z. B. von der HU-Statistik her bekannt, dass teurere Autos auch nach der Garantie tendenziell besser gewartet werden -> weniger Probleme unterwegs.notting
WH
24.04.2026 um 13:08
Tesla schreibt überhaupt keine Wartung vor und ist trotzdem top in der Statistik...
Robert
24.04.2026 um 11:31
Geleast = nix freie Werkstatt. kommt drauf an um welche reparatur es sich handelt ich hatte bei meinem MG einen Hagelschaden habe bei der Leasinggesellschaft angerufen und die haben mir es sogar schriftlich gegeben das ich dafür jede beliebige werkstatt für die Repartur des Hagelschadens suchen konnte, habe jetzt sogar sehr kostengünstig eine Leasingverlängerung um drei Jahre bekommen also insgesamt dann 7 Jahre genau solang wie auch die Garantie von MG ist. Also bitte nicht alles verallgemeinern.
Martin Seiler
23.04.2026 um 22:19
Je opulenter die Krisen, umso häufiger kommen die guten Nachrichten zu batteriegestützten Fortbewegungssystemen.
ID.alist
24.04.2026 um 08:49
Der Autor hat echt Humor. Als Bild für den Artikel nutzt er ein BEV der in den letzten Jahren für besonders viele Probleme bei der erste HU aufgefallen ist.ROFL
Erich W
25.04.2026 um 22:02
Tja, das ist in der Tat etwas bizarr.
Robert
24.04.2026 um 11:40
Tesla ist ein gutes Auto das es öfters Probleme beim Tüv gab liegt einfach daran das es bei Tesla keine Zwangsintervalle für die wartung gibt Theoretisch bräuchte man gar keine Wartung machen und behält trotzdem die Garantie bei Viele sind dann beim Tüv zum ersten mal zur Kontrolle ihres Wagens da sie eben kein einziges mal inder werkstatt waren und da ja der Tüv heutzutage erheblich strenger ist als früher es reicht schon das die Lampe der Nummernschildbeleuchtung defekt ist und schon bekommt man keinen Tüv mehr
Karl-Josef Reinartz
24.04.2026 um 10:28
Bei einem 6 Jahre alten Hyundai IoniqFl war das PTC-Heizelement defekt. Das Ersatzteil soll laut Hyundai 7500€ kosten. Leider war die Garantie gerade mit 5Jahren abgelaufen. Eine Garantie Verlängerungsversicherung wurde mir leider nicht angeboten. Ein gebrauchtes Heizelement wurde von einer sehr guten Hyundaiwerkstatt in Bayern für 2400€ eingebaut. Von Hyundai kam keine spontane Reaktion. Leider!!!!

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