Berliner Stadtwerke nehmen erneuerte Laternenlader in Betrieb

Alle 52 Laternen-Ladepunkte der Berliner Stadtwerke, die im August 2025 aufgrund von Eichrechts-Problemen abgeschaltet worden waren, sind inzwischen erneuert worden und wieder in Betrieb.

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Bild: Luca Baingo/Berliner Stadtwerke

Die Laternenlader mussten damals außer Betrieb genommen werden, da sie „nicht mehr auf dem Stand der Technik“ waren, wie die Stadtwerke seinerzeit gegenüber dem Tagesspiegel angegeben hatten. Die in den Ladepunkten verbauten Stromzähler waren nicht eichrechtskonform und die neuen Zähler waren nicht mit der verbauten Technik kompatibel. Die Lade-Hardware der ersten Generation an Laternenladern war aber über die gesamte Stadt verteilt, es waren nicht einzelne Bezirke plötzlich komplett ohne Ladepunkte an den Laternen.

Wie die Berliner Stadtwerke jetzt mitteilen, sind die 52 Laternenlader „nagelneu“ zurück, da die Geräte ausgetauscht wurden. „Die 52 ehemals von der Firma Allego betriebenen Laternenlader waren Teil des Pakets mit damals 530 Ladepunkten, das die Stadtwerke 2022 vom Land Berlin übernommen haben. Diese an Laternen in allen Berliner Bezirken installierten Geräte waren Ladestationen der ersten Stunde, die eichtechnisch nicht mehr auf dem Stand der Technik waren“, so die Stadtwerke. Nach der Stilllegung seien die Geräte nach und nach durch neue Einheiten ersetzt worden.

Die Übernahme der 530 Ladepunkte von Allego und Vattenfall durch die Stadtwerke hatte der Berliner Senat Ende 2021 beschlossen, im August 2022 lief die operative Übernahme dann an.

Die Ad-hoc-Ladepreise bei den Berliner Stadtwerken liegen seit Juli 2025 bei 0,55 €/kWh an AC-Ladepunkten wie den Laternenladern, bei DC-Ladestationen sind es 0,65 €/kWh. An AC-Ladern werden nach vier, an DC-Ladern nach zwei Stunden Blockiergebühren von 0,02 €/min berechnet, die jedoch auf 20 Euro pro Ladevorgang gedeckelt sind. Allerdings gilt das nur tagsüber, denn für das nächtliche Laden wird zwischen 22 Uhr und 6 Uhr am Folgetag keine Blockiergebühr berechnet.

Inklusive der Laternenlader betreiben die Berliner Stadtwerke aktuell 1.580 Ladepunkte im öffentlichen Raum der Hauptstadt, darunter 24 Schnelllader – es sind also überwiegend AC-Ladepunkte. Bis Ende 2030 wollen die Stadtwerke das eigene Netz auf bis zu 3.000 Ladepunkte ausbauen, darunter 200 Schnelllader.

Insgesamt gibt es heute aber schon über 6.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Berlin, wenn man auch die Angebote anderer Betreiber einrechnet. Diese Marke wurde bereits im vergangenen Jahr übertroffen.

Quelle: Info per E-Mail (Inbetriebnahme), berlinerstadtwerke.de (Preis-Infos)

11 Kommentare

zu „Berliner Stadtwerke nehmen erneuerte Laternenlader in Betrieb“
mipu
23.04.2026 um 14:18
Wow, AC-Ladepunkte für nur 55 ct/kWh plus eventuelle "Blockiergebühr" tagsüber, und da steht nicht, wie hoch die Ladeleistung ist. Keine Leistungsangabe für AC oder DC - sie werden wissen, warum ... Und da fragt man sich echt, was manche da von "Infrastruktur als Stolperstein der Mobilitätswende" faseln .. #sarkasmus_aus
Andy Nelsen
25.04.2026 um 19:21
Tja, 7 bis 11 kW beim Wickelsaft. Und bis zu 50 kW beim Gleichstrom. Sicher das richtige für den Plugin Hybriden, dessen Akku auch in den erlaubten 3 bis 4 Stunden auf dem Stellplatz wieder aufgeladen ist, bevor die Blockiergebühr zuschlägt. Und wow, bis 6 Uhr morgens darf man da auch stehen. Diese fast nie von jemand benutzten Stadtwerkelader, egal in welcher Stadt, machen eigentlich auch keinen Sinn mehr, in Zeiten von 65 bis 110 kWh Akkukapazität moderner Fahrzeuge. Preislich sind 55 oder 65 cent ebenfalls kaum attraktiv. Halt, doch, es gibt eine Anwendung. Wenn ich am Kudamm einkaufen will, dann sind die geringe Ladeleistung ja sogar hilfreich. Ich kann dort für 3 Euro 85 pro Stunde stehen, und bekomme noch etwas Strom geschenkt. Regulär Parken kann teurer sein.
Peter
24.04.2026 um 09:22
Ein Benzinpreis von ca. 1,80€ pro Liter sorgt bei 0,65€ pro kWh für Preisparität im Stadtverkehr (Annahme: 6 Liter Stadtverbrauch, vs. 17kWh Stadtverbrauch, ergibt eweils ca. 11,10€ pro 100km). Wenn man die gleichen Verbrauchswerte annimmt (6 Liter bzw. 17kWh), dann würde bei 55ct. pro kWh ein Literpreis von 1,60€ den gleichen Preis pro 100km erzeugen (jeweils ca. 9,50€ pro 100km). Auf der Autobahn verschiebt sich das dann, weil der Verbrenner bei 120-130km/h tendenziell etwas weniger verbraucht als in der Stadt, der Stromer aber etwas mehr als in der Stadt. Aber hier im Artikel geht es ja um städtische Ladeplätze.
Thomas Höllriegl
24.04.2026 um 07:01
Bei AC sind 11 kW üblich, manche haben auch 22 kW. Das ist lächerlich langsam, dafür, dass es sogar Blockiergebühren gibt. Und 55 Cent dafür? Man darf sich nicht wundern, wenn die Leute so etwas nicht annehmen.
Volker Jaschke
23.04.2026 um 19:19
Dank der Preissenkung bei Vattenfall ist man in Berlin nicht mehr auf solche Wegelagerer angewiesen.
Schmack
23.04.2026 um 23:14
Ja echt skurril. Schnelles HPC laden für 0,44€ - 0,49€ in Berlin und Umgebung mit > 150kWh vs Schnarchladen mit 3,7kWh an der Laterne für 0,55€ zzgl. Blockiergebühr bis zu 20€!Versteht mich nicht falsch, Laternenladen hat seinen Anwendungsfall; aber nicht mit den Preisstrukturen!
Björn Zander
23.04.2026 um 22:26
Wer überwacht die ständig von Verbrennern zugeparkten Ladestellen
Bjoern
26.04.2026 um 01:13
Laternenlader haben in der Regel keine festen Parkplätze mit entsprechenden Schildern, sondern sollen es gerade ermöglichen, mit wenig Installationsaufwand (bestehende Beleuchtung) bei gleichzeitiger Möglichkeit, ein wenig dauerhaft zu tanken wenn das Automobil steht (manche sagen eher Steh-Mobil, weil 23 von 24 Stunden das Auto nicht bewegt wird). Da die Dinger in der Regel im Rudel installiert werden und dann in Wohngebieten, ist der Sinn offensichtlich nicht spontanes Schnellladen sondern kurzzeitiger Nachschub oder eben über Nacht. Das ein Parkplatz dabei nicht reserviert wird, ist Bestandteil des Konzeptes.
Gregor
24.04.2026 um 06:30
diese Ladepunkte sind auch hier in den Straßen zu finden. Es gibt aber AC Alternativen für 38 bis 50ct /kWh. Da kann man diese 3.6kW Lader links liegen lassen.
L aus Berlin
24.04.2026 um 06:48
Zumindest funktioniert jetzt der Ladepunkt mit meinem Auto (Polestar). Die Box sieht wie die HEINZ von Bender/EBEE aus. Tariflich, ein totales Fail. Es gab noch keinen Beschreibungssticker auf der Box. Hab nicht gemerkt dass es kein ubitricity Ladepunkt war, der keine Zeitlimitierung hätte. Dank Blockiergebühr und Limitierung auf 4 Std bei 3,5kW Ladeleistung hab ich satte 70 Cents pro kWh bezahlt. Danke für nichts!
Christoph
28.04.2026 um 11:21
Laternlader mit Blockiergebühren gängeln.Da stellt sich nicht die Frage ob, sondern wie viel Lack gesoffen wurde.

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