MAN liefert erste Low-Entry-Einheiten des Lion’s City E nach Meiningen

Der Meininger Busbetrieb (MBB) aus Thüringen hat drei von insgesamt sechs bestellten MAN Lion’s City E LE in Dienst gestellt. Laut dem ÖPNV-Betreiber handelt es sich zugleich um die erste Kundenauslieferung des MAN-Elektrobusses in Low-Entry-Konfiguration.

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Bild: Meininger Busbetrieb

MAN hatte die Low-Entry-Variante seines beliebten Elektrobus-Modells Lion’s City E bereits im Oktober 2023 auf der Busworld in Brüssel vorgestellt. Das Batterie-elektrische Modell mit der Bezeichnung Lion’s City E LE wartet im Heck mit einem Hochboden statt einer zerklüfteten Hecklandschaft mit Stufen und Podesten auf. Dabei hat MAN vor allem den niederländischen und skandinavischen Markt im Blick, denn hier fordern Ausschreibungen in der Regel LE-Elektrobusse. Zugleich dürfen Low-Entry-Varianten aber nicht mit Low-Floor-Varianten verwechselt werden: Dabei handelt es sich um komplette Niederflurfahrzeuge wie etwa den regulären Lion’s City E.

Dass sich der Meininger Busbetrieb (MBB) bei der Beschaffung nicht etwa für den weit verbreiteten Niederflurbus entschieden hat, sondern für den Low Entry, dürfte am Einsatzprofil liegen: Denn die Busse des MBB sind nicht nur im Stadtverkehr unterwegs, der ideal für Niederflurbusse ist, sondern auch im Regionalverkehr des Landkreises Schmalkalden-Meiningen. Und bei solchen Überlandeinsatzen werden of Low-Entry-Busse bevorzugt, deren Standardachse als wartungsärmer und kostengünstiger als die komplexe Portalachse der reinen Niederflurbusse gilt. Zugleich haben die Busse im Netz des MBB ein deutlich herausfordernderes Einsatzgebiet gegenüber reinen Stadtbussen: Der ÖPNV-Betreiber spricht von einem topografisch anspruchsvollen Liniennetz von 200m ü.NN bis auf über 900m ü. NN sowie unter meteorologischen Herausforderungen.

Der MBB hat bei MAN konkret insgesamt sechs Einheiten des Lion’s City E LE bestellt, von denen die ersten drei Fahrzeuge nun im Beisein von Thüringens Umweltminister Tilo Kummer (BSW) an den MBB übergeben wurden. Der Freistaat Thüringen hat die Investition für die sechs E-Busse im Rahmen des Programms „Förderung eines nachhaltigen, innovativen und zukunftsfähigen Nahverkehrs“ mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit 2,02 Millionen Euro unterstützt, das sind 60 Prozent der Gesamtkosten von 3,45 Millionen Euro. Die bereits vorhandene Ladeinfrastruktur wurde mit einer weiteren Ladestation den gestiegenen Bedarfen angepasst. Die Anschaffungskosten dieser Ladestation wurden zu 70 Prozent gefördert.

Die weiteren drei Einheiten des MAN Lion’s City E LE, der über eine Batteriekapazität von 480 kWh und eine Systemleistung von 240 kW verfügt, sollen im Sommer 2026 geliefert werden. Zusammen mit den zwei gemieteten Ikarus 120.EL, die seit knapp drei Jahren im Stadt- und Regionalverkehr zum Einsatz kommen, wird der Meininger Busbetreiber dann auf acht E-Busse kommen – ein Anteil von zehn Prozent in Bezug auf den gesamten Fuhrpark mit 80 Bussen von MAN, Mercedes-Benz, Setra und Ikarus.

Die weitere Umstellung der Fahrzeugflotte scheitert laut MBB momentan noch an den zu schwachen Stromnetzen in der Region. Ein neu aufgelegtes Betriebsstättenkonzept der MBB verfolgt daher einen dezentralen Ansatz, um an mehreren Standorten im Landkreis Elektrobusse zuverlässig laden zu können. Das Vorhaben wird von Betriebsrat und Belegschaft unterstützt, die dabei weitgehend an einer personengebundenen Fahrzeugzuteilung festhalten möchten.

thueringen.de, mbb-mgn.de

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