AC-Laden: Oslo packt Änderungen bei seinem Preismodell an

Oslo ist die Hauptstadt mit dem weltweit höchsten E-Auto-Anteil. Was bisher kaum bekannt war: An öffentlichen AC-Ladern zahlten die Hauptstädter bisher nach Zeit. Das ändert sich gerade: Am 22. April hat die Stadt mit der Einführung eines neuen kWh-abhängigen Preismodells begonnen. Die Zeit spielt aber auch im neuen Preis-Mix weiter eine (kleine) Rolle.

Oslo ladesaeule ac
Bild: Norsk elbilforening

Oslo hat vergangene Woche mit der Einführung seines neuen AC-Preismodells begonnen und will es Ende Juni vollständig an allen Säulen etabliert haben. Künftig zahlen E-Auto-Halter an den Säulen nur noch für den tatsächlich verbrauchten Strom, einen Servicezuschlag und das Parken. Die Stadtverwaltung Oslos schreibt auf ihrer Website, dass die Änderung „zu faireren und berechenbareren Ladebedingungen beitragen soll“.

Das bisher praktizierte zeitbasierte Preismodell sorgte dafür, dass die E-Autos nach dem Laden schnell wieder Platz machten. In Deutschland mit seiner Eichrechtspflicht kennen wir das kaum noch, in den Anfangsjahren der E-Mobilität kam es jedoch auch hierzulande noch einer Lotterie gleich, ob beim öffentlichen Laden nach Zeit oder Verbrauch abgerechnet wurde. Rechtlich ist inzwischen aber nur noch letzteres möglich.

In Oslo fühlten sich denn auch jene E-Auto-Halter benachteiligt, die eher langsam ladende Pkw fahren. Die E-Auto-Verbände des Landes machten in ihrem Sinne Druck – mit Erfolg. Konkret wird der neue Ladepreis nun anhand von drei verschiedenen Komponenten berechnet. Wichtigstes Kriterium ist die reale Stromabnahme in Kilowattstunde. Diese Haupt-Preiskomponente basiert auf dem Spotpreis, den die Stadt für den Strom bezahlt, und wird täglich aktualisiert. Hinzukommt eine Betriebskostengebühr (2025 lag diese bei 0,81 Kronen pro kWh, umgerechnet rund 0,07 Euro) und dritter Preisbestandteil ist eine zeitbasierte Parkgebühr. Letztere variiert je nachdem, wann, wie lange und wo (Außen- oder Innenstadt) geladen wird. Konkrete Beispiele für die Preisgestaltung haben wir hier in einem ausführlichen Bericht aufgeführt.

Norwegen gilt bereits lange als Elektroauto-Vorzeigeland und untermauerte dies jüngst mit der Jahresstatistik für 2025 eindrucksvoll: 96 Prozent der Neuwagen waren im vergangenen Jahr Elektroautos – in Oslo fiel der E-Anteil noch höher aus. Und: Durch die jahrelangen, starken Zulassungen in Norwegen haben Elektro-Pkw inzwischen auch im Bestand die Dieselautos überholt. Heißt im Umkehrschluss: Wer keinen eigenen privaten Lader hat, muss stetig freie öffentliche Ladepunkte finden.
oslo.kommune.no via elbil.no (auf Norwegisch)

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